Verdienstausfallversicherung

Verdienstausfallversicherung: Überblick und Vergleich

Was passiert, wenn Sie durch eine Krankheit oder einen Unfall für längere Zeit außer Gefecht gesetzt werden? Wie können Sie den eintretenden Verdienstausfall kompensieren? Eine Verdienstausfallversicherung schützt Sie vor finanziellen Problemen.

Nur wenige von uns können es sich leisten nur aus Spaß arbeiten zu gehen. Die allermeisten sind auf den monatlichen Verdienst angewiesen, um über die Runden kommen zu können. Das Haus muss abbezahlt werden, der PKW unterhalten, die Mitgliedsbeiträge für die Vereinsmitgliedschaften der Kinder aufgebracht werden und und und.

An dieser Stelle fragt leider niemand danach, ob man in der Lage ist das zu leisten und warum gerade nicht. Fällt man als Arbeitnehmer wegen einer Krankheit länger aus, muss der Arbeitgeber zunächst für bis zu sechs Wochen den Lohn weiterzahlen, danach bekommt man nur noch Krankengeld von der Krankenkasse. Das Krankengeld ist dabei deutlich geringer als der letzte Lohn!

Ist man selbstständig hat man im Gegensatz zu Arbeitnehmern die Möglichkeit sich ohne Krankengeldanspruch zu versichern, was zu günstigeren Beiträgen führt, aber auch dazu, dass man schon zu Beginn der Arbeitsunfähigkeit keine finanzielle Absicherung mehr hat.

Daher sollte man eine Verdienstausfallversicherung haben, die für den Fall einer längeren Arbeitsunfähigkeit leistet. Die Verdienstausfallversicherung für Arbeitnehmer und Selbständige ist die Krankentagegeldversicherung. Was sie leistet und kostet, wer eine braucht und welche Risiken davon abgedeckt werden, können Sie im Folgenden lesen.

Für wen ist die Verdienstausfallversicherung geeignet?

Zunächst kann man schlicht festhalten, dass alle Menschen für den Verdienstausfall vorsorgen sollten. Einige Gruppen werden allerdings von einem Verdienstausfall härter getroffen als andere. Während Arbeitnehmer häufig erst bei Krankengeldbezug eine größere Versorgungslücke zu beklagen haben, sind Selbstständige und Freiberufler schon ab Tag 1 mit finanziellen Problemen konfrontiert. Hier gilt: Wer nicht arbeitet, verdient nichts. Daher ist für sie eine Verdienstausfallversicherung noch ungleich wichtiger als für Arbeitnehmer.

Aber auch die sollten das Verdienstausfall-Risiko nicht unterschätzen. Viele können mit dem Krankengeldbezug die monatlich anfallenden Kosten nicht mehr decken! Während gesetzlich Versicherte regelmäßig Anspruch auf Krankengeld haben, müssen Privatpatienten dieses Risiko mit einer Zusatzversicherung extra abdecken. Auch sie brauchen also dringend eine Verdienstausfallversicherung. Gewerbetreibende müssen nicht nur private Kosten weiterzahlen, sondern auch die laufenden Betriebskosten. Hier auf eine gewerbliche Verdienstausfallversicherung zu verzichten, ist grob fahrlässig und gefährdet auch die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer.

Wann und wieviel leistet die Verdienstausfallversicherung?

Die Verdienstausfallversicherung für Privatpersonen wird in Form eines Krankentagegelds gewährt. Arbeitnehmer legen in der Regel fest, dass das Krankentagegeld erst ab dem Tag gezahlt wird, ab dem der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung einstellt. Die Höhe des Tagegelds kann man in der Regel selbst festlegen, allerdings beschränken die meisten Versicherer die Höhe auf den letzten Nettolohn.

Dieser berechnet sich aus den Durchschnittswerten des letzten Jahres. Selbstständige und Freiberufler können eine Verdienstausfallversicherung bereits ab dem ersten bzw. vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit in Anspruch nehmen, wenn sie das vorher im Versicherungsvertrag so festgelegt haben. Eine zeitliche Begrenzung der Zahlung gibt es bei den meisten Versicherern nicht.

Die Arbeitsunfähigkeit ist aber ein vorübergehender Zustand. Wenn daraus eine Berufsunfähigkeit auf Dauer wird, dann brauchen Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Das Krankentagegeld ist im Gegensatz zum Krankengeld der Krankenkassen steuerlich komplett unschädlich. Es ist wie das Krankengeld steuerfrei und unterliegt zudem nicht dem Progressionsvorbehalt.

Wichtige Tipps zur Verdienstausfallversicherung

Anbieter von Verdienstausfallversicherungen im Test

Die Verbraucherschützer von Stiftung Warentetest / Finanztest haben in der Juni-Ausgabe 2018 die Anbieter von Verdienstausfallversicherungen unter die Lupe genommen und 70 Krankentagegeld-Tarife getestet.

