Grafiker Selbständigkeit

Selbständig werden als Grafiker

Gerade solch kreative Köpfe wie Grafiker wünschen sich irgendwann in ihrem Berufsleben, dass sie selbst bestimmen können, wo es beruflich langgeht. Um sich als Grafiker erfolgreich selbständig zu machen, muss man aber einiges wissen. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen.

Ob eine Kündigung den Anstoß gibt oder einfach der Wunsch nach Veränderung immer stärker wird: Viele Grafiker entscheiden sich irgendwann für den Schritt in die Selbständigkeit. Dieser ist nicht immer erfolgreich, was aber meistens an mangelnder Vorbereitung liegt.

Sie sollten wissen, dass die Selbständigkeit immer risikobehaftet ist, aber auch einzigartige Chancen zu selbstbestimmtem Arbeiten bietet. Bevor Sie sich endgültig dafür entscheiden, sollten Sie unbedingt einen Businessplan erstellen. Zum einen gibt er Ihnen Aufschluss über die tatsächlichen Verdienstmöglichkeiten, zum anderen brauchen Sie Ihn, um Gründungszuschüsse von der Arge oder anderen Stellen beantragen zu können.

Bei der Erstellung sind sie gezwungen sich konkret mit dem Projekt Selbständigkeit zu beschäftigen, das hilft ungemein bei der Beantwortung der Frage, ob man die Sicherheit einer Anstellung wirklich aufgeben will. Meist sind die ersten Jahre hart, man hat noch keinen festen Kundenkreis, muss sich erst mal einen Namen machen. Diese Zeit müssen Sie finanziell überbrücken können. Wir sagen Ihnen, was Sie noch alles wissen müssen, wenn Sie als Grafiker selbständig werden wollen.

Grafiker Selbständigkeit: Ausbildung

Die Begriffe Grafiker und Grafikdesigner, die beide den selben Beruf bezeichnen, sind nicht gesetzlich geschützt. Um jedoch als solcher zu arbeiten, ist eine entsprechende Ausbildung oder ein Studium nötig. Es gibt Berufskollegs und -fachschulen, die eine dreijährige schulische Ausbildung zum Grafiker oder Grafikdesigner anbieten (also keine duale Ausbildung Schule/Betrieb). Nach Abschluss dieser Ausbildung sind Fortbildungen und Spezialisierungen in bestimmten Bereichen, z.B. im Bereich Werbung üblich.

Verschiedene Studiengänge ermöglichen den Zugang zum Beruf des Grafikdesigners: Es gibt den Studiengang Grafikdesign, aber auch Mediendesign und Kommunikationsdesign. An den verschiedenen Hochschulen werden unterschiedliche Schwerpunkte bei den Studieninhalten gesetzt. Bevor man sich für eine Hochschule entscheidet, sollte man sich damit auseinander setzen, welcher Studiengang am besten zu den eigenen Vorstellungen passt.

Die Regelstudienzeit bis zum Bachelorabschluss liegt meist bei 6 Semestern. Ein Master-Abschluss kann oftmals in 4 zusätzlichen Semestern erlangt werden. Den Zugang zur schulischen Ausbildung kann man mit dem Nachweis der mittleren Reife und Talent erreichen. Um studieren zu können, braucht man in der Regel die Fachhochschulreife.

Grafikbüro: Räumliche Anforderungen und Startkapital

Als Grafiker können Sie schon mit relativ wenig Geld selbständig werden. Zu Beginn brauchen Sie nur einen Computer, einen Schreibtisch und die Software, mit der Sie arbeiten wollen. Eigene Räumlichkeiten brauchen Sie nicht unbedingt. Wenn Sie allerdings Angestellte haben, sollten Sie für ein angemessenes und professionelles Arbeitsumfeld sorgen. Es ist oftmals üblich Aufträge online zu bekommen und Absprachen in den Räumen der Kunden zu treffen.Trotzdem sollten Sie dafür sorgen, dass Sie die Möglichkeit haben Kunden auch bei sich zu empfangen.

