Kapitallebensversicherung

Arten der Lebensversicherung: Die Kapitallebensversicherung

Unter den Lebensversicherungen ist sie die beliebteste: Die Kapitallebensversicherung. Zwei Drittel aller Deutschen, die eine Lebensversicherung besitzen, setzen auf dieses Modell. Doch wo liegen die Vor- und Nachteile einer Kapitallebensversicherung, und was sollte man vor Vertragsabschluss beachten? Hier erfahren Sie mehr.

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Bereits ein Klassiker: Die Kapitallebensversicherung

Die Kapitallebensversicherung ist eine der beiden Arten einer kapitalbildenden Lebensversicherung. Inhaber einer solchen Versicherung sparen einerseits Geld an und sichern ihrer Familie andererseits die Ausschüttung einer größeren Geldsumme, wenn sie selbst sterben.

Die Kapitallebensversicherung hat häufig eine lange Laufzeit: Im Schnitt decken die Verträge etwa 30 Jahre ab. Wer sich mit dem Gedanken an einen Versicherungsabschluss trägt, sollte vorher also gründlich prüfen, ob die Lebensversicherung auch tatsächlich seine Erwartungen erfüllt.

Merkmale der Kapitallebensversicherung

Da viele Versicherte mit einer Kapitallebensversicherung auch für ihr Alter vorsorgen möchten, ist der Sparertrag der Versicherung besonders interessant. Im sogenannten „Erlebensfall“ erhält der Kunde eine garantierte Versicherungssumme plus erwirtschaftete Überschüsse. Wirklich sicher ist dabei allerdings nur die Versicherungssumme selbst, da Überschüsse nicht garantiert werden können.

Die Kapitallebensversicherung spaltet das eingezahlte Kapital in einen Spar- und einen Kostenanteil auf, wobei nur der Sparanteil angelegt wird. Das übrige Geld wird für den Todesfallschutz sowie zur Tilgung der Kosten des Versicherers (Abschluss, Verwaltung) aufgewendet. Wie hoch der Sparanteil tatsächlich ist, teilen die Versicherer nur selten mit: Zwar muss dem Versicherten seit 2008 der Kostenanteil offengelegt werden, sofern dieser einen Neuvertrag abschließt; eine unbekannte Größe stellt jedoch nach wie vor der Risikoschutz dar. Meist beträgt der Sparanteil insgesamt nur etwa 75 bis 80 Prozent des Eingezahlten.

Dieses Geld investiert die Versicherung in festverzinsliche Wertpapiere und in Aktien bzw. Aktienfonds. Laut Gesetzgeber darf der in Aktien und Fonds investierte Anteil maximal 35 Prozent betragen; allerdings verzichten die meisten Versicherer darauf, diesen Anteil voll auszuschöpfen. Auf seinen Sparanteil erhält der Kunde eine garantierte Mindestverzinsung, die einen Teil der späteren Rendite darstellt.

Zusätzlich können Kunden eine Überschussbeteiligung erhalten, die jedoch nicht garantiert wird. Falls Überschüsse erwirtschaftet werden, werden sie entweder als Beitragsreduktion, verzinsliche Ansammlung oder Erhöhung der Versicherungssumme an die Versicherten weitergegeben. Bei einer Erhöhung der Versicherungssumme käme nur der Begünstigte im Fall des Ablebens des Versicherungsnehmers in den Genuss der Überschüsse, nicht jedoch der Versicherungsnehmer selbst.

In der Ansparphase ist die Kapitallebensversicherung von der Steuer absetzbar, wenn sie vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurde. Die Beiträge für jüngere Verträge dürfen nicht mehr als Sonderausgaben gelten. Für die ab 2005 abgeschlossenen Verträge müssen grundsätzlich Steuern entrichtet werden. Nach dem Halbeinkünfteverfahren unterliegt dann die Hälfte der Kapitalerträge mit dem persönlichen Steuersatz der Besteuerung, sofern einige Kriterien erfüllt sind.

