Private Krankenversicherung Beitragshöhe

Was soll man tun, wenn die PKV Beiträge zu hoch werden?

Die Beiträge für private Krankenversicherungen steigen permanent. Zum Jahreswechsel 2011/2012 haben private Versicherungsunternehmen ihre Sätze um bis zu 30% angehoben. Wenn das Einkommen von Versicherten sinkt, sei es weil sie ins Rentenalter kommen oder weil sich die Zahl ihrer zu versorgenden Kinder erhöht, kann der private Versicherungsschutz zu einer teuren bis unerschwinglichen Angelegenheit werden.

Trotz dem finanziellen Polster aus dem Sparanteil, mit dem eine Altersrückstellung geschaffen wird, und dem Zehn-Prozent-Zuschlag, den Neuversicherte seit dem 01. Januar 2000 zahlen müssen, kann nicht gewährleistet werden, dass die PKV Beitragshöhe dauerhaft stabil bleibt.

Kassenwechsel:

Bei jeder Beitragserhöhung erhalten Versicherte zwar die Möglichkeit, ihren Vertrag zu kündigen und zu einem anderen Anbieter zu wechseln, doch kann sich dies als unvorteilhaft erweisen: Wechselt ein Versicherter zu einer anderen privaten Krankenkasse, verliert er inzwischen nicht mehr seine Altersrückstellung muss sich aber einer erneuten Gesundheitsprüfung unterziehen und abhängig von deren Befund unter Umständen höhere Beiträge und eventuell sogar einen Risikozuschlag zahlen.

Ein Wechsel in eine andere Kasse ist jedoch nicht immer ein schlechter Tausch: Für jüngere, gesundheitlich robuste Menschen kann es sich durchaus lohnen, einen neuen, günstigeren Vertrag abzuschließen, insbesondere dann, wenn sie einen Selbstbehalt vereinbaren.

Änderung der Versicherungsbedingungen:

Für Versicherte, die sich gezwungen sehen, in ihrer Krankenkasse zu bleiben, existieren einige Möglichkeiten, um ihre Beiträge zu senken. Eine davon ist das Ändern der Versicherungsbedingungen. So kann jemand, der durch die gestiegene PKV Beitragshöhe ans finanzielle Limit gebracht wird, einen höheren Selbstbehalt vereinbaren.

Erklären sich Versicherte bereit, einen Teil der jährlich anfallenden Krankheitskosten aus eigener Tasche zu übernehmen, erlässt ihnen die Versicherung als Gegenleistung einen Teil ihrer monatlichen Prämie.

Eine weitere Möglichkeit, seine monatliche Versicherungsprämie zu senken, besteht darin, Leistungsmodule zu kündigen. Wer seine Beiträge reduzieren möchte, sollte sich fragen, ob er Komfortleistungen wie Chefarztbehandlung, Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer, Zahnersatz oder Heilprak-tikerbehandlung wirklich unbedingt braucht oder ob er hier Abstriche machen kann. Da ein direkter Zusammenhang zwischen dem Umfang der vereinbarten Leistungen und der Höhe des Beitrags besteht, lässt sich hier möglicherweise viel sparen.

Tarifwechsel:

Alternativ können Kunden, die sparen möchten, auch in einen günstigeren Neutarif wechseln. Nach §178f des Versicherungsgesetzes haben Versicherte Anspruch darauf, einen gleichartigen, preis-werteren Tarif zu bekommen, ohne sich dafür abermals einer Gesundheitsprüfung unterziehen zu müssen. Der zentrale Vorteil eines kasseninternen Tarifwechsels besteht in der Tatsache, dass der Versicherte von Risikozuschlägen und Wartezeiten verschont bleibt.

Erfüllt ein Kunde bestimmte Voraussetzungen (z.B., wenn sein Gesamteinkommen ab dem 55. Lebensjahr niedriger ist als die Jahresarbeitsentgeltgrenze und er mindestens 10 Jahre in der PKV vollversichert war), erhält er die Chance, in den Standardtarif zu wechseln. In diesem muss er maximal den Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung zu entrichten. Die Altersrückstellung wird bei einem Wechsel in den Standardtarif voll angerechnet.

Als Wermutstropfen muss der Kunde jedoch in Kauf nehmen, dass er nur noch die Leistungen der gesetz-lichen Kasse erhält. Zudem werden im Krankheitsfall von der Kasse niedrigere Sätze als bei den üblichen Tarifen gezahlt – z.B. nur der 1,8-fache Gebührensatz statt des 2,3-fachen Satzes der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Ferner kann der Standardtarif nicht um zusätzliche Module erweitert werden, so dass der Kunde die Freiheit, sich ein Leistungspaket nach seinen individuellen Bedürfnissen zusammenzustellen, verliert.

Jüngere Patienten haben die Option, in einen Basistarif zu wechseln. Dieser repräsentiert – ähnlich wie der Standardtarif – ein Tarifmodell mit eingeschränkten Leistungen. Da jüngere Menschen für die Kasse ein geringeres Risiko darstellen, fallen die Beiträge für den Basistarif jedoch niedriger aus.

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