Auszahlplan Test

Auszahlpläne im Test: Entnahmeplan oder Sofortrente?

Viele Deutsche fürchten, im Alter nicht genügend Geld zur Verfügung zu haben – zu Recht, denn die Renten schrumpfen immer mehr. Investitionen in die eigene Altersvorsorge sind gefragt, doch längst nicht alle Anlageformen sind lukrativ. Die Zeitschrift „Ökotest“ hat für ihre Ausgabe von Mai 2015 Angebote für Auszahlpläne eingeholt und miteinander verglichen.

Auszahlpläne im Test
Test: Entnahmelplan- oder klassische Sofortrente?

Der wichtigste Unterschied zwischen Sofortrenten und Auszahlplänen ist der: Bei Sofortrenten verpflichtet sich der Anbieter zu einer lebenslangen Auszahlung einer Rente, bei Auszahlplänen endet die Rentenauszahlung nach einer vereinbarten Laufzeit.

Insofern erscheint die Sofortrente im ersten Moment attraktiver – denn schließlich möchte der Rentner möglichst lange etwas von dem haben, was er angelegt hat. Die Garantie auf Lebenszeit lässt sich der Versicherer jedoch gut bezahlen: Wie die Zeitschrift „Ökotest“ im Test der Auszahlpläne im Mai 2015 festgestellt hat, müssen Sofortrentner mit großen Abstrichen bei der Ausschüttung rechnen, da die Anbieter davon ausgehen, dass ein heute 65-jähriger Anleger über 90 Jahre alt wird.

Dementsprechend fielen bei einem Anlagebetrag von 100.000 Euro derzeit lediglich zwischen 292 und 325 Euro an monatlicher Rente ab, etwas mehr noch, wenn auf eine Todesfallleistung verzichtet wird, so die Experten der Zeitschrift. Lohnenswerter sei die Investition in einen Bank- oder Fondsauszahlplan. Es besteht allerdings ein steuerlicher Vorteil der Sofortrente gegenüber den Auszahlplänen, da der Ertragsanteil der Rente mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert wird; die Erträge von Auszahlplänen unterliegen dagegen der Abgeltungssteuer.

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Test der Auszahlpläne: Lieber in kurzfristige Verträge investieren

Allerdings sind Auszahlpläne auch nach dem Steuerabzug oft die bessere Wahl: „Ökotest“ hat insgesamt 255 Angebote von Auszahlplänen einem Test unterzogen und dabei festgestellt, dass hier unter Umständen mehr für den Sparer drin ist. Dazu sollte er sein Geld allerdings nicht in einen langfristigen Vertrag mit einer Vertragslaufzeit von 25 Jahren stecken, denn hier werden mit maximal 1,75 Prozent nur geringe Zinsen offeriert – bei den besten Anbietern ergibt sich aus einem Kapital von 100.000 Euro eine Monatsrente von 410 Euro.

Ratsamer sei es, in einen Vertrag zu investieren, dessen Laufzeit höchstens zehn Jahre betrage, da so deutlich höhere Zinsen winkten: Die Banken bieten Auszahlpläne mit bis zu 2,30 Prozent an. Mutige Anleger könnten ihr Kapital statt in einen einzigen in mehrere hintereinander geschaltete Auszahlpläne investieren und damit auch auf steigende Zinssätze spekulieren. Wer sein Geld dauerhaft anlegen will, investiert dem Test der Auszahlpläne zufolge lieber in Fonds-Entnahmepläne: Ausschlaggebend sei die Möglichkeit, bessere Erträge zu erzielen. Die Anlage in einen Mix aus internationalen Aktien- und Rentenfonds, so „Ökotest“, habe über letzten zwanzig Jahre eine durchschnittliche Rendite von vier Prozent erzielen können. Davon ausgehend seien mit dem Anlagekapital von 100.000 Euro bei einem kostengünstigen Anbieter Monatsrenten von 522 Euro möglich.

Auszahlpläne und Fonds-Entnahmepläne mischen

Auch die Investition in  Exchange-Traded-Funds (ETF) könne den Ertrag erhöhen, sofern der Anleger die Fixkosten niedrig halten kann und die Fondsvermittler keine erhöhten Depotkosten erheben. Bereits die paritätische Aufteilung des zur Verfügung stehenden Betrages auf einen Bankauszahlplan und einen Fonds-Entnahmeplan mit 25 Jahren Laufzeit kann laut Test der Auszahlpläne zu einer höheren monatlichen Rente führen als die alleinige Anlage in einen Banksparplan über dieselbe Laufzeit.

Noch günstiger ist es, beide Anlageformen nicht nur zu mischen, sondern jeweils mehrere Auszahlpläne und Fonds-Entnahmepläne hintereinander abzuschließen. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass das für die Rente benötigte Kapital dem Bankauszahlplan zufließt: Anders als bei Fonds besteht hier nicht die Gefahr von Schwankungen; die Höhe der monatlichen Auszahlung ist also gesichert. Durch gleichzeitige Anlage eines Drittels des Geldes in einen Auszahlplan mit Kapitalverzehr und Anlage zweier Drittel in einen Fonds-Entnahmeplan kann das Aufgezehrte sogar wieder neu gebildetfi werden, so dass eine „ewige Rente“ entsteht. Die Investition in Fonds erfordert eine gewisse Verteilung des eingesetzten Geldes auf unterschiedliche Fonds. Zudem sollte mindestens einmal pro Jahr die Rentabilität der Fonds überprüft, die Fonds gegebenenfalls gewechselt werden, empfiehlt der Test der Auszahlpläne.

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