Lebensversicherung Steuern

Steuerliche Absetzbarkeit von Lebensversicherungen

Früher besaßen Lebensversicherungen einen entscheidenden Vorteil: Sie waren steuerlich begünstigt, so dass die Erträge daraus steuerfrei waren. Mittlerweile sieht das allerdings nicht mehr so vorteilhaft aus. Wie Lebensversicherungen während der Anspar- und Auszahlungsphase besteuert werden, erfahren Sie hier.

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Wie wird die Lebensversicherung besteuert?

Vor 2005 waren die Lebensversicherungen steuerlich absetzbar. Die Ausgaben, die Versicherte für eine Lebensversicherung tätigten, konnten damals als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Für Altverträge gilt das immer noch: Die Aufwendungen für die Lebensversicherungen sind zu 88 Prozent von der Steuer absetzbar, sofern Vertragsbeginn und erste Beitragszahlung vor dem 1. Januar 2005 lagen.

Dass die Beiträge steuerlich absetzbar sind, bedeutet jedoch nicht, dass sie in der Praxis immer einen Steuervorteil erbringen. Bei Arbeitnehmern sind die Höchstbeträge meist schon durch die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung ausgeschöpft. Von einem Abzug können hauptsächlich Selbständige und Beamte profitieren.

Beiträge zu Policen, die seit dem 1. Januar 2005 abgeschlossen worden sind, können dagegen nicht mehr als Sonderausgaben deklariert werden. Das geht nur dann, wenn es sich nicht um eine Kapital– oder Fondspolice, sondern eine reine Risikoversicherung handelt. Wer der Familie zuliebe eine Risikolebensversicherung abgeschlossen hat, kann also auch neuere Verträge von der Steuer absetzen.

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Lebensversicherung Besteuerung: Ertragsanteil

Auch hinsichtlich der Ertragsbesteuerung unterscheidet der Gesetzgeber zwischen Alt- und Neuverträgen: Erträge aus einer vor 2005 abgeschlossenen Lebensversicherung sind steuerfrei, vorausgesetzt, der Vertrag läuft über mindestens zwölf Jahre. Zudem muss der Versicherte mindestens fünf Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Um das Besteuerungsprivileg für Altverträge zu erhalten, muss übrigens lediglich der Vertrag vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen worden sein – die erste Beitragszahlung kann auch später erfolgt sein. Der Versicherungsbeginn muss jedoch vor dem 1. April 2005 gelegen haben.

Wo diese Voraussetzungen nicht existieren oder eine steuerschädliche Verwendung vorliegt, unterliegt der Ertrag aus der Police der Abgeltungssteuer. Im Falle einer steuerschädlichen Verwendung sind die Aufwendungen für die Lebensversicherung auch nicht mehr als Sonderausgaben abzugsfähig.

„Steuerschädliche Verwendung“ bedeutet, dass das angesparte Kapital abgetreten, verpfändet, hinterlegt oder beliehen wird, um ein Darlehen abzusichern. Steuerschädlichkeit besteht dann, wenn die Zinsen des Darlehens als Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung absetzbar sind. Dies wäre beispielsweise dann der Fall, wenn ein kreditfinanziertes Fahrzeug zu beruflichen Fahrten genutzt wird. Wenn ein Darlehen zur Anschaffung oder Herstellung einer Immobilie genutzt wird, liegt keine steuerschädliche Verwendung der Lebensversicherung vor.

Hinsichtlich der Besteuerung der Lebensversicherung bei Altverträgen ist zusätzlich zu beachten, dass eine spätere Erhöhung der Versicherungsleistung als Neuabschluss gilt – wird nachträglich eine Erhöhung vorgenommen, kann der Vertrag steuerlich nicht mehr privilegiert behandelt werden. Sind bei Abschluss eines Altvertrages allerdings gleich Beitragsanpassungen vereinbart worden, die über eine gewisse Höhe nicht hinausgehen, zählen diese nicht als Neuabschluss.

Halbeinkünfteverfahren Lebensversicherung

Jüngere Verträge, die ab 2005 abgeschlossen wurden, unterliegen dem Halbeinkünfteverfahren: Der Gewinn, der mit der Lebensversicherung erzielt worden ist, die Differenz zwischen Beiträgen und ausgezahlter Summe also, muss zur Hälfte nach dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Auch hier müssen die Verträge jedoch eine Laufzeit von zwölf Jahren oder mehr aufweisen; außerdem muss der Sparer bei der Auszahlung mindestens 60 Jahre (Verträge ab 2012: mindestens 62 Jahre) alt sein.

Für nach März 2009 abgeschlossene Verträge bzw. Verträge, bei denen die erste Beitragsleistung nach dem 31. März 2009 lag, gilt zudem, dass der Todesfallschutz mindestens 50 Prozent der Beitragssumme über die gesamte Laufzeit ausmachen muss. Die Beiträge müssen regelmäßig und in mindestens gleicher Höhe bis zum Laufzeitende gezahlt werden. Alternativ muss die Versicherung im Todesfall nach den ersten fünf Jahren mindestens zehn Prozent mehr leisten, als Vertragswert oder Beitragssummen bis dahin ausmachen (das gilt für fondsgebundene Policen immer). Ansonsten zahlt der Versicherte nach Erhalt der Versicherungssumme ebenfalls Abgeltungssteuer. Die Abgeltungssteuer wird übrigens stets im Voraus eingezogen, sofern der Versicherte keinen Freistellungsauftrag erteilt hat; der Versicherte erhält zu viel Entrichtetes jedoch über seine Steuererklärung zurück.

Erbfall Lebensversicherung

Auch wenn der Todesfall eintritt und die Begünstigten die vereinbarte Summen erhalten, werden unter Umständen Steuern auf die Lebensversicherung fällig. Aufgrund der relativ hohen Freibeträge, die Kinder und Ehepartnern zustehen, können diese Gruppen aber möglicherweise erben, ohne Steuern auf die Lebensversicherung zahlen zu müssen: Seit der Erbschaftssteuerreform von 2009 dürfen Ehepartner sogar bis zu 500.000 Euro, Kinder bis zu 400.000 Euro steuerfrei erben.

Anders sieht es etwa bei unverheirateten Paaren, Patenkindern oder Geschwistern aus, die häufig nur geringe Freibeträge von wenigen Zehntausend Euro haben – sie müssen mitunter den größten Teil des Ererbten der Steuer unterwerfen und dem Fiskus dabei einiges überlassen. Hier gibt es allerdings einen Trick: Möchten sich z.B. unverheiratete Paare gegenseitig mit einer Lebensversicherung absichern, sollten sie den Vertrag nicht auf ihren eigenen, sondern den Namen des Partners abschließen: Der Partner ist dann Versicherungsnehmer, zahlt selbst die Beiträge und ist gleichzeitig der Begünstigte im Todesfall; der andere ist lediglich die versicherte Person. Stirbt nun die versicherte Person, zählt die Todesfallleistung nicht als Erbe; der Begünstigte erhält den Auszahlungsbetrag steuerfrei.

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Wichtige Fragen

Der Abschluss einer Lebensversicherung ist eine langfristige Angelegenheit. Vor einem Abschluss sollten Sie sich genau überlegen, was Sie wollen: Welche Art der Lebensversicherung ist für Sie empfehlenswert? Wie hoch soll die Todesfallsumme sein? Weiterlesen

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