Verdienstausfallversicherung

Verdienstausfallversicherung: Überblick und Vergleich

Was passiert, wenn Sie durch eine Krankheit oder einen Unfall für längere Zeit außer Gefecht gesetzt werden? Aktuell sorgt das Coronavirus für ein neues Ausfallrisiko und rückt die Verdienstausfallversicherung ins Rampenlicht. Wie können Sie den eintretenden Verdienstausfall kompensieren? Eine Verdienstausfallversicherung schützt Sie vor finanziellen Problemen.

Einführung in die Verdienstausfallversicherung

Verdienstausfallversicherung

Nur wenige von uns können es sich leisten nur aus Spaß arbeiten zu gehen. Die allermeisten sind auf den monatlichen Verdienst angewiesen, um über die Runden kommen zu können. Das Haus muss abbezahlt werden, der PKW unterhalten, die Mitgliedsbeiträge für die Vereinsmitgliedschaften der Kinder aufgebracht werden und und und.

An dieser Stelle fragt leider niemand danach, ob man in der Lage ist das zu leisten und warum gerade nicht. Fällt man als Arbeitnehmer wegen einer Krankheit länger aus, muss der Arbeitgeber zunächst für bis zu sechs Wochen den Lohn weiterzahlen, danach bekommt man nur noch Krankengeld von der Krankenkasse. Das Krankengeld ist dabei deutlich geringer als der letzte Lohn!

Ist man selbstständig hat man im Gegensatz zu Arbeitnehmern die Möglichkeit sich ohne Krankengeldanspruch zu versichern, was zu günstigeren Beiträgen führt, aber auch dazu, dass man schon zu Beginn der Arbeitsunfähigkeit keine finanzielle Absicherung mehr hat.

Daher sollte man eine Verdienstausfallversicherung haben, die für den Fall einer längeren Arbeitsunfähigkeit leistet. Die Verdienstausfallversicherung für Arbeitnehmer und Selbständige ist die Krankentagegeldversicherung.

Was sie leistet und kostet, wer eine braucht und welche Risiken davon abgedeckt werden, können Sie im Folgenden lesen.

Was ist eine Verdienstausfallversicherung?

Die Verdienstausfallversicherung ist auch unter dem Namen Krankentagegeldversicherung bekannt. Sie ist besonders wichtig für Selbständige, die kein Krankengeld vereinbart haben, aber auch für Arbeitnehmer und freiwillig versicherte Selbständige, die das gesetzliche Krankengeld aufstocken möchten. Vor dem Abschluss sollten Sie verschiedene Tarife vergleichen.

Welches Ausfallgeld sollte ich versichern?

Wichtig ist es, die Einkommenslücke möglichst zu schließen. Das Verdienstausfallgeld und andere Krankengelder dürfen zusammen höchstens so viel wie das bisherige Nettoeinkommen betragen. Bei Arbeitnehmern beträgt das Krankengeld 70 Prozent des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 Prozent des letzten Jahresnettos, bei Selbständigen 70 Prozent des letzten Arbeitseinkommens.

Gibt es bei der Verdienstausfallversicherung Gesundheitsfragen?

Normalerweise stellen die Versicherer Gesundheitsfragen, bevor sie Sie versichern. Versicherer, die keine Gesundheitsprüfung durchführen, arbeiten häufig mit Ausschlüssen. Mitunter bieten die Versicherer auch vereinfachte Gesundheitsprüfungen im Rahmen von Sonderaktionen an.

Für wen ist die Verdienstausfallversicherung geeignet?

Zunächst kann man schlicht festhalten, dass alle Menschen für den Verdienstausfall vorsorgen sollten. Einige Gruppen werden allerdings von einem Verdienstausfall härter getroffen als andere. Während Arbeitnehmer häufig erst bei Krankengeldbezug eine größere Versorgungslücke zu beklagen haben, sind Selbstständige und Freiberufler schon ab Tag 1 mit finanziellen Problemen konfrontiert. Hier gilt: Wer nicht arbeitet, verdient nichts. Daher ist für sie eine Verdienstausfallversicherung noch ungleich wichtiger als für Arbeitnehmer.

