Diätassistent Selbständigkeit

Selbständig machen als Diätassistent

Sich als Diätassistent selbstständig zu machen und eine eigene Praxis zu gründen ist eine Herausforderung. Wenn Sie bereit sind diese anzunehmen, sagen wir Ihnen alles, was Sie dazu wissen müssen.

Die Arbeit als angestellter Diätassistent gibt Ihnen nicht die Freiheiten, die Sie sich wünschen? Oder aber Sie stehen vor der Entscheidung eine neue Ausbildung zu beginnen mit dem Ziel einer späteren Selbständigkeit? Egal von welchem Punkt Sie starten, eine Selbstständigkeit ist immer eine große Herausforderung.

Neben Geld muss man viel Herzblut investieren, es muss geplant und kalkuliert werden. Am Ende des Prozesses stehen selbstbestimmtes und eigenständiges Arbeiten und im besten Fall ein gutes Einkommen.

Der Weg zur eigenen Praxis führt immer über die Erstellung eines Businessplans. Den brauchen Sie, um öffentliche Fördermittel bei der Gründung beantragen zu können, aber auch um selbst klar zu sehen, was das eigene Vorhaben angeht. Hat man sich zuvor nur vage Gedanken um bestimmte Fragen gemacht, gibt der Businessplan einem eine realistische Sicht auf die Gründung.

Genau das ist das A und O: Wenn Sie selbstständig werden wollen, müssen Sie immer auch wirtschaftliche Faktoren im Auge behalten. Was häufig auch unterschätzt wird, ist der bürokratische Aufwand zu Beginn einer Selbstständigkeit. Deshalb geben wir Ihnen im Folgenden einen guten Überblick welche Ausbildung und Qualifikation man als Diätassistent braucht, wie man die richtigen Praxisräume findet und wo man sich überall anmelden muss.

Diätassistent Selbständigkeit: Ausbildung und Zusammenarbeit mit den Krankenkassen

Der Beruf des Diätassistenten wird als einziger nicht-ärztlicher Heilberuf staatlich anerkannt. Die Berufsbezeichnung ist rechtlich geschützt und darf nur nach Ablegen der staatlichen Prüfung getragen werden. Die Prüfungsinhalte sind im ganzen Bund einheitlich geregelt. Dem voraus geht eine dreijährige Ausbildung an einer Berufsfachschule. Um zur Ausbildung zugelassen zu werden, ist in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss, bzw. ein Hauptschulabschluss plus mindestens eine zweijährige, abgeschlossene Ausbildung erforderlich.

Diätassistenten arbeiten stets nach den neuesten Erkenntnissen von Wissenschaft und Forschung, d.h. sie bilden sich ständig weiter und lernen ein Leben lang dazu. Spezielle Fortbildungsangebote ermöglichen Diätassistenten auch die Spezialisierung in verschiedenen Fachbereichen. Mit der staatlich anerkannten Ausbildung zum Diätassistenten sichern Sie sich auch die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen.

Wird die Behandlung durch Sie von einem Arzt verordnet, können Ihre Patienten Teile der Rechnung oder sogar alle Kosten von ihrer Krankenkasse ersetzt bekommen. Sie rechnen jedoch nicht mit der Krankenkasse, sondern mit den Patienten direkt ab.

Diätassistent-Praxis: Räumliche Anforderungen, Standort und Ausstattung

Um als Diätassistent erfolgreich selbständig zu werden, brauchen Sie zunächst geeignete Praxisräume. Neben einem Behandlungs- und Besprechungsraum, sollten Sie ein Wartezimmer mit ausreichender Bestuhlung, sowie Patiententoiletten haben. Eine gute Verkehrsanbindung und Parkplatzsituation, sowie der Anschluss an andere Praxen und Geschäfte sind eine wichtige Voraussetzung, um von Patienten wahr- und in Anspruch genommen zu werden.

Neben ausreichenden Sitzmöbeln brauchen Sie als Grundausstattung einen Computer mit geeigneter Software, um ihre Patientendaten zu verwalten und Diätpläne zu erstellen. Außerdem brauchen Sie eine Waage, die bis mindestens 200 Kilogramm wiegen kann. Zur möglichst genauen Bestimmung des Körperfettanteils ist auch die Anschaffung eines Messgeräts zur bioelektrischen Impedanzanalyse sinnvoll. Um die Kosten für Räume und Ausstattung niedrig zu halten, kann auch der Zusammenschluss mit Angehörigen anderer Heil- und Gesundheitsberufe interessant sein.

Eine solche Praxisgemeinschaft kann sich auch bei der Patientengewinnung positiv auswirken. Eine weitere Möglichkeit ist die Übernahme einer bereits bestehenden Praxis. Das erfordert aber häufig ein sehr großes Investment zu Beginn, denn neben den materiellen Gütern wird auch ein Teil des Patientenstamms übernommen, was sich der Vorgänger natürlich bezahlen lässt.

Selbständigkeit Diätassistent: Gewerbeanmeldung und Behördengänge

Diätassistenten gehören zu den Freiberuflern nach § 18 EStG. Eine Gewerbeanmeldung ist daher nicht erforderlich. Sie müssen die Aufnahme Ihrer freiberuflichen Tätigkeit nur zeitnah dem Finanzamt mitteilen. Gewerbesteuer wird nicht fällig. Liegt eine ärztliche Verordnung vor oder wird die Leistung im Rahmen einer Vorsorge- oder Reha-Maßnahme erbracht, sind die Umsätze von Diätassistenten auch umsatzsteuerbefreit nach § 4 Nr. 14a UStG. Die Umsatzsteuerbefreiung gilt allerdings nur unter den genannten Voraussetzungen.

Für anders erbrachte Leistungen kann ein Umsatzsteuerausweis durchaus erforderlich sein. Sie sollten sich hier steuerlich beraten lassen. Eine Kammerzugehörigkeit gibt es für Diätassistenten nicht. Der Beitritt zu einem Berufsverband kann allerdings sinnvoll sein. Diese bieten Beratungen und Fortbildungen an, sowie die Interessenvertretung von Diätassistenten.

Wichtige Versicherungen für Diätassistenten

Welche Versicherungen benötigt ein selbständiger Diätassistent?

Betriebshaftpflichtversicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Rechtsschutzversicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

D&O Versicherung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

empfohlenwichtigganz wichtig

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Für Diätassistenten wichtig: Die Berufs- bzw. Betriebshaftpflichtversicherung

Besonders wenn Personen zu Schaden kommen, sind die daraus resultierenden Forderungen häufig sehr hoch. Deshalb sollten Diätassistenten niemals ohne eine Berufshaftpflichtversicherung tätig werden. Klären Sie vor Aufnahme einer nicht-selbständigen Tätigkeit, ob und wie Sie über Ihren Arbeitgeber versichert sind. Wenn Sie eine eigene Praxis haben, dann muss die Berufshaftpflichtversicherung für Diätassistenten auch die Betriebshaftpflicht für die Praxis einschließen.