Unfallversicherungen im Test

Die Testergebnisse zur Unfallversicherung im Überblick

Wer durch einen Unfall invalide wird, braucht dringend eine Absicherung der dadurch entstehenden finanziellen Folgen. Es muss nicht immer gleich der Verlust des Augenlichts oder ganzer Gliedmaßen sein, schon ein steif bleibender Finger kann gewisse Arbeiten unmöglich machen und damit zu finanziellen Einbußen führen.

Unfallversicherung Test 2021

Unfallversicherungen Test

Für die Ausgabe 7/2021 der Verbraucherzeitschrift „Finanztest“ wurden insgesamt 112 Angebote für Unfallversicherungen getestet. 21 der Tarife erhielten die Noten 1,0 bis 1,7 und waren damit sehr gut oder gut. Quelle: Finanztest 7/2021, S. 80-89.

In den Test 2021 sind Tarife eingeflossen, die ab einem Prozent Invalidität leisten und bei einer Invalidität von 25% mindestens 25.000 Euro Kapitalleistung erbringen. Ab 50% werden in allen Tarifen mindestens 100.000 Euro und bei Vollinvalidität mindestens 500.000 Euro gezahlt.

Die Note ergab sich aus der Bewertung der Kapitalauszahlung im gesamten Leistungsverlauf und der Verbraucherfreundlichkeit der Bedingungen (je 45%). Außerdem haben die Textexperten von „Finanztest“ die Verständlichkeit und Verbraucherfreundlichkeit der Antragsfragen beurteilt (10%).

Die Versicherungsbedingungen mussten mindestens die Standards des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erfüllen. Anbieter, die mit ihren Konditionen darüber hinausgingen, konnten im Unfallversicherung Test 2021 punkten.

Welche Konditionen wurden bewertet? Um die Versicherungsbedingungen vergleichen zu können, wurden folgende Konditionen geprüft:

  • Gliedertaxe: Ist die Gliedertaxe mindestens 20 Prozentpunkte besser als die des GDV?
    Vorerkrankungen: Die Leistung wird erst gekürzt, wenn eine Invalidität zu mindestens 50% auf Vorerkrankungen zurückzuführen ist
  • Fristen: Die Meldefristen des Vertrags sind im Vergleich zum GDV-Standard auf mindestens 21 Monate verlängert.
  • Bewusstseinsstörungen: Der Versicherer leistet auch, wenn der Unfall auf Trunkenheit, Medikamenteneinnahme, Schlaganfall, Herzinfarkt, Ohnmacht infolge Zuckerschocks oder Eigenbewegung zurückzuführen ist.
  • Der Versicherer leistet auch bei Invalidität durch Zeckenbiss oder Vergiftung.
  • Der Versicherer zahlt auch bei psychischen Störungen infolge unfallbedingter neurologischer Schäden.
  • Bergungskosten: Der Versicherer beteiligt sich mit mindestens 20.000 Euro.
  • Kosmetische Operationen: Der Versicherer zahlt mindestens 20.000 Euro, auch wenn unfallbedingte optische Beeinträchtigungen nicht Teil der Gliedertaxe sind.
  • Der Versicherer führt den Vertrag unverändert über das 75. Lebensjahr hinaus fort.

Wenn die Konditionen besser als die des GDV, aber schlechter als die geforderten waren, wurde dies anteilig gewertet.

Unfallversicherung Testsieger 2021

Viermal hat „Finanztest“ die Note 1,0 vergeben: Dies sind die allerbesten Angebote. Beim Testsieger, der bei Vollinvalidität eine Versicherungssumme von 750.000 Euro ausschüttet, zahlen Angehörige einer hohen Gefahrengruppe (oft Handwerker) 354 Euro Jahresbeitrag, in der niedrigen Gefahrengruppe werden 189 Euro fällig.

Für Kinder beträgt die Prämie beim besten Anbieter 100 Euro jährlich. Beim Zweit- und Drittplazierten zahlen die einzelnen Gruppen etwas mehr; hier erhalten Versicherte bei hundertprozentiger Invalidität allerdings auch 1.500.000 Euro.

