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Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Erwerbsunfähigkeitsversicherung – die Alternative zur BUV

Je riskanter Ihr Beruf und je länger Ihre Krankenakte ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können. Depressionen sind zum Beispiel für die meisten BU Versicherungen ein K.O.-Kriterium. Lohnt sich die Erwerbsunfähigkeitsversicherung als gute Alternative?

Erwerbsunfähigkeitsversicherung Schreiner

Erwerbsunfähigkeitsversicherung Leistungen

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist die kostengünstigere aber, leistungsschwächere Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherungen, die auch Personen mit Vorerkrankungen oder „schlechtem“ Berufsrisiko erhalten können: Wenn ein Dachdecker von der Berufsunfähigkeitsversicherung abgelehnt wird, weil seine Beruf zu risikoreich ist, hat er dennoch gute Chancen, eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung zu bekommen.

Allerdings gibt es bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung ebenfalls Gesundheitsfragen und eventuelle Ausschlüsse, wenn zu viele Vorerkrankungen vorhanden sind. Die Ausschlusskriterien sind jedoch nicht so streng wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung kostet weniger.

Der günstigere Preis hat aber seinen Grund: die Versicherung zahlt nur dann, wenn eine Invalidität zu 100% vorliegt. Das bedeutet, wenn der Versicherte in keinem Beruf mehr als drei Stunden am Tag arbeiten kann.

Die Standard-Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt im Leistungsfall nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit eine monatliche Rente. Die meisten Versicherer bieten Ihnen zusätzliche Optionen an, die Sie je nach Anbieter beitragsfrei oder beitragspflichtig mitversichern können.

Eine Rentendynamik ist eine sinnvolle Vereinbarung, weil so sichergestellt werden kann, dass dem generellen Wertverlust und den steigenden Lebenshaltungskosten Rechnung getragen wird.

Ein weiterer sinnvoller Baustein kann eine Nachversicherungsgarantie sein. Diese ermöglicht es Ihnen, die Deckungssummen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Diese kann anlassbezogen (Geburt, Hochzeit o.ä.) oder ohne Anlass vereinbart werden. Meist wird die Möglichkeit zur Nachversicherung zeitlich begrenzt.

Auch Hinterbliebenen-Schutz und zusätzliche Leistungen bei Reha-Maßnahmen können als Zusatzbausteine zum Versicherungsschutz zugebucht werden. Wie viel Leistung Sie im Einzelnen für Ihr Geld bekommen, hängt ganz vom Anbieter der Erwerbsunfähigkeitsversicherung ab, für den Sie sich letztlich entscheiden.

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Berufsunfähigkeit

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Fragen und Antworten zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Unterschied zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Bei der Erwerbs­unfähigkeits­versicherung fällt zuerst auf, dass dieser Versicherungstyp deutlich günstiger als eine Berufsunfähigkeits­versicherung ist. Im Durchschnitt bezahlen Sie, um die gleiche Rentenhöhe zu erhalten, zwischen 50 und 60 Prozent niedigere Beiträge als für eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die relativ niedrigen Versicherungsbeiträge zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung sollten jedoch differenziert betrachtet werden, denn der Versicherungsschutz der beiden Versicherungen unterscheidet sich in wichtigen Punkten.

Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung deckt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung nicht den Fall ab, dass eine Tätigkeit in dem zuletzt ausgeübten Beruf krankheitsbedingt nicht mehr möglich ist. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung leistet erst dann, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen gar keinen Beruf mehr ausüben können.

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist insofern kein gleichwertiger Ersatz, aber für Personengruppen sinnvoll, die in der Berufsunfähigkeitsversicherung eine Versicherungspolice zu ungünstigen Konditionen erhalten oder gänzlich abgelehnt werden.

Für Kranke und Personen, die von der BUV abgelehnt wurden, stellt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine Alternative zur BU Versicherung dar. Auch für Selbständige kann eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung vorteilhaft sein.

Einen Invaliditätsschutz braucht jeder; er ist sehr sinnvoll. Allerdings gibt es da große Unterschiede. Da die teurere Berufsunfähigkeitsversicherung sehr viele Bereiche abdeckt, ist sie auch schwieriger zu bekommen. Musiker, Schornsteinfeger oder Dachdecker haben es schwer, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten, da ihr Beruf als sehr risikoreich eingestuft wird. Für diese Berufsgruppen ist die kostengünstigere Erwerbsunfähigkeitsversicherung Beispielsweise Empfehlenswert.

