Psychotherapie Selbständigkeit

Selbständig werden mit einer Psychotherapie-Praxis

Sich als Psychotherapeut selbständig zu machen und eine eigene Praxis zu gründen ist der Traum vieler Psychologiestudenten. Was auf dem Weg dorthin alles zu beachten ist, lesen Sie hier.

Viele machen sich vor der Aufnahme eines Studiums kein Bild davon wie lange es dauert, bis man  als Psychotherapeut selbständig arbeiten darf. Natürlich führt ein Psychologiestudium (das nicht der einzige Weg zum Psychotherapeuten ist) nicht zwangsläufig in die Psychotherapie, aber das ist ein beliebtes Ziel.

Da die Ausbildung lang und kostspielig ist, sollte man sich schon früh die Frage stellen, ob man wirklich für diesen Beruf geeignet ist. Eröffnet man dann noch eine eigene Praxis, braucht man neben der fachlichen Qualifizierung auch unternehmerische Fähigkeiten. In der Regel übernehmen Psychotherapeuten bereits bestehende Praxen, statt eine ganz neu zu gründen.

Das liegt an der bestehenden Bedarfsplanung durch die Krankenkassen, die dem Psychotherapeuten bei der Niederlassung nicht die freie Wahl ermöglicht, sondern dazu dient eine gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung mit psychotherapeutischen Maßnahmen zu gewährleisten. Der Vorteil einer Praxisübernahme ist, dass man sich nicht um jedes Detail selbst kümmern muss und ggf. auch schon einen Teil der Patienten übernehmen kann, was in der schwierigen Anfangszeit den Start erheblich erleichtern kann.

Da allerdings die Zusammenarbeit von Psychotherapeut und Patient immer ein besonderes Vertrauen voraussetzt, muss man hier durchaus auch mit Abgängen rechnen. Psychotherapeuten werden heutzutage aber fast überall gebraucht, da eine veraltete Bedarfsplanung dazu führt, dass es de facto eine Unterversorgung gibt. Wer sich also mit einer eignen Praxis niederlassen kann, hat selten zu wenige Patienten zu behandeln.

Altenpflege Selbständigkeit: Ausbildung und Approbation

Es gibt zwei Wege, um als Psychotherapeut arbeiten zu können. Beide führen zunächst über ein Studium, entweder der Medizin oder der Psychologie. Man unterscheidet später in ärztliche Psychotherapeuten und psychologische Psychotherapeuten. Es gibt die Möglichkeit sich noch weiter zu spezialisieren und z.B. als Kinder- und Jugendpsychotherapeut zu arbeiten. Das Psychologiestudium dauert bis zum Master zwischen 10 und 12 Semestern (6-8 bis zum Bachelor, 4 bis zum Master), danach ist eine Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten anzuschließen, die in Vollzeit mindestens drei Jahre, in Teilzeit fünf Jahre dauert.

Um ärztlicher Psychotherapeut zu werden, muss man nach dem abgeschlossenen Medizinstudium entweder eine Facharztweiterbildung im Bereich Psychotherapie machen oder nach der Facharztweiterbildung noch eine Zusatzausbildung in diesem Bereich absolvieren. In beiden Fällen darf man anschließend eine Psychotherapie anbieten. Psychologische Psychotherapeuten können nach Abschluss der Ausbildung zum Psychotherapeuten die Approbation (Berufszulassung) beantragen.

Dazu muss auch die persönliche und gesundheitliche Eignung nachgewiesen werden. Vorstrafen, aktuelle Suchterkrankungen und bestimmte gesundheitliche Einschränkungen können der Approbation  entgegenstehen. Ärzte können die Approbation bereits nach beendetem Studium beantragen, sind damit aber nicht befugt psychotherapeutische Maßnahmen anzubieten. Das ist erst nach abgeschlossener Weiterbildung möglich.

Psychotherapeut in eigener Praxis: Standort und Kassenzulassung

Um sich mit einer eigenen Praxis niederzulassen ist zunächst die Eintragung ins Arztregister zu beantragen. Damit man mit der Praxis aber auch ein gutes Einkommen erwirtschaften kann, braucht man als Psychotherapeut die Kassenzulassung. Nur dann kann man auch mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, statt nur mit den Patienten selbst. Die Kassenzulassung wird auf Antrag von der Kassenärztlichen Vereinigung erteilt, allerdings nur nach Bedarf. Hier muss man mitunter sehr lange warten. Eine andere Möglichkeit ist es einem Kollegen die Kassenzulassung abzukaufen und dessen Praxis zu übernehmen. Dies ist gängige Praxis.

Wenn man eine Praxis übernimmt richtet sich deren Wert nach vielen Faktoren. Dazu gehören unter anderem: Die Verkehrsanbindung, die Zahl der Parkplätze, Alters- und Sozialstruktur der Bevölkerung am Standort, die Konkurrenzsituation und der bestehende Patientenstamm, der Einfluss auf die zu erwartende Umsatzentwicklung hat. Auch wer neu gründet, muss bei der Standortwahl einiges beachten und vor der Gründung eine genaue Standortanalyse durchführen. Für die Auswahl der Räume gibt es verschiedene Vorschriften von den örtlichen Gesundheitsämtern. Viele der Regelungen zielen vor allem auf hygienische Vorkehrungen ab.

Selbständigkeit Psychotherapie: Gewerbeanmeldung und Behördengänge

Bei der Arbeit eines Psychotherapeuten handelt es sich um eine freiberufliche Tätigkeit für die  keine Gewerbeanmeldung erforderlich ist. Auch eine Gewerbesteuerpflicht besteht nicht. Sie müssen die Aufnahme Ihrer Tätigkeit aber dem Finanzamt mitteilen, welches Ihnen eine Steuernummer erteilt, die künftig auf Ihren Rechnungen auszuweisen ist. Psychotherapeutische Leistungen sind in der Regel umsatzsteuerfrei. Sie müssen sich auch beim örtlichen Gesundheitsamt melden und sind Pflichtmitglied in der Psychotherapeutenkammer und beim Versorgungswerk für Psychotherapeuten.

Das Versorgungswerk für Psychotherapeuten sichert die Altersversorgung von Psychotherapeuten und die Hinterbliebenenversorgung. Außerdem zahlt sie in einigen Fällen bei Berufsunfähigkeit. In der Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege können Sie sich freiwillig versichern, eine Pflicht besteht hier nicht. Wenn Sie allerdings Angestellte beschäftigen, sind diese zwingend bei der Berufsgenossenschaft anzumelden, da diese Träger der gesetzlichen Unfallversicherung ist.

Wichtige Versicherungen für Psychotherapeuten

Welche Versicherungen benötigt ein Psychotherapeut

Berufshaftplicht für Psychologe /-therapeut

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Berufsunfähigkeitsversicherung Psychotherapeut

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Rechtsschutzversicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

D&O Versicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Berufshaftpflichtversicherung für Psychotherapeuten Pflicht

Eine Berufshaftpflichtversicherung ist für Psychotherapeuten Pflicht, ohne sie erhalten sie die Approbation nicht. Und das aus gutem Grund: Mit einer Berufshaftpflichtversicherung sind sowohl der Psychotherapeut als auch der Patient auf der sicheren Seite.