PKV Tarifwechsel

Beitragsersparnis in der PKV durch Tarifwechsel

Die PKV Beiträge können von den Versicherern jährlich angepasst werden. Einen zu teuer gewordenen Tarif muss man als Versicherungsnehmer jedoch nicht in Kauf nehmen. Ein einfacher PKV Tarifwechsel beim eigenen Anbieter kann die Beitragslast reduzieren.

Sparschwein
PKV Beitragsersparnis durch Tarifwechsel

Jeder privat Versicherte hat unabhängig von seinem Alter ein Recht auf Tarifwechsel innerhalb der eigenen Versicherung, sofern beide Tarife einen gleichartigen Versicherungsschutz bieten. Dazu müssen sie die gleichen Leistungsbereiche beinhalten.

Mit einem Wechsel bleiben sowohl Altersrückstellungen, die mit einem Teil der Kundenbeiträge gebildet wurden, als auch alle anderen zeitweilig erworbenen Rechte des Kunden bestehen.

In den herkömmlichen Bisex-Tarifen zahlen Frauen meist mehr als Männer. Diese Ungleichheit sollte mit der Einführung der Unisex Tarife Anfang 2013 aufgehoben werden. Bei einem Wechsel von einem Bisex- in einen Unisex-Tarif kann letzterer jedoch teurer ausfallen. Meist ist trotz einem niedrigeren Monatsbeitrag im Unisex-Tarif nämlich ein hoher jährlicher Selbstbehalt inbegriffen.

Stiftung Warentest hat in ihrem finanztest 3/2013 die Ursache für diese Entwicklung beim Abschluss von Neuverträgen erläutert: Die Versicherer haben eine ganz andere Beitragskalkulation für Unisex-Tarife vorgenommen. Der bisherige Rechnungszins von 3,5 Prozent, der zur Verzinsung des Sparanteils der Beiträge (Alterungsrückstellung) dient, wurde auf 2,75 Prozent gesenkt. Alterungsrückstellungen dienen der Deckung von höheren Ausgaben im Alter und dem Ausgleich steigender Beiträge. In Neuverträgen zahlen Kunden dank der Zinssenkung nun höhere Beiträge –  laut Branche zwischen 6 und 8 Prozent mehr monatlich.

Finanztest zeigt die Beitragsentwicklung anhand des Beispiels einer 51-jährigen Ärztin, die in ihrem alten Bisex-Tarif der Allianz auf monatliche Beitragskosten von knapp 500 Euro ohne Selbstbeteiligung kam. In einem neuen Unisex-Kompakttarif würde sie zwar nur 473 Euro Monatsbeitrag zahlen, dafür ist aber ein jährlicher Selbstbehalt von 800 Euro im Tarif beinhaltet. Im Krankheitsfall addiert sich der Selbstbehalt auf die monatlichen Beiträge und ergibt so einen realen Monatsbeitrag von 540 Euro. Alternativen zu dem Verbleib im alten Tarif fallen hier spärlich aus.

PKV Beitragsoptimierung

Massive Beitragserhöhungen lassen viele Privatversicherte verzweifeln. Der Weg in die GKV ist oftmals nicht möglich und ein Wechsel der PKV birgt Risiken. Dabei gibt es eine einfache Möglichkeit, die Beiträge zu senken: Den Tarifwechsel innerhalb der eigenen Versicherung! Weiterlesen

Wechsel in gesetzliche Krankenversicherung unattraktiv

Einige Privatversicherte haben im Zuge der Beitragserhöhungen einen Wechsel in die gesetzliche Kasse in Betracht gezogen. Solch eine Rückkehr ist aber nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich: Der Verdienst des Arbeitnehmers darf die jährliche Versicherungspflichtgrenze nicht übersteigen und außerdem muss er unter 55 Jahre alt sein (siehe dazu: www.test.de/zurück-zur-kasse). Daher kommt diese Option der Beitragsersparnis für die wenigsten Privatversicherten infrage. Ein Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung ist beim eigenen Anbieter jedoch altersunabhängig und jederzeit möglich.

Erfolgreiche Wechsel sind durchaus bisher schon gelungen. Finanztest liefert dazu einige Beispiele: Ein 62-jähriger Mann hat innerhalb der DKV zum Anfang des Jahres 2013 einen Tarifwechsel gewagt. Nachdem ihm seine Versicherung drei Angebote mit gleichwertigen Leistungen zugeschickt hatte, entschied er sich für einen Tarif, der mit 490 Euro monatlich rund 153 Euro weniger Beitrag kostet als sein alter Tarif (643 Euro). Einen großen Vorteil stellt für ihn die Beitragsrückerstattung von 1.320 Euro im Jahr dar, wenn er ganzjährlich gesund bleibt. Insgesamt spart er so 263 € im Monat.

Sollte im neuen Tarif ein jährlicher Selbstbehalt enthalten sein, muss dieser den Monatsbeitrag im Krankheitsfall nicht zwangsläufig verteuern. Das zeigt ein PKV Tarifwechsel eines 55-jährigen Mannes innerhalb der Halleschen. Trotz einem jährlichen Selbstbehalt von 1.200 Euro im neuen Tarif, der sich im Krankheitsfall mit monatlich 100 Euro auf den neuen Beitrag von 213 Euro addieren würde, wäre dieser Gesamtbetrag immer noch niedriger als der alte Beitrag von 525 Euro pro Monat.

Antrag auf PKV Tarifwechsel leicht gemacht

Ein PKV Tarifwechsel beim eigenen Anbieter ist weder kompliziert noch langwierig. Mit einem einfachen Anschreiben kann der Versicherer aufgefordert werden, dem Kunden aktuelle Tarife zu nennen, deren Leistungsspektrum dem gegenwärtigen Tarif entspricht. Diese Informationspflicht ist gesetzlich verankert und kann gegebenenfalls im Anschreiben durch Verweis auf den Paragrafen 6 der Informationspflichtenverordnung zum Versicherungsvertragsgesetz erwähnt werden. Durchaus ratsam ist auch die Frage nach der Veränderung des bisherigen Tarifbeitrags, wenn ein höherer Selbstbehalt in Erwägung gezogen oder auf gewisse Leistungen verzichtet werden würde.

Die Anfrage sollte schriftlich an die Zentrale der Versicherung geschickt werden und eine ebenfalls schriftliche Antwort verlangen. Erhält der Kunde kein geeignetes Angebot, sollte er unter Angabe von gewissen Antwortfristen nicht lockerlassen. Wenn der Versicherer sich auch dann querstellt, bieten die Verbraucherzentrale und unabhängige Versicherungsberater gegen Honorar Beratungen an.

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