Allerdings bekommt man bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung nur dann Unterstützung, wenn ein völliger Verlust der Arbeitskraft vorliegt. Das bedeutet, dass nicht nur der zuletzt ausgeübte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, sondern dass auch keine Tätigkeit mehr in einem anderen Beruf mehr möglich ist. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt man die monatliche Rente in aller Regel, wenn die letzte Tätigkeit höchstens noch zu 50% ausgeübt werden kann.

Während also die Berufsunfähigkeitsversicherung die Arbeitskraft im eigenen Beruf versichert, versichert die Erwerbsunfähigkeitsversicherung die Arbeitskraft im Allgemeinen und verlangt, dass man notfalls einen anderen Beruf ergreift.

Weitere Informationen zu: Unterschied Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten der Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Das Eintrittsalter in die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist ein wichtiger Faktor, denn je älter Sie sind, desto teurer wird der Versicherungsschutz. In jungen Jahren, während der Ausbildung oder im Studium, kann eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit Umwandlungsoption in eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein. In dieser Zeit gibt der Geldbeutel oft noch nicht so viel her, Sie profitieren aber enorm von einem frühen Versicherungsabschluss.

Außerdem spielt die Höhe der vereinbarten Rente im Leistungsfall natürlich eine entscheidende Rolle. Hier sollte man aber nicht am falschen Ende sparen. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist die Absicherung für den Fall, dass kein Beruf mehr ausgeübt werden kann.

Demnach sollte die vereinbarte Rentenhöhe ausreichend hoch sein, um den Lebensunterhalt des Versicherungsnehmers zu sichern. Einige Versicherer bieten die Möglichkeit einer dynamischen Anpassung der Rente und der Beiträge.

Auch das von Ihnen gewünschte Zahlungsintervall spielt bei der Berechnung der Beiträge für die Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine Rolle. Vierteljährliche oder jährliche Zahlungsweisen werden oftmals mit Rabatten belohnt. Die Standardabsicherung ist die Vereinbarung einer monatlichen Zahlung im Falle der Erwerbsunfähigkeit.

Wann leistet die Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung leistet immer erst bei vollständiger Invalidität. D.h. dann, wenn Sie für einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten keiner beruflichen Tätigkeit länger als 3 Stunden täglich nachgehen können. Versichert sind Sie im Falle einer chronischen Krankheit, nach einem Unfall, wegen Körperverletzung oder Kräfteverfall.

Auch bei einer teilweisen Erwerbsunfähigkeit (nicht mehr als 6 Stunden täglich arbeitsfähig) kann bei den meisten Versicherern schon eine Zahlungsvereinbarung getroffen werden.

In der Regel wird in einem solchen Fall ein anteiliger Rentenbetrag ausgezahlt. Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind die Leistungen der  Erwerbsunfähigkeitsversicherung nicht an die vorher ausgeübte Tätigkeit oder erworbene Kenntnisse gekoppelt, sondern nur an die Leistungsfähigkeit des Versicherungsnehmers im Allgemeinen. Auch spielt die Höhe des bisherigen Einkommens keine Rolle.

Für wen ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung interessant?

Beim Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung sollte man sich bewusst sein, dass diese nur den schlimmsten anzunehmenden Fall versichert – die totale Erwerbsunfähigkeit. Wenn also eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu annehmbaren Konditionen abgeschlossen werden kann, sollte dies das Mittel der Wahl sein.

Aber eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung bietet sich für all diejenigen an, die aufgrund ihres persönlichen Profils, also ihrer bisherigen Krankheitsgeschichte, des Alters oder des ausgeübten Berufs keine Berufsunfähigkeitsversicherung oder nur eine sehr teure abschließen könnten.

Außerdem ist sie interessant für  Studenten, denen die Mittel fehlen und die vielleicht noch nicht genau wissen, in welchem Beruf Sie später tätig sein werden. Hier ist es ratsam, sich einen Versicherer zu suchen, der eine spätere Umwandlung von der Erwerbsunfähigkeits- zur Berufsunfähigkeitsversicherung anbietet. Auch Hausfrauen sind oft mit einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung besser dran, weil sie es schwer haben, eine Berufsunfähigkeit nachzuweisen.