Freiwillige Krankenversicherung Selbständige

Freiwillige Krankenversicherung für Selbständige

Für Selbstständige gelten in der freiwilligen Krankenversicherung andere Regeln als für Arbeitnehmer. Wir haben deshalb für Sie zusammengestellt, worauf Selbstständige in der freiwilligen Krankenversicherung achten müssen und was die Vorteile sind.

Freiwillige Krankenversicherung Selbständige
Selbständige haben die Wahl: Freiwillige KV oder PKV?

Beim Eintritt in die Selbstständigkeit endet in Deutschland die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Allerdings heißt das nicht, dass man dann als Selbstständiger unversichert bleiben kann.

Seit 01.04.2007 bzw. seit 01.01.2009 besteht eine Versicherungspflicht für alle, die in der Bundesrepublik ihren Wohnsitz haben. Bei Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, ist man in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert.

Bei Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit jedoch, fällt die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung weg. An deren Stelle tritt die Verpflichtung sich entweder privat oder freiwillig gesetzlich zu versichern. Für die freiwillige gesetzliche Versicherung muss man sich allerdings innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Wegfall der Versicherungspflicht oder dem Ende der Familienversicherung entscheiden. Ansonsten muss man sich privat versichern, allerdings nur dann, wenn vorher noch keine eigene Krankenversicherung bestanden hat (z.B. wenn man vorher familienversichert war und sich danach direkt selbstständig macht).

Alle anderen rutschen in die Auffangregelung der freiwilligen Weiterversicherung. Aber wann hat eine freiwillige Krankenversicherung bei Selbstständigen Vorteile gegenüber einer privaten Krankenversicherung? Diese und andere Fragen beantworten wir Ihnen im Folgenden.

Vorteile der freiwilligen Krankenversicherung für Selbstständige

Ob die private oder die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige günstiger ist, kommt ganz auf die individuellen Verhältnisse an. Die Höhe des monatlichen Einkommens, der Familienstand und das Alter sind entscheidend für die Höhe der Beiträge in GKV und PKV.

Während die private Krankenversicherung mit besseren Leistungen und niedrigeren Beiträge in jungen Jahren lockt, ist im Alter mit einem enormen Anstieg der Beiträge zu rechnen – gerade dann, wenn das Einkommen eher abnimmt.  Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nach dem 55. Lebensjahr aber ausgeschlossen, sofern keine Pflicht zur gesetzlichen Versicherung eintritt.

Zudem gibt es in der privaten Krankenversicherung keine Familienversicherung. Das heißt Ehegatten mit keinem oder nur geringem Einkommen müssen sich selbst versichern, ebenso Kinder. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind Ehegatten und Kinder bis 25 Jahre kostenlos mit versicherbar. Die Beiträge in der privaten Krankenversicherung sind nicht einkommensabhängig und daher auch nicht veränderbar, wenn Sie als Selbstständiger eine finanzielle Flautezeit erleben. Daher ist die private Krankenversicherung immer auch mit einem finanziellen Risiko verbunden.

Vorteile der privaten Krankenversicherung für Selbstständige

Falls Sie heute schon absehen, dass die Selbstständigkeit nur eine vorübergehende Perspektive für Sie ist und deshalb klar ist, dass Sie in der Zukunft nochmal in ein Arbeitsverhältnis (und damit auch in die gesetzliche Krankenversicherung) zurück möchten, dann ist eine private Krankenversicherung besonders in jungen Jahren und bei Gutverdienern die günstigere und leistungsstärkere Alternative. Die private Krankenversicherung übernimmt im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung auch ganz oder teilweise Kosten für alternative Heilmethoden und Zahnersatz.

Beiträge in der freiwilligen Krankenversicherung für Selbstständige

Entscheiden sich Selbstständige für die freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung, dann geht die Krankenkasse bei der Beitragsberechnung grundsätzlich von der Beitragsbemessungsgrenze (im Jahr 2015: 4.125 Euro/Monat) aus. Davon werden 14 Prozent plus einem etwaigen Zusatzbeitrag als Krankenversicherungsbeitrag erhoben. Wenn Sie sich einen Krankengeldanspruch im Krankheitsfall sichern wollen, dann zahlen Sie 14,6 Prozent der Beitragsbemessungsrundlage als Krankenversicherungsbeitrag.

Wenn Ihr Einkommen deutlich unter den 4.125 Euro im Monat liegen, dann haben Sie die Möglichkeit dies mithilfe des letzten Einkommensteuerbescheids oder aufgrund einer Schätzung (bei Existenzgründern) nachzuweisen. Nach Ablauf des Kalenderjahres wird die Schätzung überprüft und zu viel gezahlte Beiträge erstattet bzw. zu wenig gezahlte Beiträge nachträglich erhoben.

Die Mindesteinnahmegrenze liegt allerdings bei 2.126,25 Euro. Bei Existenzgründern ohne Gründungszuschuss kann auf Antrag unter gewissen Voraussetzungen eine verringerte Mindesteinnahmegrenze von 1.417,50 Euro zugrunde gelegt werden. Bei Selbstständigen und freiwillig Versicherten wird anders als bei gesetzlich versicherungspflichtigen Arbeitnehmern (bei denen nur ein Teil aller Einkünfte angerechnet wird) nicht nur das Einkommen aus der hauptberuflichen selbstständigen Tätigkeit berücksichtigt, sondern auch alle anderen Einnahmen, wie etwa Miet- und Kapitaleinkünfte.

Freiwillige Krankenversicherung: Besonderheiten für Künstler und Publizisten

Künstler, wie Musik- und Kunstschaffende, und Publizisten, etwa Schriftsteller und Journalisten, die selbstständig tätig werden, werden anders als andere Selbstständige behandelt. Sie sind  nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz gesetzlich pflichtversichert.

Das ist ein großer Vorteil, denn als Mitglied in der Künstlersozialkasse sind Künstler Arbeitnehmern gleichgestellt und müssen nur die Hälfte der Sozialabgaben leisten. Die Künstlersozialkasse (KSK) übernimmt wie ein Arbeitgeber die andere Hälfte der Beiträge. Da die KSK aber keine eigenständige Krankenversicherung ist, sucht man sich weiterhin eine Krankenkasse aus. Die Beiträge werden vom Künstler an die Künstlersozialkasse überwiesen, die wiederum den Beitrag von ihm und von der KSK selbst an die Krankenkassen weiterleitet.

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