Piercer

Piercer: Berufsprofil und Selbständigkeit

Piercings, Dermal Anchors, Brandings – Möglichkeiten seinen Körper zu verschönern gibt es viele. Piercer haben heute mehr denn je zu tun. Lesen Sie hier, wie das Berufsprofil eines Piercers im Einzelnen aussieht.

Piercings sind heute keineswegs mehr ein Randphänomen, viele – vor allem junge Menschen – entscheiden sich wenigstens einmal im Leben für den Körperschmuck, der unter die Haut geht. Damit hat auch der Beruf des Piercers in den letzten Jahren einen großen Aufschwung erlebt. Schon lange wird  nicht mehr heimlich im Hinterhof gestochen, sondern in professionellen Piercingsstudios.

Auch die Kunden werden immer anspruchsvoller: War früher ein Piercing nur was für Aussteiger und Mutige, hat es sich als Körperschmuck, ähnlich dem Ohrloch, etabliert. Risiken eingehen wollen die Kunden dabei nicht. Daher achten sie oftmals penibel auf Hygiene und Sauberkeit und suchen sich den Piercer ihres Vertrauens genau aus. Wer also heute als Piercer erfolgreich arbeiten will, muss mit Kompetenz und Erfahrung überzeugen können.

Wir sagen Ihnen, welche Aufgaben man als Piercer hat, welche persönlichen Voraussetzungen man mitbringen muss, um diesen Beruf ausüben zu können, unter welchen Bedingungen man als Piercer arbeitet und welche Verdienstmöglichkeiten es in diesem Beruf gibt. Zudem nennen wir Ihnen die wichtigsten Versicherungen, die ein Piercer haben sollte.

Aufgaben von Piercern

Piercer bringen Schmuck perkutan nach Wunsch des Kunden an verschiedenen Stellen des Körpers oder des Gesichts an. Dabei müssen Piercer sich genauestens an die hygienischen Richtlinien halten und sorgfältig arbeiten. Bevor das eigentliche Piercen beginnt, beraten Piercer ihre Kunden umfänglich. Zunächst wird die gewünschte Körperstelle untersucht, um sicherzustellen, dass das Piercen hier aufgrund der anatomischen Gegebenheiten auch durchführbar ist. Dann klären Piercer ihre Kunden über die Risiken des Eingriffs auf, gleichzeitig sollten sie darauf achten, dass sie dem Kunden ein gutes Bild von den hygienischen Vorkehrungsmaßnahmen im Studio geben.

Dem Kunden zu zeigen, wie Instrumente sterilisiert werden und vor dessen Augen Einwegmaterialien aus der sterilen Verpackung zu nehmen, kann helfen, dessen Ängste zu minimieren. Auch eine ausführliche Beantwortung aller Fragen, die ein Kunde vor dem Eingriff hat, sollte selbstverständlich sein. Nachdem der Piercer mit einer Hohlnadel die gewünschte Stelle durchstochen hat und Piercingschmuck aus einem geeigneten Material angebracht hat, gibt er dem Kunden eine genaue Pflegeanweisung (in schriftlicher Form) für das Piercing. Er erklärt, wie lange der Heilungsprozess dauert und stellt sich für Rückfragen und Nachbehandlung bei Komplikationen zur Verfügung.

Beruf Piercer: Persönliche Voraussetzungen

Jedes Piercing birgt Risiken für den, der es bekommt. Piercer haben daher eine höchst verantwortungsvolle Aufgabe. Das Piercen erfordert eine große Ernsthaftigkeit und die Fähigkeit des Piercers Gefahren zu erkennen und Gefahrenpotentiale zu beseitigen. Wer Piercer werden will muss zudem ein aufgeschlossenes Wesen haben. Der Kontakt mit Kunden ist für Piercer tägliches Geschäft, daher kann in diesem Beruf nur erfolgreich sein, wer kommunikativ ist.

Zudem braucht man als Piercer ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, man muss Kunden ehrlich beraten und ggf. ein Piercing ablehnen, wenn das anatomisch nicht möglich ist, oder man andere Bedenken dagegen hat. Großflächige Brandings oder Cuttings bei einer  gerade volljährig gewordenen Person sollte man nur durchführen, wenn man davon überzeugt ist, dass diese sich über ihr Handeln vollkommen im Klaren ist und die nötige geistige Reife besitzt, ihr Entscheidung abzuwägen.

Auch abgelehnt werden sollte die Behandlung von alkoholisierten oder unter Drogeneinfluss stehenden Kunden. Da das Blut hier verdünnt sein kann, kann ein Piercing in diesem Zustand zu Komplikationen führen. Hier muss sich der Piercer freundlich aber bestimmt durchsetzen und zum Wohl des Kunden entscheiden. Wenn Piercer die Hygienevorschriften nicht genau einhalten, dann besteht auch für sie eine Infektionsgefahr. Umsichtiges Handeln ist also gefragt. Eine ruhige Hand und Geschicklichkeit beim Umgang mit den teilweise nur stecknadelkopfgroßen Schmuckteilen ist unerlässlich.