Der vierte Testsieger zahlt bei Vollinvalidität knapp 500.000 Euro aus. Angehörige der hohen Gefahrengruppe zahlen hier allerdings schon mehr als 800 Euro Beitrag. Besonders gut war hier die Gestaltung der Gliedertaxe.

Neben den besten führt das Verbrauchermagazin auch die besten günstigsten Angebote für die niedrige Gefahrengruppe auf. Der beste Anbieter verlangt hier 105 Euro. Auch die hohe Gefahrengruppe zahlt mit 179 Euro vergleichsweise wenig, für Kinder berechnet der Tarif lediglich 54 Euro.

Unfallversicherung Test 2018

In den Test 2018 sind daher nur Tarife eingeflossen, die ab einem Prozent leisten und bei einer Invalidität von 25% mindestens 25.000 Euro Kapitalleistung erbringen. Ab 50% werden in allen Tarifen mindestens 100.000 Euro und bei Vollinvalidität mindestens 500.000 Euro gezahlt.

117 Tarifangebote hat die Stiftung Warentest1 so getestet und bewertet. Die Auswahl an Unfallversicherungen in Deutschland ist groß. Da sie den jeweiligen Bedürfnissen des Versicherungsnehmers entsprechen muss, ist es wichtig auf die Vertragsdetails besonders zu achten.

Welche Kriterien fließen in die Bewertung ein? Welche Note der Tarif letztlich erhalten hat, hängt nicht nur vom Preis der Unfallversicherung ab, sondern auch von einzelnen wichtigen Tarifdetails. Die Stiftung Warentest hat neben der Kapitalzahlung der einzelnen Tarife auch die Verbraucherfreundlichkeit der Bedingungen bewertet.

Ausgangswert waren hier die Musterbedingungen des Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Positiv auf die Bewertung hat sich ausgewirkt, wenn die Regelungen in Bezug auf gewisse Leistungsdetails besser als in den Musterbedingungen waren. Zum Beispiel in Hinsicht auf

  • die Gliedertaxe: höhere Invaliditätsgrade bei Gesundheitsschäden werden anerkannt
  • Vorerkrankungen: Abzug am Invaliditätsgrad wegen Vorerkrankungen ist verringert
  • Diabetes: Ohnmacht durch Zuckerschock wird als Unfallursache anerkannt
  • Zeckenbiss: Es wird für FSME und Borreliose durch Zeckenbiss geleistet
  • kosmetische Operationen: mind. 10.000 Euro bei unfallbedingter optischer Beeinträchtigung
  • Bergungskosten: mind. 10.000 Euro Rettungskosten auf See und im Gebirge
  • Fristen: Verlängerte Fristen (über 15 Monate) bei Eintritt der Invalidität nach einem Unfall

Die Einhaltung der Musterbedingungen führte zu einer mindestens ausreichenden Beurteilung. Außerdem eingeflossen ist die Bewertung der Anträge in Hinblick auf Klarheit und Transparenz in der Formulierung der Folgen einer falschen Beantwortung von Gesundheitsfragen und den Umfang der Fragen nach Vorerkrankungen.

Unfallversicherung Testsieger 2018

Elf Tarife von insgesamt sechs verschiedenen Versicherern haben mit der Note „sehr gut“ abgeschnitten. Die drei besten sind:

  • Allianz: Tarif „UnfallschutzPlus mit Topschutz (100.000/P500)“
  • Interrisk: der Tarif „XXL mit Maxi-Taxe (100.000/P500 Plus)“
  • Deutsche Familienversicherung (DFV): „Unfallschutz Flex mit Leistungspaket Komfort (100.000/P500)“

Immerhin zwei Drittel aller getesteten Tarife wurde mit der Note „sehr gut“ oder „gut“ bewertet. Ein Drittel war „befriedigend“. Keiner der getesteten Tarife erhielt ein „ausreichend“ oder schlechter.

