Pflegestufe Demenz

Leistungen der Pflegestufe Demenz (Stufe 0) werden aufgestockt

Im Jahr 2013 hat sich in Sachen Pflege einiges geändert. Zum einen hat sich der Beitrag, den gesetzlich Krankenversicherte zur Pflegeversicherung zahlen müssen, erhöht. Zum anderen gibt es Neuerungen auf dem Gebiet der Pflege, die mit genau dieser Beitragsanhebung finanziert werden sollen: Vor allem Angehörige der Pflegestufe 0 wie Demenzkranke sollen in Zukunft eine bessere Versorgung erhalten.

Pflegestufe Demenz
Pflegestufe Demenz (0) mit verbesserten Leistungen.

Bisher konnten Menschen mit demenzieller Erkrankung, denen keine Pflegestufen zugewiesen ist, lediglich 100 Euro an monatlicher Unterstützung erhalten. Dieser Betrag wurde in schweren Fällen auf bis zu 200 Euro aufgestockt.

Auch Pflegebedürftige mit Demenz und Pflegestufe konnten diese Beträge beantragen, wenn bei ihnen ein entsprechender Bedarf nachgewiesen wurde. Das Geld war jedoch nicht als Pflegegeld gedacht, sondern als sogenannte „zusätzliche Betreuungsleistung“ zweckgebunden.

Mit anderen Worten: Demenzkranke bzw. deren Betreuungspersonen erhielten den Betrag nicht in bar ausgezahlt, sondern konnten ihn zur Finanzierung einer Tagespflege, Ersatzpflege oder stundenweisen Betreuung nutzen. Wurde die Summe nicht ganz aufgebraucht, konnte der Rest ins nächste Kalenderjahr übertragen werden. Angesichts der Tatsache, dass schon eine Tagespflege für Demenzkranke zwischen 30 und 70 Euro kostet, war das wohl eher ein utopischer Gedanke. Die Neuerungen, die das „Pflege-Neuausrichtungsgesetz“ 2013 mit sich bringt, enthalten nun immerhin eine Verbesserung der relativ geringen Leistungen.

Demenz mit und ohne Pflegestufe: Das ändert sich 2013

Mit Beginn des Jahres 2013 hat sich der Anteil, den jeder Arbeitnehmer vom Bruttolohn an die Pflegeversicherung entrichten muss, von 1,95 Prozent auf 2,05 Prozent (Kinderlose: 2,2 auf 2,3 Prozent) erhöht. Die vermehrten Einnahmen sollen nach dem Pflege-Neuausrichtungsgesetz vor allem Demenzkranken bzw. Angehörigen der sogenannten „Pflegestufe 0“ zugute kommen.

Zusätzlich zu Betreuungsleistungen, die Demenzkranke der Pflegestufe 0 bisher beziehen konnten, können 2013 erstmals Pflegegeld oder Pflegesachleistungen beantragt werden. Dabei ist es unerheblich, ob eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz oder eine in erhöhtem Maße eingeschränkte Alltagskompetenz, also ein schwererer Fall, vorliegt. Das Pflegegeld beträgt 120 Euro im Monat; die Pflegesachleistungen, die bei Betreuung durch einen Pflegedienst von der Pflegekasse gezahlt werden, beinhalten einen Betrag von monatlich 225 Euro. Da Pflegegeld und Pflegesachleistungen unabhängig von den zusätzlichen Betreuungsleistungen gezahlt werden, können Demenzkranke, die in erhöhtem Maß in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind, in Zukunft also bis zu 425 Euro beziehen, wenn sie Sachleistungen beantragen.

Außer Pflegegeld und Pflegesachleistungen können ab 2013 auch bis zu 1.550 Euro im Jahr für eine Ersatzpflege beantragt werden, falls die Hauptpflegeperson verhindert ist. Dies kann z.B. bei Krankheit oder Urlaub der Fall sein. Der Ausfall darf maximal 28 Tage andauern. Neu ist ebenfalls, dass Demenzkranke ohne Pflegestufe nun Zuschüsse in Höhe von bis zu 2.557 Euro für einen barrierefreien Umbau der Wohnung sowie Geld für Pflegehilfsmittel und technische Hilfen beantragen können: Bislang war dies nur körperlich pflegebedürftigen Personen vorbehalten.

Sofern Demenzkranke bereits in eine Pflegestufe eingruppiert worden sind, können sie aufgrund ihrer Demenz in Zukunft ein erhöhtes Pflegegeld von 305 Euro statt 235 Euro in Pflegestufe 1 oder 525 Euro statt 440 Euro in Pflegestufe 2 erhalten. Die Pflegesachleistungen erhöhen sich in Pflegestufe 1 auf 665 Euro und in Pflegestufe 2 auf 1.250 Euro. Für Demenzkranke auf Pflegestufe 3 ändert sich nichts.

Pflegestufe Demenz: Antrag auf Gutachten möglichst frühzeitig stellen

Personen, bei denen bereits eine eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt wurde und die somit schon Betreuungsleistungen erhalten, bekommen das neue Pflegegeld aller Wahrscheinlichkeit nach automatisch – Experten raten jedoch, den Bezug zu überprüfen und sich für alle Fälle mit der Pflegekasse in Verbindung zu setzen.

Dies gilt auch für demenzkranke Personen mit Pflegestufe. Pflegesachleistungen können nur bei Pflegediensten eingekauft werden, die einen entsprechenden Vertrag mit der Krankenkasse haben und direkt mit dieser abrechnen können.

Falls erst 2013 ein Antrag auf Erstbegutachtung gestellt wird, sollte dies so schnell wie möglich geschehen: Die Geld- und Sachleistungen werden nämlich erst ab dem Tag des Antragseingangs rückwirkend gewährt. Mit den erhöhten Leistungen für Demenzkranke auf Pflegestufe 0 geht gleichzeitig eine bessere Beratungsleistung einher: So muss Antragstellern binnen zwei Wochen ein Beratungstermin angeboten werden.

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