Beitragserstattung Krankenkasse

Krankenkassen fragen sich: Wohin mit dem ganzen Geld?

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im Jahr 2012 enorme Überschüsse erwirtschaftet. Rund zwölf Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds haben sich angehäuft. Doch was haben die Kassen eigentlich mit dem ganzen Geld vor?

Krankenkassen Überschuss
2012 war ein goldenes Jahr für die Krankenkassen.

Die gute konjunkturelle Lage und hohe Mitgliederzahlen haben den gesetzlichen Krankenkassen ein unerwartetes Hoch beschert: Mit zwölf Milliarden Euro wird der Gesundheitsfonds zum Jahresende wesentlich schwerer sein als zunächst erwartet.

Hinzu kommen die von den Krankenkassen erwirtschafteten Überschüsse in Höhe von etwa 22 Milliarden Euro, derentwegen im Mai 2012 bereits drei der großen Kassen aufgefordert worden waren, die Möglichkeit einer Prämienausschüttung an ihre Mitglieder zu überprüfen.

Diesem Aufruf zu Beitragserstattungen an die Krankenkassen werden nun auch einige der Unternehmen folgen. Vorschläge, nach denen die Krankenkassen die Überschüsse in Beitragssenkungen umwandeln sollten, werden dagegen voraussichtlich keinen Anklang finden.

Krankenkassenwechsel 2015 Krankenkassenwechsel 2015 - Vergleichen und wechseln

2015 lohnt sich der Kassenwechsel für viele GKV-Versicherte. Nachdem die gesetzlichen Kassen jahrelang 15,5 Prozent des Jahresbruttos von ihren Versicherten verlangten, gilt ab 2015 nur noch ein Grundbeitrag von 14,6 Prozent. Weiterlesen

Beitragserstattung der Krankenkassen in der Kritik

Vorreiter bei der Prämienerstattung ist die Techniker Krankenkasse (TK): Sie wird ihren Mitgliedern 80 Euro des Jahresbeitrages rückerstatten. Zudem können zusätzlich 60 Euro an Praxisgebühren erstattet werden, sofern die Versicherten an Bonusprogrammen teilnehmen.

Auch einige der kleineren Betriebskrankenkassen haben signalisiert, dass sie dem Beispiel der TK folgen werden. Die DAK und die AOK planen hingegen den Ausbau ihrer Leistungen. DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die DAK schon seit längerer Zeit Bonusprogramme anbiete, mit denen die Kunden sich Geldprämien sichern könnten. Eine Verquickung solcher Vorsorgeangebote mit Beitragserstattungen der Krankenkassen hält er deshalb für reine PR.

Beitragserstattungen bei der GKV – Beitragserhöhungen bei der PKV

Die positive finanzielle Entwicklung seitens der GKV lässt die PKV, die seit Monaten mit massiven Beitragserhöhungen Schlagzeilen macht, alt aussehen. Befeuert wird dies noch durch eine vom Wissenschaftlichen Institut der AOK durchgeführten Studie, die anhand einer Befragung von je 1000 GKV- und PKV-Versicherten die Versicherungssituation der PKV-Kunden ermittelt sowie deren Haltung zu den Solidarprinzipien der GKV eruiert hat: Der Studie zufolge sollen 30 Prozent der Privatversicherten in den letzten beiden Jahren ihre Selbstbeteiligung erhöht und/oder Leistungen mittels Tarifwechsel abgespeckt haben, um ihre Versicherungsbeiträge zu senken. In der Gruppe der Rentner, so die Studie, hätten sich gar 50 Prozent dafür entschieden, falls kein Beihilfeanspruch bestanden habe.

Auch unter den verbeamteten Ruheständlern betrage der Anteil derer, die sich für den Abbau von Leistungen oder eine höhere Selbstbeteiligung entschieden hätten, noch rund 30 Prozent. Zu den Solidarprinzipien der GKV bekannte sich eine teilweise überwiegende Mehrheit der in der PKV Versicherten: 74 Prozent der PKV-Kunden sprachen sich für eine vom Gesundheitszustand unabhängige Beitragserhebung aus; etwa 54 Prozent befürworteten den Generationenausgleich. Mit der Möglichkeit der kostenfreien Mitversicherung von Familienmitgliedern in der GKV und dem Prinzip der Beitragserhebung nach Einkommen konnten sich jeweils 84 Prozent und knapp 71 Prozent identifizieren.

Die Befürwortung durch die gerade nicht nach diesen Grundsätzen versicherten PKV-Mitglieder deutet das Vorhandensein eines erheblichen – nicht zuletzt politischen – Sprengstoffes an – wenn die Datenerhebung denn korrekt ist: Seitens des Privatversicherers Debeka bestehen jedenfalls Zweifel daran, dass das Bild, das die Umfrage der AOK zeichnet, die Meinung der PKV-Kunden wirklich widerspiegelt.

Stattdessen wartet die Debeka mit eigenen Zahlen auf: Lediglich 1,5 Prozent bzw. nur 0,3 Prozent der bei der Debeka versicherten Rentner hätten in einen preiswerteren Tarif gewechselt bzw. ihre Selbstbeteiligung erhöht, so Vorstandsvorsitzender Uwe Laue, bei den Pensionären seien es sogar noch deutlich weniger. Tatsächlich hat das Unternehmen im laufenden Jahr weder für Angestellte noch für Selbständige die Beiträge erhöht; die Prämien für Beamte sind nach zwei Jahren erstmals wieder gestiegen, dies jedoch nur um drei bis fünf Prozent. Vor allem ältere Versicherte, so Debeka-Sprecher Gerd Brenner, könnten 2013 sogar mit niedrigeren Beiträgen rechnen.

Wer kann zurück in die GKV wechseln?

Die Zahlen der Debeka sind allerdings nicht repräsentativ für die gesamte Branche: Während die gesetzlichen Krankenkassen Beitragserstattungen gewähren, kämpfen die privaten Versicherer nicht nur mit steigenden Kosten im Gesundheitswesen, sondern auch mit den derzeit niedrigen Zinssätzen, die die Konzerne zur Absenkung ihres Rechnungszinses zwingt. Dadurch werden die Beiträge jedoch erneut in die Höhe getrieben und so manch ein PKV-Kunde wünscht sich eine Rückkehr zur gesetzlichen Krankenversicherung. Dies ist jedoch nur unter bestimmten voraussetzungen möglich:

In die GKV zurückkehren kann, wer arbeitslos wird oder mindestens ein Jahr lang weniger als das geforderte Mindesteinkommen von 52.500 Euro jährlich verdient. Über 55-Jährige können nur noch dann in die GKV zurück wechseln, wenn sie sich über ihren gesetzlich versicherten Ehepartner mitversichern lassen. Ihr Einkommen darf dann jedoch höchstens 375 Euro pro Monat betragen. Ist der Privatversicherte bereits Rentenempfänger, kann er gar nicht mehr in die GKV wechseln.

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