Zu den Tarifen, die gut und dabei besonders preisgünstig sind, gehören unter anderem

  • Waldenburger: Tarif „Premium (100.000/P500)“
  • Basler: Tarif „Silber (100.000/P500)“
  • LBN: Tarif „Besser (100.000/P500)“

Unfallversicherung Test 2017

Das Wirtschaftsmagazin „Focus Money“ hat in seiner Ausgabe 10/20171 in Zusammenarbeit mit der Rating-Agentur Franke und Bornberg 44 private Unfallversicherungen auf Herz und Nieren getestet.2

Was wurde bewertet? In die Wertung des Unfallversicherung Tests 2017 flossen sowohl die Leistung als auch der Preis der Tarife ein. Neben der Eignung für Erwachsene stand auch die Eignung der Tarife für Kinder auf dem Prüfstand: Hier ging die Leistung mit 70 Prozent und die Prämienhöhe mit 30 Prozent in die Bewertung ein.

Bei Erwachsenen machte die Leistung ebenfalls 70 Prozent aus; die Prämien wurden allerdings sowohl für die Gefahrengruppe A als auch für die Gefahrengruppe B ermittelt, die jeweils zu 15 Prozent in die Wertung eingingen. Hinsichtlich der Beitragshöhe unterstellte der Unfallversicherung Test 2017 eine Versicherungssumme von 100.000 Euro und eine Progression von 500 Prozent.

Zur Einschätzung der Leistung wurden verschiedene Einzelleistungen, z.B.

  • Erweiterung des Unfallbegriffes bei Infektionen
  • Bergungskosten
  • Kosten für kosmetische Operationen
  • Fristen
  • Leistungsausschlüsse bei verschiedenen Krankheiten und Ereignissen als Ursache

mit den bereits bestehenden oder aus Kundensicht bestehen denkbaren Regelungen verglichen und auf einer Skala von 1 bis 100 eingeordnet. Die Einzelleistungen wurden dabei noch einmal unterschiedlich gewichtet.

Unfallversicherung Testsieger 2017

Im Ergebnis ergab der Unfallversicherung Test 2017 von „Focus Money“ zwei mit „hervorragend“ bewertete und 13 immer noch mit „sehr gut“ bewertete Tarife für Erwachsene sowie drei „hervorragende“ und zwölf „sehr gute“ Tarife für Kinder.

Erwachsene versichern sich laut Test besonders gut mit den Tarifen

  • GVO: „Unfallversicherung Top VIT“
  • Interrisk: „Konzept XXL mit Standard Taxe“
  • HanseMerkur: „Top-Schutz“

Für Kinder eignen sich insbesondere die Tarife

  • Volkswohl Bund: „Unfall Easy KomfortPlus“
  • GVO: „Unfallversicherung Top VIT“
  • HanseMerkur: „Top-Schutz“

Dabei ist der jeweils beste Unfalltarif der GVO bei Erwachsenen und des Volkswohl Bundes bei Kindern zugleich auch das günstigste unter den verglichenen Angeboten: Erwachsene zahlen in der Gefahrengruppe A nur 102 Euro, in der Gefahrengruppe B nur 167 Euro Jahresprämie, für Kinder werden 51 Euro pro Jahr fällig.

Fazit

Tests bieten potenziellen Kunden eine erste gute Vergleichsmöglichkeit. Welcher Unfalltarif der beste ist, ist letztlich aber individuell verschieden, da dies abhängig von den jeweils eigenen Bedürfnissen ist.

Wer sich für eine Unfallversicherung interessiert, sollte daher unbedingt einen Vergleich der Unfallversicherungen durchführen, in dem die persönlichen Merkmale und Anforderungen berücksichtigt werden.

Quellenangaben

1Quelle: Stiftung Warentest Finanztest-Ausgabe 10/2018
2Quelle: Franke und Bornberg, https://www.franke-bornberg.de/sites/franke-bornberg/files/pressemeldungen/Unfallversicherung_2017.pdf