Berufsunfähigkeitsversicherungen für Auszubildende und Studenten im Test

Im Test: BU Versicherungen für Azubis und Studenten

Die Stiftung Warentest hat Berufsunfähigkeitsversicherungen für Auszubildende und Studierende getestet und die zwölf besten Anbieter herausgefiltert. Wir sagen Ihnen, wer diese Anbieter sind und worauf junge Menschen beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung achten sollten.

Der Berufsunfähigkeitsschutz für Auszubildende und Studierende ist bisher ein eher unterbelichtetes Thema. Die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen verkennen die Risiken berufsunfähig zu werden und ebenso die Chance, die sich ihnen bietet: Berufsunfähigkeitsschutz ist in jungen Jahren weit günstiger zu haben, als in fortgeschrittenem Alter.

Der Preisvorteil, der sich bei einem frühen Abschluss ergibt, führt in der Praxis dazu, dass junge Menschen viele Jahre lang Versicherungsschutz genießen, für den sie letztlich nichts oder sehr wenig zahlen, vergleicht man die Gesamtbeiträge mit einem Späteinsteiger.

In Ausgabe 09/2018 der Zeitschrift Finanztest hat die Stiftung Warentest Berufsunfähigkeitstarife unter die Lupe genommen, die für Auszubildende und Studierende BU-Schutz für den angestrebten Zielberuf bietet.

Lesen Sie im Folgenden, welche Versicherer sehr guten Schutz bieten und welche Kriterien es zu erfüllen galt.

Die Testergebnisse

Die Tarife, die zu den Testsiegern zählen, zeichnen sich dadurch aus, dass sie in ihren Bedingungen schon einen eindeutigen Berufsbezug formulieren. Im Falle einer eintretenden Berufsunfähigkeit wird dann nicht nur darauf abgestellt, ob weiter studiert oder die Ausbildung gemacht werden kann, sondern auch darauf, ob der Zielberuf mit der vorliegenden Einschränkung noch ausgeübt werden kann.

Die zwölf Anbieter, die von Stiftung Warentest1 die Note „sehr gut“ (0,9-1,5) erhalten haben, sind:

  • Barmenia
  • Provinzial Nordwest
  • SDK
  • Volkswohl Bund
  • Allianz
  • Aachen Münchener
  • Advignon
  • Gothaer
  • Hanse Merkur
  • Nürnberger
  • Öffentliche Oldenburg
  • Provinzial Hannover

Die meisten Tarife konnten ab dem 15. Lebensjahr abgeschlossen werden, eine Ausnahme bilden die Nürnberger, hier ist ein Abschluss schon mit 14 möglich, und der Volkswohl Bund, bei dem bereits ab dem 10. Lebensjahr Berufsunfähigkeitsschutz zu bekommen ist.

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Vorerkrankungen machen die Berufsunfähigkeitsversicherung teuer

Ein weiterer guter Grund möglichst früh eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen ist das Risiko von Vorerkrankungen. Je älter man wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich kleinere und größere körperliche Einschränkungen ergeben.

Allergien, Rückenleiden, Diabetes oder Knieleiden können zu Einschränkungen der Leistungen und teils hohen Beitragszuschlägen führen. Schwerwiegende Erkrankungen oder psychische Leiden führen unter Umständen sogar dazu, dass eine Versicherung abgelehnt wird.

In jungen Jahren ist man meist noch fitter und gesünder und kann Tarife zu den bestmöglichen Konditionen abschließen. Krankheiten, die nach Zustandekommen des Vertrages erst entstehen müssen nicht nachgemeldet werden.

Was macht man bei bestehenden Vorerkrankungen? Bei bestehenden Vorerkrankungen ist es sinnvoll an möglichst viele Versicherer eine anonyme Risikovoranfrage zu stellen, um zu sehen, wie der Umgang mit bestehenden Erkrankungen ist. Hierzu ist die Beauftragung eines Maklers oder Versicherungsberaters notwendig, da sie nicht durch die Kunden selbst erfolgen kann.

Mit der anonymen BU Voranfrage wird vermieden, dass bestehende Erkrankungen im Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS-Wagnisdatei) landen. Die Versicherer gehen oftmals ganz unterschiedlich mit bestehenden Erkrankungen um.

Warum brauchen Auszubildende und Studierende eine BU Versicherung?

Wer studiert oder eine Ausbildung macht, hat den Schritt in ein künftig unabhängiges Leben geschafft. Die eigene Wohnung, ein Auto, ein Dasein unabhängig von den Eltern ist endlich greifbar. Das erste eigene Geld zu verdienen schafft neue Freiheiten.

Studenten haben im Fall einer Berufsunfähigkeit ein großes Problem: Sie haben noch nichts oder sehr wenig in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Die nötigen 5 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung sind für sie nicht erreichbar. Die staatliche Unterstützung in Form der Erwerbsminderungsrente bekommen Studenten also nicht.

Auszubildende sind etwas besser dran: die üblichen 5 Jahre Wartezeit gelten für Auszubildende nicht. Bereits ab der ersten Beitragszahlung haben Auszubildende bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten Versicherungsschutz in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Ab dem zweiten Beitragsjahr erstreckt sich der Schutz auch auf die Freizeit. Allerdings ist die staatliche Erwerbsminderungsrente nur eine Grundabsicherung. Leben kann man davon auch als Auszubildender eher nicht. 

Fazit

Auszubildende und Studierende brauchen eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Vorteil: Sie können beim Abschluss in jungen Jahren viel Geld sparen und sich sehr gute Leistungen sichern. Es lohnt sich daher, sich frühzeitig mit dem Angebot der Versicherer auseinander zu setzen und noch in der Ausbildungs- und Studienzeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung zuzulegen.

Quellenangaben

1Quelle: Finanztest / Stiftung Warentest, Ausgabe 09/2018, S.78-83