Um möglichst professionell zu wirken, sollten Sie hierfür auch in der eigenen Wohnung einen repräsentativen Raum haben. Die Ausstattung, die man als Grafiker braucht ist überschaubar, was aber finanziell stark ins Gewicht fällt ist die Anlaufzeit, die Gründer häufig brauchen, um einen Kundenstamm aufzubauen und für eine Auftragsauslastung zu sorgen. Das sollten Sie einplanen und die nötigen Geldmittel für die schwierige Anfangszeit zur Verfügung haben.

Eine Webseite, die den Kunden schon einen guten Eindruck von ihrer Arbeit vermittelt, ist natürlich unumgänglich. Legen Sie hier großen Wert auf das Design, denn die Webseite ist Ihre wichtigste Visitenkarte. Achten Sie hierbei stets auf die Bestimmungen im telemediengesetz, um rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Sonst wird Ihr wichtigstes Marketingtool plötzlich zur Kostenfalle.

Selbständigkeit Grafiker: Gewerbeanmeldung und Behördengänge

Gemäß laufender Rechtsprechung gehören Grafiker zu den Freiberuflern im Sinne des § 18 EStG. Aber Vorsicht! Nicht alle Tätigkeiten die Grafiker,bzw. Grafikdesigner ausführen, werden vom Finanzamt als freiberuflich anerkannt. Bei der Beurteilung wird darauf abgestellt, inwieweit die Arbeit einen eigenschöpferischen Anteil enthält und somit als künstlerisch einzustufen ist. Wird dies nicht bejaht, dann sind Sie Gewerbetreibender, woraus die Gewerbesteuerpflicht folgt. Außerdem sind Sie dann Pflichtmitglied in der Industrie- und Handelskammer.

Oftmals widerspricht das Finanzamt zunächst ihrer Aussage Freiberufler zu sein nicht. Wird aber im Rahmen einer Betriebsprüfung festgestellt, dass Sie überwiegend gewerbliche Tätigkeiten ausführen, kann das rückwirkend zu Nachforderungen führen. Sie sollten sich daher unbedingt steuerlich beraten lassen. Wird Ihre Arbeit als künstlerisch anerkannt, hat das noch einen weiteren Vorteil. Dann können (und müssen) Sie Mitglied der Künstlersozialkasse werden. Sie zahlen dann Sozialversicherungsbeiträge, aber wie ein Arbeitnehmer müssen Sie nur die hälftigen Beiträge übernehmen.

Wenn Sie Angestellte haben, müssen diese zwingend über die Berufsgenossenschaft unfallversichert werden. Arbeiten Sie alleine, können Sie Mitglied der Berufsgenossenschaft (BG) werden, müssen es aber nicht. Allerdings sind Sie in beiden Fällen zumindest dazu verpflichtet die Aufnahme der Tätigkeit bei der BG anzuzeigen.

Wichtige Versicherungen für Grafiker

Welche Versicherungen benötigt ein selbständiger Grafiker?

Berufshaftpflichtversicherung für Grafiker

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Berufsunfähigkeitsversicherung für Grafiker

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Rechtsschutzversicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

D&O Versicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

empfohlenwichtigganz wichtig

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Wichtig für Grafiker: Berufshaftpflichtversicherung

Grafiker erfüllen Ihre Aufgaben sicherlich immer nach bestem Wissen und Gewissen. Trotzdem können dabei Fehler unterlaufen. Fallen Fehler auf, nachdem die Broschüren, Flyer o.ä. bereits im Druck sind, dann kann es schnell ungemütlich werden. Wird ein Neudruck unumgänglich, dann entstehen schnell enorme Kosten. Auch Urheberrechtsverletzungen können kostspielig sein. Aus diesem Grund sollten vor allem selbstständige Grafiker eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen.