Private Rentenversicherung Steuern

Besteuerung der privaten Rentenversicherung

Wer einen Vertrag über eine private Rente abgeschlossen hat, kann am Ende der Laufzeit entscheiden, ob er eine Kapitalauszahlung oder die Ausschüttung einer monatlichen Rente wünscht. Bei fondsgebundenen Policen ist auch eine Übertragung der Fondsanteile in ein eigenes Depot möglich. Doch wie werden Auszahlung und Übertragung eigentlich steuerlich behandelt?

Rentenversicherung Steuer: Wie wird die private Rente besteuert?
Wie wird die private
Rentenversicherung besteuert?

Einzahlungen in die klassische private Rentenversicherung tragen im Alter Früchte. Dann kann sich der Rentner entscheiden, ob er das Angesparte als Einmalzahlung oder als monatliche Rente erhalten möchte. Wer die Kapitalauszahlung wählt, kann eine größere Geldsumme in Empfang nehmen und nach seinem Gutdünken verwenden.

Wer die Rente wählt, hat die Gewissheit, dass er monatlich je nach Spareinlage einen kleinen oder größeren Betrag zur Verfügung hat – zusätzlich zu seiner sonstigen Altersvorsorge und lebenslang.

Egal, wofür sich der Sparer entscheidet, eines ist gewiss: Der Betrag, der ausgeschüttet wird, wird in jedem Falle besteuert. Doch nach welcher Formel greift der Fiskus hier zu?

Rentenversicherung Vergleich

Rendite oder Sicherheit? Vergleichen Sie jetzt die Anbieter privater
Rentenversicherungen. Der Vergleich ist ein kostenfreier Service.

Rentenversicherung Vergleich

Rentenversicherung Vergleich

Unterschiedliche Steuerregeln bei Kapitalauszahlung und Monatsrente

Für Kapitalauszahlung und monatliche Rente gelten unterschiedliche Regelungen: Wird die Kapitalauszahlung gewählt, kann sie sogar unversteuert bleiben, falls der Vertrag vor 2005 abgeschlossen wurde, eine Laufzeit von zwölf Jahren oder mehr besessen hat und mindestens fünf Jahre lang Beiträge gezahlt worden sind. Ansonsten wird zunächst die Differenz zwischen den Einlagen und der ausgezahlten Summe ermittelt. Es wird also der Gewinn aus der Versicherung besteuert. Auch hier ist eine Laufzeit von mindestens zwölf Jahren wichtig, denn dann kann der zu versteuernde Gewinnbetrag noch einmal halbiert werden.

Voraussetzung ist jedoch, dass der Versicherte bei Versicherungsende ein gewisses Alter erreicht hat. Bei Verträgen, die vor 2012 abgeschlossen wurden, muss er mindestens das 60. Lebensjahr vollendet haben; spätere Verträge sehen die Vollendung des 62. Lebensjahres vor, damit nur die Hälfte des Gewinns besteuert wird. Der zu versteuernde Betrag wird dann nach dem persönlichen Steuersatz des Rentners besteuert. Erfüllt der Vertrag die genannten Kriterien nicht, werden auf den gesamten Ertrag 25 Prozent Abgeltungssteuer fällig.

Monatsrente: Ältere Privatrentner zahlen weniger Steuern

Auch die private Monatsrente wird versteuert. Hierbei achtet der Gesetzgeber jedoch nicht auf den Ertragsanteil, sondern legt den steuerpflichtigen Anteil an der ausgezahlten Rente einfach fest. Wie hoch der Steueranteil ausfällt, hängt vom jeweiligen Alter bei Rentenbeginn ab. Mit zunehmendem Alter sinkt er aber, so dass ältere Rentner von dieser Regelung profitieren.

Wer beispielsweise schon mit 60 seine Rente bezieht, muss einen Anteil von 22 Prozent der Rente versteuern; wer erst mit 65 Jahren in Rente geht, muss nur noch 18 Prozent davon versteuern. Der individuelle Steuersatz bleibt für die Dauer des Rentenbezuges allerdings immer gleich. Der steuerpflichtige Anteil der Privatrente wird wiederum nach dem persönlichen Steuersatz des Rentners besteuert. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, wie sie von der gesetzlichen Rente entrichtet werden müssen, fallen auf eine private Rente nicht an.

Was bei fondsgebundenen Renten zu beachten ist

Diese Regelungen gelten nicht nur für die „klassische“ private Rente, sondern auch für fondsgebundene Verträge. Der Versicherte muss selbst dann Steuern zahlen, wenn seine Fonds nur wenig Gewinn erwirtschaftet haben. Abgeltungssteuer wird jedoch üblicherweise nicht fällig, wenn Rentenzahlung gewählt wird oder wenn der Vertrag bei Kapitalauszahlung die Kriterien hinsichtlich Laufzeit und Alter bei Rentenbeginn erfüllt. Neben Kapitalauszahlung und Rentenzahlung besteht bei der fondsgebundenen Rente jedoch meist auch die Möglichkeit, sich die Fondsanteile bei Rentenbeginn in ein eigenes Wertpapierdepot übertragen zu lassen.

Dies ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn die Anteile bei Versicherungsende gerade an Wert verloren haben, sich in absehbarer Zeit aber wieder erholen könnten. Steuerlich ist hier zu beachten, dass zum Zeitpunkt der Übertragung alle Kursgewinne und Erträge nach der Abgeltungssteuer besteuert werden. Das Finanzamt wertet die Übernahme der Fondsanteile nämlich als Verkauf. Auch wenn der Wert der Fonds bei Vertragsende geringer ist als der Gesamtwert der eingezahlten Prämien, kann es sinnvoll sein, die Anteile zu übernehmen; in diesem Fall muss jedoch keine Steuer gezahlt werden.

Weitere Informationen zur Lebens- und Rentenversicherung

Rückläufige Abschlusszahlen trotz guter Riester Rendite Riester Rendite: Vergleichen lohnt sich!

Im ersten Quartal des Jahres 2013 verzeichnete das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erstmals einen Rückgang abgeschlossener Riester- Verträge. Schuld daran ist auch die aktuelle Niedrigzinsphase. Dabei ist die Riester Rendite gar nicht so schlecht. Weiterlesen