Kapitalbildende Lebensversicherung

Lohnt sich die kapitalbildende Lebensversicherung noch?

Viele Sparer wünschen sich nach wie vor einen soliden und sicheren Schutz für ihre Altersvorsorge und entscheiden sich deshalb noch immer für den Abschluss einer kapitalbildenden Lebensversicherung. Ein gutes Geschäft machen sie dabei aber nicht. Der Verkauf einer unrentablen Lebensversicherung kann die Lösung sein.

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Lohnt sich eine kapitalbildende Lebensversicherung?

Während die private Altersvorsorge für vergangene Generationen oft noch eine Kann-Option gewesen ist, sind sich mittlerweile fast alle Bundesbürger darüber im Klaren, dass es ohne eigene Vorsorge im Alter düster aussehen wird.

Gut, wer sich schon frühzeitig um eine geeignete Vorsorge gekümmert hat, denn der hat eventuell bei Abschluss seiner Lebensversicherung noch einen Garantiezins von 4% im Vertrag verankert.

Ein ganz schöner Sprung zu den 1,25% die Neukunden noch erwarten. Das Problem sind die seit Jahren niedrigen Zinsen und die teuren Altverträge, die die Lebensversicherer derzeit unter Zugzwang bringen.

Um die Garantien auch in Zukunft erfüllen zu können, wurde den Lebensversicherern vom Gesetzgeber auferlegt eine sogenannte Zinszusatzreserve anzulegen. Diese zusätzlichen Kosten, ebenso wie die andauernde Niedrigzinsphase schmälern die Überschussbeteiligungen für Neuverträge.

Die Ratingagentur Assekurata hat ausgerechnet, dass von den 1,25 % Garantiezins am Ende sogar effektiv nur zwischen 0,2 und 0,6%, wenn man die Kosten des Vertrages (Verwaltung, Todesfallschutz, Abschlussprovision) abzieht. Neuabschlüsse kapitalbildender Lebensversicherungen lohnen sich daher nicht.

Kapitalbildende Lebensversicherung lieber verkaufen als kündigen

Alte Lebens-und Rentenversicherungsverträge können durchaus lohnenswert sein, nur von Neuabschlüssen ist derzeit abzuraten. Bevor Sie also nun auf die Idee kommen alle bestehenden Verträge gleich zu kündigen, sollten Sie diese erst auf Ihre Rentabilität hin untersuchen.

Kommen Sie dann tatsächlich zu dem Schluss, dass der abgeschlossene Vertrag für Sie nicht attraktiv, sprich rentabel ist, dann sollten Sie statt einer Kündigung einen Verkauf der Lebensversicherung erwägen. Im Falle einer Kündigung erhalten Sie vom Versicherer nur den sogenannten Rückkaufswert und der liegt oftmals deutlich unter dem Verkaufswert. In den ersten Jahren nach Vertragsschluss liegt er häufig sogar noch unter dem Betrag der von Ihnen eingezahlten Beiträge. Das liegt daran, dass innerhalb dieses Zeitraums die Maklerprovision fällig wird und vom Rückkaufswert abgeht. Der Verkauf eines Vertrages kann da wesentlich rentabler sein.

Wie funktioniert der Verkauf einer kapitalbildenden Lebensversicherung?

Wenn Sie eine Renten- oder kapitalbildende Lebensversicherung verkaufen möchten, treten Sie zunächst mit einem Ankäufer von Renten- und Lebensversicherungsverträgen in Kontakt. Dieser berechnet dann den inneren Wert der angebotenen Police.

Der Wert der Lebensversicherung wird beeinflusst von den Faktoren wie Alter des Versicherungsnehmers, Kostenquote des Versicherungsunternehmens und der prognostizierten Rendite. Der Betrag, der Ihnen beim Verkauf der Lebensversicherung angeboten wird, ist in der Regel zwischen einem und fünf Prozent höher, als es der Rückkaufswert ist.

Wenn Sie das Angebot, das der Ankäufer Ihnen macht, annehmen, treten Sie  ihm – gegen eine einmalige Zahlung – die Leistungen aus Ihrer Renten- oder Lebensversicherung ab. Mitabgeschlossene Zusatzversicherungen, wie etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehen ebenfalls an den Käufer über! Vergleichen Sie vorab mehrere Angebote, bevor Sie die Police verkaufen: Die Berechnung des inneren Wertes kann bei verschiedenen Anbietern unterschiedlich ausfallen – siehe Ankauf Lebensversicherung.

Nicht nur die Lebensversicherung, auch Riester und bAV sind betroffen

Auch klassische Riester Rentenversicherungen und die betriebliche Altersvorsorge (bAV) sind von der Zinsflaute betroffen. Die betriebliche Altersvorsorge wird oftmals mithilfe einer Pensionskasse oder einer Direktversicherung gesichert, hinter denen sich ebenfalls klassische Rentenversicherungen verstecken können.

Hier gilt: Nur wenn die Kosten dieser Verträge gering bleiben, dann lohnt sich diese Anlage wegen der Förderungen durch Staat und Arbeitgeber. Beim Neuabschluss sollte man auch andere Riester-Modelle in Betracht ziehen und danach abwägen, worauf es einem selbst am meisten ankommt.

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