Krankenhauszusatzversicherung Geburt

Geburt: Lohnt sich eine Krankenhauszusatzversicherung?

Lohnt sich in der Schwangerschaft bzw. zur Geburt eines Kindes eine private Krankenhauszusatzversicherung? Was kostet die komfortable Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und die Behandlung durch den Chefarzt oder einen Spezialisten?

Ist eine Krankenhauszusatzversicherung für Schwangere sinnvoll?

Schwangerschaft und Geburt im Krankenhaus

Eine Krankenhauszusatzversicherung ist für Schwangere im Hinblick auf die anstehende Geburt durchaus attraktiv: Schließlich bietet sie einen wesentlich komfortableren Krankenhausaufenthalt als die gesetzlichen Kassen.

Die Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkasse sehen bei einem Krankenhausaufenthalt, auch zur Geburt eines Kindes, so aus: Sie haben Anspruch auf ein Mehrbettzimmer und die Betreuung durch den diensthabenden Stationsarzt.

Die wesentlichen Merkmale der Zusatzversicherung sind die Unterbringung in Zimmern mit maximal einem Bettnachbarn, im Falle einer Geburt wäre dies natürlich eine Bettnachbarin, sowie eine Chefarztbetreuung.

Leistungen der gesetzliche Krankenkassen

Die Leistungen den gesetzlichen Krankenkassen sind im Sozialgesetzbuch (SGB) fest verankert und sollen medizinisch notwendig, ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein. Darüber hinausgehende Leistungen müssen die gesetzlichen Krankenkassen nicht erbringen.

Bildhaft gesprochen: Wenn Sie sich ein Auto kaufen, so entsprechen die Leistungen der GKV einer Basisversion. Eine Sitzheizung oder Lederausstattung gibt es nur gegen Aufpreis. Hier kommt die Krankenhauszusatzversicherung ins Spiel, die Ihnen neben erhöhtem Komfort auch eine Behandlung ausgewiesener Experten ermöglicht.

Wenn Sie nach der Geburt also gerne etwas Privatsphäre hätten bzw. sich von der endlos langen Besucherschlange der Bettnachbarinnen gestresst fühlen, dann sollten Sie (rechtzeitig, doch dazu später mehr) über eine Krankenhauszusatzversicherung nachdenken.

Ohne eine Krankenhauszusatzversicherung müssten Kassenpatientinnen die gewünschten Mehrleistungen aus eigener Tasche zuzahlen, was – je nach Region, Krankenhaus und Arzt – sehr teuer werden kann: Allein der Einzelzimmerzuschlag kostet in der Regel etwa zwischen 70 und 120 Euro pro Tag. Wenn der Chefarzt oder ein extra hinzugezogener Spezialist bezahlt werden muss, schießen die Kosten deutlich stärker in die Höhe.

Was leistet eine Krankenhauszusatzversicherung?

Während Sie als gesetzlich Krankenversicherte mit dem nächstgelegenen Krankenhaus, dem diensthabenden Arzt und einem Mehrbettzimmer Vorlieb nehmen müssen, können Sie sich mit einer Krankenhauszusatzversicherung eine bessere Behandung und mehr Komfort in Anspruch nehmen.

Die Leistungen der Krankenhauszusatzversicherung umfassen vor allem Chefarztbehandlung und Unterbringung in ruhigen Ein- oder Zweibettzimmern. Manche Versicherer zahlen auch für weitere Extras.

Leistungsbausteine einer Krankenhauszusatzversicherung:

  • Freie Wahl des Krankenkauses (je nach Tarif auch Privatklinik)
  • Freie Arztwahl / Chefarztbehandlung
  • Erstattung ohne Höchstgrenzen (mind. 3,5 facher GOÄ – Höchstsatz)
  • Einbett- / Zweibettzimmer
  • Rooming-in für Eltern / Elternzimmer

Welche Leistungen für Sie besonders wertvoll sind, entscheiden Sie selbst. Medizinisch bedeutend ist die freie Arztwahl und die Möglichkeit, Abrechnungen, die über eine Regelleistung hinausgehen, erstattet zu bekommen.

