Privat oder gesetzlich: Krankenversicherung für Kinder

GKV oder PKV? Welche Versicherung ist für Kinder sinnvoll?

Ist es sinnvoll, das eigene Kind privat zu versichern? Und in welchen Fällen ist eine private Krankenversicherung für Kinder möglich? Die Zeitschrift „Finanztest“ ist dieser Frage nachgegangen.

Kinder
GKV oder PKV? Welche KV ist für Kinder geeignet?

„Privat versichert“ – das klingt in den Ohren mancher wie Musik. Kein Wunder, genießen Privatpatienten doch immer noch viele Vorteile. Doch ist auch eine private Krankenversicherung für Kinder von Vorteil?

Die Zeitschrift „Finanztest“ der Stiftung Warentest ist in ihrer Ausgabe 10/2014 der Frage nachgegangen, inwieweit Kinder überhaupt gesetzlich bzw. privat versichert werden können und welche Vor- und Nachteile die jeweilige Versicherungsform mit sich bringt.

So kann die kostenfreie Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen, bei der für das Kind kein Extra-Beitrag anfällt, immer dann genutzt werden, wenn beide Eltern gesetzlich krankenversichert sind. Auch wenn ein Elternteil privat versichert ist, greift unter Umständen die familienfreundliche Regelung: Sind die Eltern nicht verheiratet, wird das Kind über den Partner versichert, der in der gesetzlichen Kasse Mitglied ist.

Sind die Eltern dagegen auch vor dem Gesetz ein Paar, muss das Kind kostenpflichtig privat versichert werden, falls der privat versicherte Partner mehr verdient als der gesetzlich versicherte und sein Einkommen zudem über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Eine Alternative liegt dann in einer freiwilligen gesetzlichen Versicherung des Kindes gegen Beitrag. Sollte diese Entscheidung anstehen, empfiehlt „Finanztest“ die Beratung durch eine Verbraucherzentrale oder einen unabhängigen Berater.

Krankenversicherung Kind: Unterschiedliches Leistungsangebot bei PKV und GKV

Aber warum nicht gleich privat versichern? Der Grund dafür liegt in dem unterschiedlichen Leistungsangebot, welches private und gesetzliche Versicherung offerieren: Die Privaten übernehmen beispielsweise nicht alles, was für das Kind notwendig werden kann. Ein Beispiel: Auf die Finanzierung einer Kindkur warten Eltern mitunter vergeblich. Auch Lohnersatz gibt es im Fall einer Erkrankung des Kindes für die betreuenden Eltern nicht.

Die gesetzlichen Kassen hingegen sehen hier Maßnahmen vor. Andererseits bieten auch private Krankenversicherungen für Kinder attraktive Aspekte: So leistet die private Versicherung teils eher, wenn beispielsweise kieferorthopädische Maßnahmen bezahlt werden müssen. Unter Umständen kosten beide Versicherungen – freiwillig gesetzliche und private – sogar etwa gleich viel. Wer darüber nachdenkt, eine private Krankenversicherung für Kinder abzuschließen, sollte in jedem Fall die gebotenen Leistungen unter die Lupe nehmen, bevor er sein Kind versichern lässt. In aller Regel entsprechen sie den Leistungen, auf die der privat versicherte Elternteil Anspruch hat. Sind diese umfassender als die der gesetzlichen Kassen, ist die private Lösung vielleicht die bessere.

Private Krankenversicherung für Kinder: Gesundheitsprüfung

Wenn beide Elternteile privat versichert sind, können sie das Kind ausschließlich privat versichern. Dabei kann der Vertrag entweder bei dem Versicherer eines Elternteils oder bei einem anderen privaten Versicherungsunternehmen geschlossen werden. Hier gilt allerdings: Eltern, die einen Fremdversicherer oder einen höherwertigen Versicherungsschutz aussuchen, müssen ihr Kind einer Gesundheitsprüfung unterziehen lassen.

Lassen sie ihr Kind dagegen innerhalb der ersten zwei Lebensmonate bei einem ihrer Versicherer aufnehmen, entfällt die Risikoprüfung. Der Versicherer darf dann auch ein behindertes Kind nicht ablehnen.

Gesetzlich versicherte Eltern haben übrigens ebenfalls die Möglichkeit, ihr Kind privat abzusichern: Bei einigen Versicherern kann der Sprößling bereits ab Geburt Mitglied werden. Es fällt jedoch die übliche Gesundheitsprüfung an.

Familienversicherung ist die kostengünstigere Variante

Für die meisten Eltern, die Anspruch auf eine Familienversicherung haben, dürfte diese allerdings die interessantere Variante sein – vor allem, da sie keine zusätzlichen Kosten hinsichtlich der Krankenversicherung für Kinder zeitigt. Grundsätzlich besteht die Familienversicherung bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Verdient das Kind darüber hinaus noch kein eigenes Geld, ist eine Weiterführung der beitragsfreien Mitversicherung bis zum vollendeten 23. Lebensjahr möglich; auch bis zum vollendeten 25. Lebensjahr, wenn der Nachwuchs sich noch in der Ausbildung befindet.

Hat das Kind ein freiwilliges soziales Jahr oder Wehrdienst absolviert, verlängert sich der Schutz der Familienversicherung um diese Zeit, maximal aber um ein Jahr. Verdient das Kind allerdings bereits Geld, und überschreitet sein Gesamteinkommen monatlich eine Summe von 395 Euro (bei Minijob: 450 Euro), verliert es den Vorteil der Familienversicherung auch schon vor dem 18. Geburtstag. Ist das Kind dann nicht durch ein Arbeitsverhältnis pflichtversichert, kann es sich wiederum entweder freiwillig gesetzlich oder privat versichern.

Kassenmitglieder können mit Zusatzversicherungen aufbessern

Familien, die lieber bei der gesetzlichen Kasse versichert bleiben, sich aber bessere Leistungen wünschen, können mit Krankenzusatzversicherungen aufrüsten: Diese werden dann unabhängig von dem bereits bestehenden gesetzlichen Versicherungsschutz mit einem Privatversicherer geschlossen und beugen möglichen Leistungslücken vor. Dabei müssen sie nicht teuer sein: Leistungsstarke Zahnzusatzversicherungen gibt es schon für wenig Geld.

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