Aber auch die sollten das Verdienstausfall-Risiko nicht unterschätzen. Viele können mit dem Krankengeldbezug die monatlich anfallenden Kosten nicht mehr decken! Während gesetzlich Versicherte regelmäßig Anspruch auf Krankengeld haben, müssen Privatpatienten dieses Risiko mit einer Zusatzversicherung extra abdecken.

Auch sie brauchen also dringend eine Verdienstausfallversicherung. Gewerbetreibende müssen nicht nur private Kosten weiterzahlen, sondern auch die laufenden Betriebskosten. Hier auf eine gewerbliche Verdienstausfallversicherung zu verzichten, ist grob fahrlässig und gefährdet auch die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer.

Wann und wieviel leistet die Verdienstausfallversicherung?

Die Verdienstausfallversicherung für Privatpersonen wird in Form eines Krankentagegelds gewährt. Arbeitnehmer legen in der Regel fest, dass das Krankentagegeld erst ab dem Tag gezahlt wird, ab dem der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung einstellt. Die Höhe des Tagegelds kann man in der Regel selbst festlegen, allerdings beschränken die meisten Versicherer die Höhe auf den letzten Nettolohn.

Dieser berechnet sich aus den Durchschnittswerten des letzten Jahres. Selbstständige und Freiberufler können eine Verdienstausfallversicherung bereits ab dem ersten bzw. vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit in Anspruch nehmen, wenn sie das vorher im Versicherungsvertrag so festgelegt haben. Eine zeitliche Begrenzung der Zahlung gibt es bei den meisten Versicherern nicht.

Die Arbeitsunfähigkeit ist aber ein vorübergehender Zustand. Wenn daraus eine Berufsunfähigkeit auf Dauer wird, dann brauchen Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Das Krankentagegeld ist im Gegensatz zum Krankengeld der Krankenkassen steuerlich komplett unschädlich. Es ist wie das Krankengeld steuerfrei und unterliegt zudem nicht dem Progressionsvorbehalt.

Wichtige Tipps zur Verdienstausfallversicherung

Tipps zur Verdienstausfallversicherung

Verdienstausfallversicherungen für Gewerbebetriebe und Praxen

Fällt nicht nur die eigene Arbeitskraft weg, sondern steht ein ganzer Betrieb still, spitzt sich die Lage nochmals zu. Der Verdienstausfall, der dann zu beklagen ist, ist deutlich höher und es hängen häufig viel mehr Menschen finanziell in der Luft. Besonders in Arztpraxen ist alles auf einen Einzelnen konzentriert.

Fällt der behandelnde Arzt längere Zeit aus, haben auch die Arzthelfer und -helferinnen nichts mehr zu tun. Mieten, Zinsen, Steuern, Versicherungen und Löhne laufen aber natürlich weiter. So fehlt nicht nur das monatliche Einkommen, sondern es entstehen schnell zusätzliche Kosten, die sich summieren. Eine Praxisausfallversicherung ist die richtige Vorsorge, um den Verdienstausfall zu kompensieren und das Überleben der Praxis zu sichern.

Mittlere und größere Gewerbebetriebe stehen hingegen selten still, nur weil der Chef fehlt. Hier führen ganz andere Faktoren zu Verdienstausfällen. Dies kann zum Beispiel ein Brand sein oder eine Überschwemmung.

Für diesen Fall kann man mit einer Ertragsausfallversicherung die entgangenen Erträge und die anfallenden Fixkosten absichern. Bei Forderungsausfällen aufgrund der Insolvenz eines Geschäftspartner ist die Forderungsausfallversicherung die richtige Wahl. Gewerbliche Vermieter haben hingegen häufig Probleme mit Mietausfällen. Hier kann eine Mietausfallversicherung die Lösung sein.

Verdienstausfallversicherung: Besonders wichtig für Selbständige

Wer selbständig ist muss sich Gedanken machen, ob er die sechs Wochen bis zur Zahlung des gesetzlichen Krankengeldes, sofern überhaupt vereinbart, überbrücken kann.