Im Hinblick auf die Geburt eines Kindes sind aber auch die Komfortleistungen Einbettzimmer oder Elternzimmer wichtig.

Bezahlt die Versicherung auch alle Leistungen?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Krankenhauszusatzversicherung auch wirklich alle gewünschten Leistungen bezahlt, dann lassen Sie sich die Kostenübernahme des Versicherers im Vorfeld zusagen.

Die Ärzte bzw. das Krankenhaus erstellen Ihnen auf Wunsch einen Heil- und Kostenplan. Diesen schicken Sie dann mit der Bitte um Zusage bzw. Stellungnahme an die Versicherung. So schützen Sie sich vor unangenehmen Überraschungen.

Was kostet eine Krankenhauszusatzversicherung für Schwangere?

Eine reine Schwangerschaftsversicherung (stationäre Zusatzversicherung), die explizit für Schwangere und deren Bedürfnisse konzipiert wurde, gibt es nicht.

Trotzdem können wir Ihnen einen Kostenkorridor angeben, der Ihnen zeigt, mit welchem Monatsbeitrag Sie rechnen müssen.

Ganz grob: Als 30 jährige Frau müssen Sie mit einer monatlichen Versicherungsprämie zwischen 17 und 53 Euro rechnen. Ja, das sind riesige Unterschiede! Nachfolgend sehen Sie, wie die Unterschiede zustande kommen und welche Faktoren die Kosten niedrig halten oder in die Höhe treiben.

Welche Faktoren bestimmen die Kosten einer Krankenhauszusatzversicherung?

  • Alter: Das Alter der Versicherten beeinflusst die Kosten entscheidend. Eine 20 jährige Frau bezahlt deutlich weniger als eine Frau mit 50 Jahren. Warum fragen Sie sich? Mit zunehmendem Lebensalter steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ins Krankenhaus kommen und Leistungen in Anspruch nehmen. Dieses erhöhte Risiko stellen die Versicherer entsprechend in Rechnung.
     
  • Gesundheitszustand: Auch hier gibt es keine Überraschungen. Je gesünder Sie sind, desto niedriger wird die Versicherungsprämie ausfallen. Wenn Ihre Krankenakte breits mehrere Ordner füllt, wird es entsprechend teuer. Damit die Versicherungen Ihr persönliches Gesundheitsrisiko in Erfahrung bringen können, müssen Sie bei der Antragstellung diverse Gesundheitsfragen beantworten.
     
  • Leistungen: Ein Basistarif (z.B. Zweibettzimmer ohne Chefarzt) kostet deutlich weniger als ein Premiumtarif (z.B. Einbettzimmer und Chefarzt). Hier lohnt sich ein Vergleich der Anbieter, denn selbst bei identischen Leistungen kommt es zu erheblichen Kostenunterschieden. Warum ist die Chefarztbehandlung wichtig? Nicht die Behandlung durch den Chefarzt vor Ort selbst ist wichtig, sondern die Möglichkeit, einen (externen) Spezialisten bezahlen zu können, der im Rahmen der GOÄ (Gebührenordnung der Ärzte) den Höchstsatz abrechnet.
     
  • Altersrückstellung: Sie können zwischen Krankenhauszusatztarifen mit oder ohne Altersrückstellungen auswählen. Was ist eigentlich eine Altersrückstellung? Tarife mit einer Altersrückstellung nehmen eventuelle Kostensteigerungen und Verschlechterungen des Gesundheitszustandes vorweg und preisen diese zukünftigen Kostensteigerungen von Beginn an in die Versicherungsprämie ein. Die Prämie bleibt dadurch über die Laufzeit konstant. Krankenhauszusatzarife ohne Altersrückstellungen orientieren sich an dem Ist-Zustand der versicherten Person. Sie beginnen also in jungen Jahren sehr günstig und mit der Zeit steigt die Versicherungsprämie.

Krankenhauszusatzversicherung zur Geburt: Gibt es eine Wartezeit?

Frauen, die eine Schwangerschaft planen und noch keine Krankenhauszusatzversicherung besitzen, sollten wissen: Um Missbrauch von Zusatzversicherungen zu vermeiden, haben nahezu aller Versicherer für den „Behandlungsbereich Schwangerschaft“ einen zeitlichen Puffer eingebaut.

