Schneider Selbständigkeit

Selbständig werden mit einer Schneiderei

Sie lieben Ihren Job und möchten endlich für sich selbst arbeiten? Als Schneider selbständig zu werden ist ein großer Schritt, wir sagen Ihnen worauf Sie dabei achten müssen.

Hat man jahrelang in einem Beruf Erfahrungen gesammelt, stellt man sich schon einmal die Frage, ob man immer das Geld für andere erwirtschaften will oder ob man sich nicht lieber selbständig machen soll. Sein eigener Chef zu sein und selbst die Spielregeln des Betriebs festzulegen, stellen sich viele einfach vor, was aber alles damit zusammenhängt, wird oftmals gnadenlos unterschätzt.

Bevor man sich also blindlings ins Abenteuer stürzt, sollte man sich genau überlegen, was man will. Ein Businessplan, in dem Sie sich unter anderem Gedanken über Finanzierung, Personal und Kosten machen, ist die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Start in die Unabhängigkeit. Eine eigene Schneiderei zu eröffnen ist für viele ein lang gehegter Traum, man sollte aber nicht unterschätzen, wie viel mehr Arbeit und Verantwortung das mit sich bringt.

Wenn Sie trotzdem überzeugt sind, die nötige Erfahrung und die Leidenschaft für ein solches Projekt mitzubringen, sollten Sie im Folgenden unsere Hinweise zur Selbständigkeit mit und ohne Meistertitel, zur Standortwahl und zur Gewerbeanmeldung lesen. Damit gewinnen Sie einen guten Überblick über die wichtigsten Punkte bei Gründung und Selbständigkeit.

Schneiderei Selbständigkeit: mit und ohne Meistertitel

Schneider ist ein anerkannter Ausbildungsabschluss (im Einzelnen: Maßschneider, Änderungsschneider, Theaterschneider, Zuschneider etc.), der nach einer Lehrzeit von in der Regel drei Jahren erlangt werden kann. Dann ist man zunächst Geselle. Gemäß Handwerksordnung gehört der Beruf des Schneiders zu den zulassungsfreien Berufen, d.h. eine Selbständigkeit ist auch ohne einen Meistertitel möglich. Wer den Meistertitel trotzdem haben möchte, kann an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen, die durch das Meister-BAföG oft auch staatlich gefördert werden kann.

Da kein Meisterzwang besteht streben vergleichsweise viele Schneider ohne Meistertitel auf den Markt und schließen ihre Schneiderei leider häufig auch schnell wieder. Der Zusatz „Meisterbetrieb“ ist für viele Kunden ein wichtiger Hinweis auf Qualität und damit oftmals der entscheidende Faktor bei der Auftragsvergabe. Daher sollten Sie die Ablegung der Meisterprüfung grundsätzlich anstreben, wenn Sie sich als Schneider selbständig machen wollen.

Neben der Tatsache, dass der Titel Ihnen bei der Kundenakquise hilft, lernen Sie im Rahmen der Meisterprüfung, bzw. bei der Vorbereitung darauf auch, was Sie für die Leitung und Organisation eines Betriebes dringend brauchen. Von der Personalführung, über betriebswirtschaftliche Kenntnisse, das Koordinieren von Arbeitsabläufen, die richtige Planung und Kalkulation des Wareneinsatzes, all dies sind Aufgaben die zusätzlich zu Ihrer Schneidertätigkeit in Zukunft auf Sie zukommen und noch viele mehr.

Schneider in eigener Schneiderei: Räumliche Anforderungen und Standort

Wenn Sie sich als Schneider erfolgreich selbständig machen wollen, brauchen Sie natürlich auch geeignete Räume. Neben der Werkstatt, oder dem Atelier, ist es schön noch einen abgetrennten Verkaufs- bzw. Empfangsraum zu haben, in dem man dem Kunden abseits von Bügeldämpfen und Textilstaub Modelle der eigenen Arbeit präsentieren, Stoffe zeigen und mit ihm über seine Wünsche und Vorstellungen sprechen kann. Auch eine Umkleidemöglichkeit muss hier integriert werden, damit der Kunde sich bei der Anprobe nicht im Geschäft umziehen muss.

Der Kunde wünscht sich wahrscheinlich, dass Sie seine Vorstellungen von Schönheit und Ästhetik teilen, Ihr Atelier ist für ihn ein erster Anhaltspunkt. Daher sollten diese Räume immer topp gepflegt und geschmackvoll eingerichtet sein. Ebenso ist der Standort Ihres Ladens entscheidend. Lage und äußeres Erscheinungsbild spielen eine große Rolle bei der Kundengewinnung. Liegen Ihre Räume in einem exklusiven Viertel, wird man von Ihnen auch hochwertige Leistung erwarten.

Angeschlossen an andere Geschäfte und somit stark von „Laufkundschaft“ frequentiert, wird man erwarten, dass Sie auch einfachere Arbeiten, wie Reparaturen und Ausbesserungen übernehmen. Mit der Wahl des Standortes entscheiden Sie also auch bereits über Ihre künftige Kundschaft. Wer sich auf ein finanzstarkes Klientel fokussiert, muss damit rechnen, dass zu Beginn die Aufträge nur schleppend reinkommen, bis sich die Qualität der Arbeit herum gesprochen hat.

Selbständigkeit Schneiderei: Gewerbeanmeldung und Behördengänge

Um das Gewerbe anmelden zu können, müssen Sie sich zunächst mit Ihrem Betrieb in das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke bei der zuständigen Handwerkskammer eintragen lassen. Ist dies erfolgt, können Sie bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung Ihren Antrag auf Gewerbeanmeldung einreichen. Hierzu brauchen Sie in der Regel nur das Formular, die Bestätigung über die Eintragung und einen gültigen Personalausweis.

Finanzamt und Berufsgenossenschaft werden dann automatisch über die Gewerbeanmeldung informiert und schicken Ihnen jeweils einen Fragebogen zu, in dem Sie Angaben zu Ihrem Betrieb und der Zahl Ihrer Mitarbeiter machen müssen. Sie sind sowohl in der Handwerkskammer, als auch bei der Berufsgenossenschaft Pflichtmitglied. Im ersten Jahr entfallen in der Handwerkskammer jedoch die Beiträge. In den darauffolgenden drei Jahren kann es Beitragserleichterungen geben, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Hierüber informiert Sie die Handwerkskammer im Detail.

Wichtige Versicherungen für Schneider

Welche Versicherungen benötigt ein Schneider

Betriebshaftpflichtversicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Berufsunfähigkeitsversicherung Schneider

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Rechtsschutzversicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

D&O Versicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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