Mit einer Verdienstausfallversicherung kann auch ein früherer Auszahlungsbeginn vereinbart werden. Wer sich nicht bei einem privaten Anbieter versichern kann oder will, kann bei den gesetzlichen Kassen auch Wahltarife abschließen. Diese werden ohne Gesundheitsprüfung angeboten, womit sich auch Personen mit Vorerkrankungen versichern können.

Allerdings gibt es hier oft ein Höchstalter für den Abschluss. Dabei zu beachten und bedenken ist, dass der Abschluss eines Wahltarifs zu einer dreijährigen Bindung an den Tarif und auch an die Kasse führt, denn durch den Abschluss des Wahltarifs kann ein Kassenwechsel erst nach Ablauf der drei Jahre erfolgen.

Zudem kann die Kasse den Tarif ganz einstellen oder verändern. Den Wahltarif kann man nur in Verbindung mit dem Ja zum gesetzlichen Krankengeld abschließen. Selbständige können auf ein Krankentagegeld nicht verzichten. Die Frage ist daher nur, ob eine private Krankentagegeldversicherung besser ist als das gesetzliche Krankentagegeld. Das hängt oftmals maßgeblich vom Einkommen ab.

Kosten: Was kostet eine Verdienstausfallversicherung?

Die Beitragshöhe einer Verdienstausfallversicherung bestimmt sich durch ganz verschiedene Faktoren. Für die Berechnung spielt es eine Rolle, wie hoch das Krankentagegeld ist, dass im Fall der Arbeitsunfähigkeit gezahlt werden soll. Außerdem ist die Karenzzeit, also die Zeit bis zur erstmaligen Auszahlung der Leistung, entscheidend.

Für die Versicherer spielt es außerdem eine große Rolle, wie alt Sie beim Abschluss einer Verdienstausfallversicherung sind und welche Vorerkrankungen bereits bestehen.

Zusammenfassung: Wie hoch die Beiträge für die Verdienstausfallversicherung sein werden, hängt von diesen Faktoren ab:

  • Höhe Krankentagegeld / Ausfallgeld
  • Alter
  • Gesundheitszustand
  • Karenzzeit bis zur Auszahlung

Es gibt auch Anbieter, die auf eine Gesundheitsprüfung verzichten, was aber meist auch negative Auswirkungen auf die Beitragshöhe der Verdienstausfallversicherung hat.

Nicht zu unterschätzender Kostenfaktor

Wie viel Sie für die Verdienstausfallversicherung zahlen, hängt nicht nur von den obigen Kostenfaktoren (Alter, Gesundheitszustand, Karenzzeit etc.) ab, sondern ganz entscheidend auch von der Wahl des Versicherers.

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Verdienstausfallversicherung Zusammenfassung

  • Die Verdienstausfallversicherung bezahlt Ihnen bei einem krankheitsbedingten Verdienstausfall täglich, einen von Ihnen bestimmten Betrag.
  • Bereicherungsverbot: Die Höhe des Tagegelds, das Sie im Leistungsfall von der Versicherung erhalten, ist nach oben gedeckelt. Die Summe aus dem Tagegeld der Verdienstausfallversicherung, Krankengeld und weiteren Krankentagegeldern darf das durchschnittliche Nettoeinkommen nicht überschreiten.
  • Wer kein Krankengeld von der Krankenkasse (GKV) bekommt, das sind vor allem freiberuflich Tätige, Selbständige und Privatversicherte, benötigt auf jeden Fall eine Verdienstaufallversicherung.
  • Auch Arbeitnehmer, die gesetzliches Krankengeld bekommen, müssen prüfen, ob es ausreicht, um auch bei einer langwierigen Krankheit den Lebensunterhalt zu bestreiten.
  • Vor allem bei Gutverdienern liegt das Krankengeld der Krankenkasse deutlich unter dem Nettoeinkommen – hier kann es zu einer erheblichen Einkommenslücke kommen.