Möchte eine Versicherte Leistungen aus einem dieser Bereiche in Anspruch nehmen, so gilt zuvor eine achtmonatige Wartezeit.

De facto werden aber auch bereits bestehende sehr frühe Schwangerschaften, die in den Gesundheitsfragen der Krankenhauszusatzversicherung abgefragt werden, meist nicht versichert. Wer schon schwanger ist, wird sich also hinsichtlich der Entbindung im Krankenhaus kaum noch versichern können.

Insofern ist es sinnvoll, eine Krankenhauszusatzversicherung bereits einige Zeit vor der Schwangerschaft abzuschließen.

Rettung in Sicht!

Naturgemäß kümmern sich die Meisten erst dann um eine Krankenhauszusatzversicherung, wenn schon eine Schwangerschaft vorliegt bzw. eine Erkrankung aufgetreten ist. Da die meisten Versicherer den Gesundheitszustand genau prüfen, bleibt dadurch vielen Frauen der Zugang in die private Zusatzversicherung versperrt.

Hier gibt es eine erfreuliche Ausnahme: Die DKV versichert Sie, ohne auch nur eine einzige Frage zu Ihrem Gesundheitszustand zu stellen.

Tarifwahl: Mit oder ohne Altersrückstellung?

Wenn Sie dauerhaft, also bis ins hohe Alter hinein, eine Krankenhauszusatzversicherung wünschen, dann sollten Sie einen Tarif mit Altersrückstellungen wählen. Diese Tarife sind zu Beginn zwar teurer als Tarife ohne Altersrückstellungen, dafür profitieren Sie aber im Alter von den Rückstellungen und entsprechend stabilen Versicherungsbeiträgen.

Spezialfall Schwangerschaft und Geburt: Wenn Sie nur für ein paar Jahre eine Krankenhauszusatzversicherung benötigen, dann sind Tarife ohne Altersrückstellungen günstiger und durchaus sinnvoll. Die zu erwartenden „strammen“ Beitragserhöhungen kommen ab einem Alter von 50 Jahren und dann haben Sie bereits gekündigt.

Krankenhauszusatzversicherungen im Vergleich

Um Ihnen die Suche nach einer guten und günstigen Krankenhauszusatzversicherung zu erleichtern, bieten wir Ihnen einen Versicherungsvergleich an. Der Vergleich ist eine kostenfreie Serviceleistung.

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Zusammenfassung

Krankenhauszusatzversicherung Geburt und Schwangerschaft

Im Hinblick auf die Geburt eines Kindes lohnt es sich für Frauen, über den Abschluss einer Krankenhauszusatzversicherung nachzudenken und die Basisleistungen der gesetzlichen Krankenkassen auf „Privatniveau“ anzuheben.

Leistungen: Neben der Chefarztbehandlung ist vor allem die Privatsphäre eines Einbettzimmers wichtig, denn nicht jede Frau kann drei Tage nach der Geburt des Kindes das Krankenhaus wieder verlassen. Je länger der Aufenthalt dauert, desto wertvoller wird das Eltern- oder Einbettzimmer.

Kosten: Eine Frau von 30 Jahren muss, je nach Leistungsausstattung, mit einem Versicherungsbeitrag zwischen 17 und 53 Euro im Monat rechnen.

Zeitpunkt: Die Krankenhauszusatzversicherung sollte schon vor der Schwangerschaft abgeschlossen werden. Dann gibt es auch keine Schwierigkeit mit der Wartezeit.

Tarifwahl: Frauen, die nur für die Zeit der Schwangerschaft und Geburt eine Krankenhauszusatzversicherung wünschen, können einen Tarif ohne Altersrückstellungen wählen und sich so günstiger versichern.

Abschluss-Tipp: Etliche Versicherungen haben einen Krankenhauszusatztarif, zu den unterschiedlichsten Konditionen (Leistungen, Wartezeit und Gesundheitsfragen), im Angebot. Vergleichen Sie neben den Bedingungen auch die Versicherungsprämien (zu zahlender Beitrag).