Stiftung Warentest hat die Tarife anhand drei verschiedener Modellkunden geprüft. Die erste fiktive Kundin ist eine freiwillig gesetzlich versicherte Arbeitnehmerin mit einem monatlichen Einkommen weit über der Beitragsbemessungsgrenze. Bei ihr entsteht eine Versorgungslücke von 1252 Euro, die sie mit einem Krankentagegeld von 40 Euro schließen möchte.

Das beste Angebot für ein Krankentagegeld in dieser Höhe ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit hat die Deutsche Familienversicherung. Mit der Note „gut“ (1,7) kann sie sich im Tarif DFV-KG/40 knapp vor die Huk-Coburg mit dem Tarif KT6/40 setzen, die mit Note „gut“ (1,8) ebenfalls empfehlenswert ist und bei der Betrachtung des Preis-Leistungsverhältnis sogar etwas besser abschnitt.

Dafür konnte die Familienversicherung aber mit besseren Leistungen während stationärer Reha, im Bereich Schwangerschaft und Mutterschutz, bei der Anzeigefrist für Arbeitsunfähigkeit und noch in weiteren Punkten überzeugen.

Den beiden Spitzenreitern folgen die Pax-Familienfürsorge, die Bayerische Beamten Krankenkenkasse und die Hallesche.

Modellkunde 2 ist ein Freiberufler mit ebenfalls hohem Einkommen, der sich bereits ab dem 29. Tag der Arbeitsunfähigkeit Schutz wünscht und ein Krankentagegeld von 120 Euro wählt.

Anspruch auf das gesetzliche Krankentagegeld har er nicht. Für diesen Kunden konnte die Bayerische Krankenkasse mit dem Tarif TAF229/120 am meisten überzeugen. Sie erhielt als einziger Versicherer im Test die Note „sehr gut“ (1,4). Es folgten die Inter mit Note „gut“ (1,7), Provinzial Hannover mit Note „gut“ (2,2) und LVM mit „gut“ (2,5).

Beim letzten Modellkunden geht es um einen ebenfalls freiwillig gesetzlich Versicherten Selbständigen mit hohem Einkommen, der sich ein aufstockendes Krankentagegeld von 20 Euro ab Tag 15 der Arbeitsunfähigkeit wünscht. Das beste Angebot für ihn hat die Huk-Coburg mit Tarif KT2/20 und der Note „gut“ (1,9). Sie punktet auch in diesem Fall wieder vor allem mit dem Preis-Leistungsverhältnis bei dieser Tagegeldhöhe. Den zweiten Platz belegen Alte Oldenburger mit Tarif KTS2/20 und die Pax-Familienfürsorge mit T15/20. Beide erhalten die Note „gut“ (2,2), haben ein ähnliches Preis-Leistungsverhältnis und unterscheiden sich vor allem in weiteren Vertragsbedingungen. Ebenfalls „gut“ (2,3) bewertet wurde die Provinzial Hannover.

Wie Sie sehen, kommt es bei der Beurteilung der Qualität verschiedener Tarife nicht nur auf den Versicherer und den jeweiligen Tarif, sondern auch auf die gewünschte Höhe des Tagegelds und die sonstigen Anforderungen an.

Den richtigen Anbieter finden: Der Krankentagegeld Test 2018 hat gezeigt, dass der richtige Anbieter nicht pauschal benannt werden kann, sondern abhängig von den jeweiligen Ansprüchen des Versicherungsnehmers zu ermitteln ist. Wer sich also einen Krankentagegeld Anbieter wünscht, der das wirklich beste Preis-Leistungsverhältnis für die eigenen Bedürfnisse bietet, der braucht einen Tarif, der genau auf diese Anforderungen zugeschnitten ist. Mit unserem kostenlosen und unverbindlichen Vergleich der Krankentagegeldversicherungen bekommen Sie schnell und einfach einen Überblick, welche Tarife für Sie die besten sind.

Verdienstausfallversicherung: Besonders wichtig für Selbständige

Wer selbständig ist muss sich Gedanken machen, ob er die sechs Wochen bis zur Zahlung des gesetzlichen Krankengeldes, sofern überhaupt vereinbart, überbrücken kann.

Mit einer Verdienstausfallversicherung kann auch ein früherer Auszahlungsbeginn vereinbart werden. Wer sich nicht bei einem privaten Anbieter versichern kann oder will, kann bei den gesetzlichen Kassen auch Wahltarife abschließen. Diese werden ohne Gesundheitsprüfung angeboten, womit sich auch Personen mit Vorerkrankungen versichern können.

Allerdings gibt es hier oft ein Höchstalter für den Abschluss. Dabei zu beachten und bedenken ist, dass der Abschluss eines Wahltarifs zu einer dreijährigen Bindung an den Tarif und auch an die Kasse führt, denn durch den Abschluss des Wahltarifs kann ein Kassenwechsel erst nach Ablauf der drei Jahre erfolgen.

