Erwerbsunfähigkeitsversicherung Test

Erwerbsunfähigkeitsversicherungen im Test

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat einen Test zu Erwerbsunfähigkeitsversicherungen durchgeführt, der Verbrauchern als Orientierungshilfe dienen kann.

Wenn es um die Absicherung von Arbeitsunfähigkeit geht, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung immer erste Wahl. Was aber, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund von Vorerkrankungen gar nicht mehr oder nur noch gegen sehr hohe Prämien erhältlich ist?

Eine bezahlbare Alternative zur BU-Versicherung stellt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) dar, die in der Regel dann leistet, wenn der Versicherte nicht mehr in der Lage ist, mindestens drei Stunden täglich in einem beliebigen Beruf zu arbeiten.

Um herauszufinden, wie gut die derzeit am Markt befindlichen Erwerbsunfähigkeitsversicherungen sind, hat das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) im Dezember 2017 einen Test zu EU-Versicherungen durchgeführt, der bei der Suche nach der geeigneten EU-Versicherung im Jahr 2018 helfen kann. Insgesamt hat das IVFP selbständige EU-Tarife von 15 Versicherern untersucht.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung Test 2018: Kriterien des EU-Tests

Die Gesamtnote des EU-Tests für 2018 ergab sich aus den Teilbereichen Unternehmensqualität, Preis-Leistung, Flexibilität und Transparenz/Service, die mit jeweils 20 Prozent, 50 Prozent, 20 Prozent und 10 Prozent in die Bewertung einflossen.

Hinsichtlich der Unternehmensqualität waren die Faktoren Sicherheit, Stabilität, Ertragskraft und Markterfolg des jeweiligen Versicherers ausschlaggebend, der Teilbereich Preis-Leistung betrachtete sowohl den Preis der Versicherung als auch die Abwicklung eines möglichen Versicherungsfalles.

Zur Ermittlung des Preises wurden anhand von Musterfällen sechs verschiedene Beitragsberechnungen angestellt, wobei Brutto- und Nettoprämie errechnet wurden. Auch die Gestaltung der Gesundheitsprüfung wurde in die Betrachtung einbezogen. Im Teilbereich Flexibilität wurden einzelne Kriterien wie z.B. Beitragsbefreiung ab Eintritt der Erwerbsunfähigkeit oder eine mögliche Reduzierung der monatlichen Beiträge abgeklopft, der Bereich Transparenz/Service fragte etwa nach der Verständlichkeit des Werbematerials und nach der Möglichkeit einer persönlichen Beratung.

EUV Testsieger

Spitzenreiter unter den Tarifen des EU-Tests für 2018 war der Versicherer Europa mit seinem Tarif EUROPA EU-Vorsorge Premium, der die Gesamtnote 1,1 erhielt. Die Europa gehörte gleichzeitig zu den Versicherern, die im Teilbereich Unternehmensqualität mit den höchsten Noten bewertet wurden.

Auf den Plätzen 2 bis 5 folgten die Versicherer Continentale (Continentale PremiumEU), Hannoversche (EU), Dialog (SEU-Protect) und Axa (SEU), wobei Continentale, Hannoversche und Dialog jeweils mit der Note 1,3, die Axa mit 1,4 bewertet wurden. Sieben weitere EU-Versicherer beurteilte das IVFP mit Noten bis 1,8, drei weitere Tarife wurden mit Noten zwischen 2,2 und 2,5 bewertet.

Der Teilbereich Preis-Leistung, der für die meisten Kunden am wichtigsten ist, wurde beim Ranglistenersten Europa sowie bei der Dialog mit der Bestnote 1,0 ausgezeichnet, Continentale und Axa schnitten hier mit 1,1 ab. Als besonders flexibel erwiesen sich mehrere Versicherer, darunter wiederum Europa und Continentale; Transparenz zeigte vor allem die Inter mit ihrem Tarif Inter ProBeruf® EU.

EU Test 2014: Franke und Bornberg testet 67 Erwerbsunfähigkeitstarife

Die mithin gestiegene Relevanz der Erwerbsunfähigkeitsversicherung hat Franke und Bornberg dazu veranlasst, ein detailliertes Produktrating in diesem Bereich durchzuführen. Im Erwerbsunfähigkeitsversicherung Test der Agentur wurden insgesamt 67 Produkte von 31 Anbietern getestet, die in die Kategorien „Basis“, „Komfort“ und „Komfort plus“ eingeordnet wurden.

Die untersuchten Tarife umfassen sowohl selbständige Erwerbsunfähigkeitsversicherungen als auch Einsteiger- und Kombiprodukte, wobei die Kombiprodukte jeweils den Abschluss von Renten- bzw. Risikolebensversicherungen vorsehen.

In die „Basis“-Kategorie fallen 37 der 67 Tarife, die lediglich Basisleistungen erbringen. Die Sparte „Komfort“ belegen 23 Tarife, die sich durch weitere Merkmale auszeichnen: So können Kunden eine Police der „Komfort“-Klasse nicht erst dann in Anspruch nehmen, wenn sie gar nicht mehr erwerbsfähig sind, sondern bereits dann, wenn sie noch drei Stunden pro Tag arbeiten können.

„Komfort plus“-Verträge weisen dieselben Merkmale auf wie „Komfort“-Tarife; zusätzlich zeichnen sie sich durch Biometrie-Bausteine, beispielsweise die Gewährung von weiteren Leistungen bei Pflegebedürftigkeit, aus. Hier können sieben Produkte zugeordnet werden.

Nur vier Ratingklassen besetzt

Im Erwerbsunfähigkeitsversicherung Test von Franke und Bornberg war eine Einteilung in acht Ratingklassen (FFF/hervorragend bis F–/sehr schwach) möglich. Davon wurden jedoch nur die ersten vier Klassen belegt. Unter den selbständigen Basis-Versicherungen punkteten die Ergo Direkt, die Nürnberger Lebensversicherung sowie die Zurich Deutscher Herold, die mit ihren Tarifen jeweils die Note „FF+/sehr gut“ erhielten.

Mit „FFF/hervorragend“ bewertete Komfort-Tarife fanden sich bei HDI, Volkswohl Bund und Zurich. Als „sehr gute“ Komfort plus-Produkte unter den selbständigen Versicherungen erwiesen sich die Tarife der Bayern-Versicherung, der Feuersozietät sowie der HDI, wobei diese Tarife zugleich die einzigen waren, die zu den selbständigen Komfort plus-Policen gezählt wurden. Grundlage des Ratings ist die Bewertung von 43 verschiedenen Kriterien, die in den Versicherungsbedingungen enthalten sind.

Regelungen in BU und EU nicht immer gleich

Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg, geht davon aus, dass der Erwerbsunfähigkeitsversicherung Test zu einer Qualitätssteigerung der am Markt befindlichen Produkte beitragen wird.

Dies könnte insbesondere eine Angleichung der Bedingungen von Erwerbsunfähigkeitsversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung betreffen, die nach Auffassung der Analysten des Unternehmens eigentlich zu 90 Prozent übereinstimmen müssten, sofern ein Anbieter beides im Portfolio hat. In Wirklichkeit aber sind gute Regelungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zwangsläufig auch in der Erwerbsunfähigkeitsversicherung umgesetzt.

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