Ratgeber Pflegekostenversicherung

Pflegekostenversicherung – strikt an den Kosten ausgerichtet

Die Pflegekostenversicherung gestaltet sich anders als eine Pflegetagegeld- oder Pflegerentenversicherung: Hier werden keine Gelder ausgeschüttet, die nicht tatsächlich benötigt werden. Während die anderen beiden Arten der Pflegezusatzversicherung eine monatliche Summe vorsehen, die unabhängig vom Verwendungszweck gewährt wird, orientiert sich die Pflegetagegeldversicherung an dem, was wirklich für die Pflege ausgegeben wird.

Dabei zählen nur Dienstleistungen, die in direktem Zusammenhang mit der Pflege stehen und die auch durch die gesetzliche Pflegeversicherung gedeckt werden. Aufwendungen für die Freizeitgestaltung des Pflegebedürftigen werden dadurch also nicht finanziert. Laienpflege, d.h., Pflege durch Angehörige oder Freunde ohne Pflegeausbildung, wird mitunter gar nicht oder in geringerem Maße finanziert. Pflegebedürftige, die über eine Pflegekostenpolice verfügen, müssen die entstandenen Kosten durch Rechnungen beim Versicherer nachweisen. Übernimmt dieser auch Kosten für Laienpflege, muss die einzureichende Rechnung durch einen zugelassenen Pflegedienst erstellt werden.

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Pflegeversicherung

Verschiedenen Leistungsvarianten der Pflegekostenversicherung

Bei der Pflegekostenversicherung wird die Summe, die die gesetzliche Pflegeversicherung ausschüttet, als Maßstab für die Zahlungen aus der privaten Versicherung genommen: Die gesetzliche Leistung wird dann entweder bis zu einer bestimmten Obergrenze oder um einen Prozentsatz dieser Summe aufgestockt. Die prozentuale Variante birgt dabei den Vorteil, dass auch in Zeiten ständig steigender Pflegekosten ein gleichbleibend großer Anteil der Kosten übernommen wird; wählt der Kunde hingegen die Aufstockung auf eine bestimmte Summe, wird der von der Pflegekostenversicherung übernommene Anteil mit den Jahren theoretisch geringer.

Arbeitet der Versicherer mit Prozentsätzen, erhalten die Versicherten meist Sätze von 80 oder 100 Prozent; manche Verträge ermöglichen jedoch auch eine Aufstockung um bis zu 200 Prozent. Derartige Verträge kosten den Versicherten mehr und bergen die Gefahr einer Überversicherung, da die vereinbarten Leistungen später gar nicht oder nur zu einem Teil in Anspruch genommen werden. Dennoch kann es durchaus sinnvoll sein, eine Deckung von über 100 Prozent der gesetzlichen Leistung zu wählen: Der Versicherte ist dann auch im Falle hoher Pflegekosten ausreichend abgesichert. In der Vergangenheit haben sich gerade solche Hochleistungstarife als die besten erwiesen.

Für wen lohnt sich eine Pflegekostenversicherung?

Die Pflegekostenversicherung eignet sich speziell für Personen, die für sich selbst ein hohes Pflegebedürftigkeitsrisiko sehen und gleichzeitig mit hohen Pflegekosten rechnen. Da für Laienpflege nur wenig vom Staat gezahlt wird und die Pflegekostenversicherung auch bei Übernahme der Kosten somit nur wenig erstattet, lohnt sich die Pflegekostenversicherung vor allem für Menschen, die erwarten, im Alter professionell gepflegt zu werden.

Dies ist z.B. dann der Fall, wenn keine Angehörigen vorhanden sind. Obwohl der Fokus der Pflegekostenversicherung auf professioneller Pflege liegt, sollte bei Vertragsabschluss aber vorsichtshalber darauf geachtet werden, dass die Versicherung auch bei Laienpflege zahlt.

Was sollte eine Pflegekostenversicherung leisten?

Neben der Erstattung von Leistungen, die durch Laienpflege erbracht werden, sollte die Pflegezusatzpolice auch garantieren, dass der Versicherte im Leistungsfall von der Zahlung weiterer Versicherungsbeiträge befreit ist. Dies leisten – leider – nicht alle Verträge. Idealerweise sollte die Pflegekostenversicherung für technische Hilfsmittel wie z.B. für Rollstühle oder Krücken aufkommen.

Zudem sollten Interessierte einen Blick auf die im Vertrag angegebenen Warte- und Karenzzeiten werfen: Die meisten Versicherer sehen Wartezeiten von bis zu drei Jahren vor – wird der Versicherte schon innerhalb dieser Zeit pflegebedürftig, kann er keine Leistungen des Versicherers beziehen. Manche Verträge arbeiten zusätzlich mit Karenzzeiten, die an die Wartezeiten anschließen und denselben Effekt haben – der Kunde kann Zahlungen erst nach Ablauf der Frist einfordern. Es gibt jedoch auch Policen, die verkürzte Wartezeiten anbieten oder ohne Karenzzeiten auskommen.

Weiterlesen: Vor- und Nachteile einer Pflegerentenversicherung

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