Zudem kann die Kasse den Tarif ganz einstellen oder verändern. Den Wahltarif kann man nur in Verbindung mit dem Ja zum gesetzlichen Krankengeld abschließen. Selbständige können auf ein Krankentagegeld nicht verzichten. Die Frage ist daher nur, ob eine private Krankentagegeldversicherung besser ist als das gesetzliche Krankentagegeld. Das hängt oftmals maßgeblich vom Einkommen ab.

Verdienstausfallversicherung: Beitragshöhe

Die Beitragshöhe einer Verdienstausfallversicherung bestimmt sich durch ganz verschiedene Faktoren. Für die Berechnung spielt es eine Rolle, wie hoch das Krankentagegeld ist, dass im Fall der Arbeitsunfähigkeit gezahlt werden soll. Außerdem ist die Karenzzeit, also die Zeit bis zur erstmaligen Auszahlung der Leistung, entscheidend.

Für die Versicherer spielt es außerdem eine große Rolle, wie alt Sie beim Abschluss einer Verdienstausfallversicherung sind und welche Vorerkrankungen bereits bestehen. Es gibt auch Anbieter, die auf eine Gesundheitsprüfung verzichten, was aber meist auch negative Auswirkungen auf die Beitragshöhe der Verdienstausfallversicherung hat. Der sicherlich entscheidendste Kostenfaktor ist die Wahl des Anbieters. Leistungen und Preise der Versicherer variieren ganz immens und ein Vergleich der Verdienstausfallversicherungen ist in jedem Fall zu empfehlen.

Verdienstausfallversicherungen im Vergleich

Um Ihnen die Suche nach einer guten und günstigen Verdienstausfallversicherung zu erleichtern, bieten wir Ihnen einen unverbindlichen Versicherungsvergleich an. Der Vergleich ist eine kostenfreie Serviceleistung.

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Verdienstausfallversicherungen für Gewerbebetriebe und Praxen

Fällt nicht nur die eigene Arbeitskraft weg, sondern steht ein ganzer Betrieb still, spitzt sich die Lage nochmals zu. Der Verdienstausfall, der dann zu beklagen ist, ist deutlich höher und es hängen häufig viel mehr Menschen finanziell in der Luft. Besonders in Arztpraxen ist alles auf einen Einzelnen konzentriert. Fällt der behandelnde Arzt längere Zeit aus, haben auch die Arzthelfer und -helferinnen nichts mehr zu tun. Mieten, Zinsen, Steuern, Versicherungen und Löhne laufen aber natürlich weiter. So fehlt nicht nur das monatliche Einkommen, sondern es entstehen schnell zusätzliche Kosten, die sich summieren. Eine Praxisausfallversicherung ist die richtige Vorsorge, um den Verdienstausfall zu kompensieren und das Überleben der Praxis zu sichern.

Mittlere und größere Gewerbebetriebe stehen hingegen selten still, nur weil der Chef fehlt. Hier führen ganz andere Faktoren zu Verdienstausfällen. Dies kann zum Beispiel ein Brand sein oder eine Überschwemmung. Für diesen Fall kann man mit einer Ertragsausfallversicherung die entgangenen Erträge und die anfallenden Fixkosten absichern. Bei Forderungsausfällen aufgrund der Insolvenz eines Geschäftspartner ist die Forderungsausfallversicherung die richtige Wahl. Gewerbliche Vermieter haben hingegen häufig Probleme mit Mietausfällen. Hier kann eine Mietausfallversicherung die Lösung sein.

In aller Kürze: Verdienstausfallversicherung
  • Die Verdienstausfallversicherung bezahlt Ihnen bei einem krankheitsbedingten Verdienstausfall täglich, einen von Ihnen bestimmten Betrag.
  • Bereicherungsverbot: Die Höhe des Tagegelds, das Sie im Leistungsfall von der Versicherung erhalten, ist nach oben gedeckelt. Die Summe aus dem Tagegeld der Verdienstausfallversicherung, Krankengeld und weiteren Krankentagegeldern darf das durchschnittliche Nettoeinkommen nicht überschreiten.
  • Wer kein Krankengeld von der Krankenkasse (GKV) bekommt, das sind vor allem freiberuflich Tätige, Selbständige und Privatversicherte, benötigt auf jeden Fall eine Verdienstaufallversicherung.
  • Auch Arbeitnehmer, die gesetzliches Krankengeld bekommen, müssen prüfen, ob es ausreicht, um auch bei einer langwierigen Krankheit den Lebensunterhalt zu bestreiten.
  • Vor allem bei Gutverdienern liegt das Krankengeld der Krankenkasse deutlich unter dem Nettoeinkommen – hier kann es zu einer erheblichen Einkommenslücke kommen.