Berufsunfähigkeitsversicherung kaufmännische Berufe

BU Versicherung nur noch für kaufmännische Berufe bezahlbar?

Von den Versicherungsunternehmen wird die Berufsunfähigkeitsversicherung zunehmend zu einem Produkt für Wohlhabende zugeschnitten. Anhand niedriger Beiträge für kaufmännische Berufe und Akademiker sowie unbezahlbarer Prämien für körperlich tätige Menschen selektieren Versicherer einen profitablen Kundenstamm. Das ursprüngliche Bestreben, guten Schutz für alle Menschen zu bieten, hat maßgeblich an Bedeutung verloren.

Handwerker und kaufmännische Berufe
BU Beitrag: Kaufmännische Berufe sind günstiger!

Nach dem Wegfall der geschlechtsspezifischen Selektion der Unisex-Tarife wird der Beruf immer entscheidender zur Beitragskalkulation herangezogen.

Im immer stärker werdenden Wettbewerb um attraktive Kunden, also Kundengruppen mit niedrigen Risiken, haben einige Anbieter von Berufsunfähigkeitsversiche-rungen einen dramatischen Weg der Selektion eingeschlagen: Die Einteilung in profitable und nicht-profitable Berufsgruppen.

Am oberen Ende der Wunschliste werden Menschen, die über hohe Bildungsabschlüsse verfügen, kaufmännische Berufe und Führungspositionen innehaben, mit niedrigen Prämien belohnt.

Ganz unten auf der Wunschliste der BU Versicherer stehen hingegen Kunden mit niedrigem Bildungsgrad oder mit körperlichen Berufstätigkeiten. Für Handwerker wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung zunehmend zu einem teuren Lusxusgut.

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Berufsunfähigkeit

Abschaffung der abstrakten Verweisung verteuert die BU Tarife

Als Ursachen für die gestiegenen Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung werden das ursprünglich viel zu niedrige Beitragsniveau und die hohe Leistungsquote durch den Verzicht auf die abstrakte Verweisung aufgeführt.

Da die Existenz der abstrakten Verweisung häufig von Verbraucherschutz und Ratings negativ bewertet wurde, verschwand diese aus den meisten Verträgen. Aufgrund der folglich fehlenden Schadensreduktion für Versicherer entstand ein Teufelskreis aus mehr Leistungsfällen und resultierenden Prämienerhöhungen plus verschärften Risikoprüfungen.

Der starke Wettbewerb um immer günstigere Tarife und der parallel verlaufende Bedingungswettbewerb hat den BU-Versicherern in der Vergangenheit derart zu schaffen gemacht, dass sich immer mehr Versicherungen Ihre zukünftigen Kunden und deren BU-Risikoprofil ganz genau ansehen. Kaufmännische Berufe stehen aktuell auf der Wunschliste der Versicherungen ganz weit oben.

Höchstes Berufsunfähigkeits-Risiko: Psychische Probleme

Die Bevorzugung von Kunden aus kaufmännischen Berufen und dem hohen Bildungsbereich ist allerdings nicht unproblematisch: In der Kalkulation der Versicherer ist nicht beacht worden, dass sich die Berufsbedingungen eines Bürotätigen im Laufe seiner Karriere in risikoreichere Tätigkeiten ändern können.

Schon heute gehören psychische Krankheiten bei den bevorzugten Berufsbildern zu den häufigsten Ursachen für eine BU. So droht die Blase des „perfekten Versicherungsnehmers“ bald zu zerplatzen – und zwar spätestens dann, wenn Kunden aufgrund veränderter Risiken im Beruf trotzdem jahrelang nur niedrige Prämien bezahlt hat.

Ausweg: BU Tarife nach Pflege-Bahr Vorbild

Die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung Pflege Bahr, die mit einem Abschlusszwang (es darf versicherungsseitig keine selektionsbedingten Ablehnungen mehr geben) ausgestattet ist, könnte der Berufsunfähigkeitsversicherung künftig als Vorbild dienen.

Pflege Bahr ist als Grundabsicherung für Menschen mit geringem Einkommen gedacht und kann von allen anderen durch weitere, leistungsstärkere Pflegezusatz-Policen aufgestockt werden. Auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wäre ein staatlich gefördertes Modell mit Annahmezwang seitens der Versicherer denkbar.

Auch die Bundesregierung hat sich im Kontext des Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes mit der Problematik befasst. Es wurde aber lediglich eine kontrovers diskutierte steuerliche Förderung bei bestimmten BU-Produkten festgelegt.

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