Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsfragen

Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig, doch die Gesundheitsprüfung entpuppt sich dabei oft als Hürde. Gibt es auch Berufsunfähigkeitsversicherungen ohne Gesundheitsprüfung?

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist sehr wichtig. Besonders für Personen mit „riskanten Berufen“, die arbeitsbedingt schnell berufsunfähig werden können, ist er essenziell. Auch andere Berufsgruppen sollten sich aber unbedingt gegen Berufsunfähigkeit absichern, da Berufsunfähigkeit viele Ursachen haben kann.

Wer einen Antrag auf Aufnahme in die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt, muss zuvor allerdings eine Gesundheitsprüfung durchlaufen, die aus verschiedenen Fragen zum Gesundheitszustand besteht. Hier wird z.B. nach Größe und Gewicht, dem Vorliegen bestimmter Krankheiten in Gegenwart und Vergangenheit und der Einnahme von Medikamenten gefragt. Unter Umständen wird im Anschluss an die Beantwortung der Fragen auch eine ärztliche Untersuchung verlangt.

Bei Nichtbestehen der Gesundheitsprüfung erhalten Antragsteller keinen Versicherungsvertrag. Dabei können je nach Versicherer schon scheinbar harmlose Kleinigkeiten zum Ausschluss führen, so dass die Gesundheitsprüfung eine echte Hürde auf dem Weg zum Vertragsabschluss darstellen kann. Mitunter liest man allerdings von Versicherern, die Berufsunfähigkeitsversicherungen ohne Gesundheitsprüfung anbieten oder nur wenige Gesundheitsfragen stellen. Gibt es solche Verträge wirklich?

BU Gesundheitsfragen: Keine Rose ohne Dornen

Berufsunfähigkeitsversicherungen, die völlig ohne Gesundheitsprüfung auskommen, gibt es nicht, denn das Risiko einer bald nach Versicherungsbeginn eintretenden Berufsunfähigkeit wäre für den Versicherer zu groß. Teils bieten Versicherer zeitlich begrenzt Policen an, die mit wenig Gesundheitsfragen auskommen, die z.B. nach dauerhaften Erkrankungen oder medizinischen Behandlungen der letzten drei Jahre fragen.

Oft sind solche Policen durch Beschränkungen zu Beruf und Alter aber auch nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich; zudem ist die maximal versicherbare BU-Rente begrenzt, manchmal sogar so stark, dass sich der Abschluss gar nicht lohnt. Interessenten, die auch über einen üblichen BU-Antrag an einen Vertrag ohne Leistungsausschlüsse und Risikozuschläge kommen können, sollten sich lieber in diese Richtung orientieren.

Anonyme BU Risikovoranfrage ist empfehlenswert

Generell ist aber zu empfehlen, beim Antrag auf BU Versicherung zunächst eine anonyme BU Risikovoranfrage zu stellen: Ist die Anfrage nämlich erst einmal unter Angabe der vollen persönlichen Daten erfolgt, müssen abgelehnte Bewerber bei der erneuten Antragstellung bei einem anderen Versicherer auf Nachfrage angeben, dass sie schon einmal abgelehnt worden sind.

Zudem werden die Daten zum Gesundheitszustand in einer zentralen Datei, dem sogenannten HIS, gespeichert, auf das alle Versicherer Zugriff haben. Beides erschwert die Annahme bei einem neuen Versicherer. Auch der Antrag bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit wenigen Gesundheitsfragen, der als nächster Schritt erfolgen könnte, käme dann voraussichtlich nicht zustande.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen

Wenn weder eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit den üblichen Antragsfragen noch eine BU-Versicherung mit wenigen Gesundheitsfragen abgeschlossen werden kann, kann als Alternative der Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung in Betracht gezogen werden. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist zwar keine Berufsunfähigkeitsversicherung, doch ist hier mittlerweile auch ein Abschluss (fast) ohne Gesundheitsprüfung möglich.

In der Regel müssen lediglich zwei Fragen beantwortet werden, die untersuchen, ob der Antragsteller bereits einmal erwerbsunfähig oder pflegebedürftig war und ob schon einmal ein Antrag auf Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung oder Pflegeversicherung abgelehnt worden ist.

Können diese Fragen verneint werden, steht der Erwerbsunfähigkeitsversicherung nichts mehr im Wege. Zu beachten ist allerdings, dass eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung erheblich weniger leistet als eine Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie greift nur dann, wenn der Versicherte kaum noch in der Lage ist, irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Zudem beträgt die Wartezeit bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsfragen fünf Jahre.

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