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Vor- und Nachteile der Kapitallebensversicherung

Neben dem Spareffekt soll die Kapitallebensversicherung auch Hinterbliebene versorgen. Der Todesfallschutz geht dabei allerdings zu Lasten der Kapitalgewinnung, da ein Teil des Eingezahlten ausschließlich darauf verwendet wird, den Sterbefall abzusichern. Auch die Verwaltungs- und Vertriebskosten schlagen häufig ordentlich zu Buche, so dass oft nicht mehr als 75 Prozent des eingezahlten Gesamtkapitals zum Sparen verwendet wird. Nur darauf wird die garantierte Mindestverzinsung gewährt – und die liegt mit aktuell 1,75 Prozent sehr niedrig und wird weiter auf 1,25 Prozent sinken.

Der niedrige Zinssatz ist ein weiterer Nachteil: Kunden, die keinen dynamischen Vertrag abschließen, können noch nicht einmal die Inflation ausgleichen. Dieses Problem ist allerdings durch die derzeitige Niedrigzinsphase verursacht und besteht nicht nur bei Kapitallebensversicherungen, sondern auch etwa bei klassischen Riester-Sparverträgen.

Theoretisch lassen sich für den Kunden trotz niedriger Zinsen größere Gewinne erzielen: Falls der Versicherer Überschüsse erwirtschaftet, müssen diese zu 90 Prozent an die Versicherten zurückgegeben werden. Falls die Unternehmen nichts erwirtschaften, müssen sie allerdings auch nichts zurückgeben – Überschussbeteiligungen sind also keine Größe, mit der man fest rechnen kann. Viele Versicherer kalkulieren sie in Beispielrechnungen jedoch gerne ein, um ihren Kunden eine hohe Rentabilität zu suggerieren.

Vorteilig ist die Kapitallebensversicherung allerdings in Sachen Sicherheit: Die Versicherer müssen das meiste Geld in Wertpapiere investieren und können nur mit einem kleinen Teil spekulieren. Im Vergleich zu einer fondsgebundenen Lebensversicherung ist der Sparanteil garantiert. Das investierte Kapital, das die Versicherung zum Sparen verwendet, kann nicht verlorengehen, sondern wird verzinst und kann durch Überschüsse aufgestockt werden. Gleichzeitig ist eine Kapitallebensversicherung gegenüber der fondsgebundenen Variante die weitaus bequemere Lösung. Wer sich für Fonds interessiert, sollte sich am Aktienmarkt auskennen. Versicherte, die eine Kapitallebensversicherung besitzen, benötigen dieses Wissen hingegen nicht.

Worauf muss ich vor dem Abschluss einer Kapitallebensversicherung achten?

Interessierte, die eine Kapitallebensversicherung abschließen möchten, sollten sich ihren Versicherer sehr genau aussuchen, schließlich binden sie sich meist auf Jahrzehnte. Vor Vertragsabschluss zählen nicht nur die Überschüsse, die die Versicherer prognostizieren, sondern zunächst vor allem Versicherungssumme und Höhe der monatlichen oder jährlichen Einzahlung. Da die Versicherer unterschiedlich kalkulieren und so z.B. unterschiedlich hohe Abschluss- und Verwaltungskosten veranschlagen, kann die Versicherungssumme beim einen Versicherer vielleicht schon mit einer geringeren Zahlung erreicht werden als bei anderen.

Die Überschüsse, die die Versichungsunternehmen ausrechnen, sind erst in zweiter Instanz einen Blick wert: Hier sollten potentielle Versicherte jedoch ebenfalls vergleichen. Insbesondere die Renditeentwicklung in der Vergangenheit ist interessant, denn sie ist eine Referenz für das Wirtschaften der Versicherer. Am besten ist es, wenn der Versicherer dem Kunden vor Vertragsabschluss eine Aufstellung über den Versicherungsablauf vorlegt, die Rückkaufwerte und Todesfallleistung beinhaltet.

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