Arbeitsbedingungen von Piercern

Piercer arbeiten in der Regel in Piercingstudios, teilweise sind diese auch an Tattoostudios angeschlossen.  Ihre Arbeit findet immer unter den Augen von Kunden statt und unter strenger Einhaltung der Hygienevorschriften. In Privaträumen sollten Piercings nicht angebracht werden, weil die Infektionsgefahr hier massiv ansteigt. Übernächtigt oder alkoholisiert zu Arbeit zu kommen, ist in diesem Beruf ein absolutes No-Go, bei jedem Eingriff muss der Piercer geistig „voll da“ sein. Die Arbeit am Kunden birgt immer Risiken, Piercer müssen genau wissen, was zu tun ist, wenn es zu plötzlichen Blutungen oder Entzündungen kommt.

Die hohe Verantwortlichkeit, die mit diesem Beruf einhergeht, kann seelischen Stress hervorrufen. Piercingstudios haben mittlerweile Öffnungszeiten, die an die allgemeinen Ladenöffnungszeiten angelehnt sind. Bei umfangreicheren Eingriffen können auch Abend- oder Wochenendtermine vereinbart werden. Piercer arbeiten in der Regel selbständig. Wenn sie kein eigenes Studio führen, dann ist es üblich in anderen Studios eine Stuhlmiete zu zahlen, um dort die Räume mitbenutzen zu können.

Beruf Piercer: Verdienstmöglichkeiten

Eine Angabe zum Verdienst als Piercer zu machen ist nicht möglich, denn der Spielraum ist hier sehr groß. Wie hoch der tatsächliche Verdienst ist, hängt natürlich vor allem davon ab, wie viele Kunden täglich kommen. Nach dieser Nachfrage bestimmt sich in der Regel auch der Preis der Dienstleistungen, d.h in einem gut besuchten Studio verdient man mehr, weil man zum Einen mehr Kundschaft hat und weil diese außerdem bereit ist für gute Leistung auch gutes Geld zu zahlen.

Stellt man sich mit einem Studio auf eigene Beine, kann es zunächst dauern bis man einen Kundenstamm hat, der ausreichend Geld einbringt. Hier ist Marketingtalent gefragt. Was Sie sonst noch über die Selbständigkeit eines Piercers wissen sollten, lesen Sie unter Selbständigkeit Piercer.

Wichtige Versicherungen für Piercer

Zunächst brauchen Piercer natürlich eine gute Kranken- und Pflegeversicherung. Sie können sich freiwillig gesetzlich versichern oder auf eine private Kranken- und Pflegeversicherung setzen. Allerdings ist danach ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung nicht mehr möglich. Aber auch die Absicherung der Haftungsrisiken ist elementar. Schadensersatzforderungen, die schon wegen eines kleinen Fehlers oder einer Unachtsamkeit entstehen können, können kleine Betriebe finanziell ruinieren.

Wenn Sie selbst ein Piercingstudio haben, brauchen Sie unbedingt eine Betriebshaftpflichtversicherung für das Piercingstudio. Damit sichern Sie sich als Geschäftsinhaber ab, aber auch angestellte Mitarbeiter. Wenn andere Piercer selbständig bei Ihnen arbeiten, müssen Sie mit der Versicherung über einen Einschluss aller in die Betriebshaftpflichtversicherung reden.

Grundsätzlich sollte aber jeder Piercer selbst über eine Berufshaftpflichtversicherung für Piercer verfügen. Diese deckt die Risiken, die sich aus der Tätigkeit an sich ergeben. Die Betriebshaftpflichtversicherung ist eher dazu geeignet betriebliche Risiken, wie Versäumnisse im Bereich Verkehrssicherungspflichten und ähnliches abzudecken. Fehler beim Stechen sind hierdurch zunächst nicht abgedeckt.

Wenn Sie eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen, dann fragen Sie den Versicherer, ob die Berufshaftpflichtversicherung darin eingeschlossen ist. Oftmals ist hier eine klare Abgrenzung von Berufs- und Betriebshaftpflicht gar nicht möglich oder besser gesagt nötig, weil die Versicherer den Bedarf von Piercern erkannt haben und Versicherungslösungen anbieten, die auf die Bedürfnisse dieser Berufsgruppe zugeschnitten sind.

Als Piercer müssen Sie außerdem privat vorsorgen für den Fall, dass Sie berufsunfähig werden. Viele Piercer können ihren Beruf nicht bis zum Erreichen der Rente ausüben und stehen dann vor dem finanziellen Aus, weil der Staat sie nicht absichert. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Piercer ist daher ein Muss.

Da das Risiko von Piercern berufsunfähig zu werden vergleichsweise hoch ist, ist es oft schwer eine gute und günstige Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden. Ein Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherungen für Piercer ist daher sinnvoll.

Welche Versicherungen benötigt ein Piercer

Betriebshaftplicht für Piercingstudio

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Berufsunfähigkeitsversicherung Piercer

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Rechtsschutzversicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

D&O Versicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

empfohlenwichtigganz wichtig

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Betriebshaftpflichtversicherung für Piercer

Eine Betriebshaftpflichtversicherung kommt für Sach- und Personenschäden auf. Für Ladeninhaber oder Studiobetreiber übernimmt eine Betriebshaftpflicht Personenschäden, die in ihren Räumen entstehen.