Betriebsrente oder Riesterrente

Was ist besser – Betriebsrente oder Riesterrente?

Während etwa ein Drittel der deutschen Arbeitnehmer mit einem Riester-Sparvertrag fürs Alter Vorsorge leistet, setzen mehr als 50 Prozent auf eine Altersvorsorge aus dem Betrieb. Das hat die Zeitschrift Finanztest ermittelt, die in der Ausgabe von Juni 2013 die Vor- und Nachteile beider Sparformen erläutert.

Vergleich
Wer gewinnt: Betriebsrente oder Riesterrente?

Laut der Zeitschrift Finanztest im Juni 2013 sorgen insgesamt 71 Prozent der Deutschen zusätzlich vor, wenn es um die Altersabsicherung geht.

36 Prozent tun dies mittels einer Betriebsrente, 15 Prozent haben einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Weitere 20 Prozent der Vorsorgenden haben sich gar doppelt abgesichert und planen, die gesetzliche Rente sowohl mittels staatlich geförderter Rente als auch per Betriebsrente aufzustocken.

Angesichts dieser Zahlen haben die Experten des Testmagazins einen direkten Vergleich gezogen, um herauszufinden, welche der beiden Vorsorgeformen lohnenswerter ist.

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Unterschiedliche Förderung

Die Förderung der beiden Renten funktioniert unterschiedlich: Riester-Sparer erhalten eine Zulage in Höhe von 154 Euro, sofern sie selbst vier Prozent ihres Vorjahresbruttos abzüglich der Zulage in den Vertrag investieren. Für Eltern gibt es zusätzlich Kinderzulagen in Höhe von 185 Euro pro Kind; für nach 2007 geborene Kinder steuert der Staat sogar 300 Euro bei. Außerdem muss der Sparer für den Beitrag zur Riesterrente keine Steuern zahlen.

Für eine betriebliche Altersvorsorge fließen hingegen keine Zulagen – wer auf Betriebsrente setzt, muss allerdings ebenfalls keine Steuern auf seine Beiträge zahlen. Zudem sind 2013 Rentenbeträge in Höhe von bis zu 2.784 Euro sozialabgabenfrei; weitere Einzahlungen von maximal 1.800 Euro sind möglich, werden dann aber mit Sozialabgaben belegt.

Was ist nun vorteilhafter – Betriebsrente oder Riesterrente?

Beide Varianten haben ihre Vorteile. Bei der Betriebsrente ist die staatliche Förderquote durch Abgabenfreiheit jedoch höher, wie Finanztest herausgefunden hat: Investiert ein Arbeitnehmer mit einem Jahresgehalt von 30.000 Euro in eine Riesterrente, muss er mindestens 1.200 Euro in seinen Vertrag einzahlen. Aufgrund der Fördervorteile zahlt er selbst davon allerdings nur 843 Euro. Hier beträgt die Förderquote 30 Prozent. Investiert ein Arbeitnehmer mit Betriebsrente die gleiche Summe, also 843 Euro, beträgt die staatliche Förderquote dank der Steuer- und Abgabenersparnis dagegen stolze 47 Prozent. Mit höheren Beiträgen steigt sie noch an.

Betriebsrente: Trotz hoher Förderquote weniger Altersrente

Zunächst scheint eine Betriebsrente somit attraktiver als die Besparung mittels Riester-Vertrag. Finanztest hat jedoch auch ermittelt, inwieweit sich die tatsächlichen Altersrenten bei gleicher Investition voneinander unterscheiden: Hier liegt überraschenderweise die Riesterrente vorn, die im oben genannten Fall durch die garantierte Mindestverzinsung ein Plus von 20 Prozent auf die gesetzliche Altersrente erzielt. Die Betriebsrente stockt die Altersrente im Vergleich um nur 19 Prozent auf, da ihre hohe Förderung verpufft.

Der Grund: Wegen der Abgabenfreiheit zahlen Arbeitnehmer auch keine Rentenversicherungsbeiträge auf ihre Betriebsrente und schmälern damit die spätere Auszahlung. Zudem müssen Bezieher einer Betriebsrente seit einigen Jahren prozentuale Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung von ihrer betrieblichen Altersrente abführen.

Ein anderes Bild ergibt sich, wenn die Überschüsse eingerechnet werden, an denen Rentner mit Betriebsrente oder Riesterrente beteiligt werden könnten: Während die Riesterrente die Rente im Alter durch zusätzliche Überschüsse um insgesamt 32 Prozent aufstocken könnte, sind es bei der Betriebsrente mehr – nämlich ganze 35 Prozent, wenn, wie im obigen Beispiel, ein Beitrag von 1.200 Euro gezahlt wird. Erst ab einer deutlich höheren Investition in Riesterrente oder Betriebsrente gleichen sich die Verhältnisse dann wieder aus. Die Überschüsse werden allerdings nicht garantiert und bilden somit keine sichere Rechengröße.

Zuzahlungen des Arbeitgebers erhöhen Altersbezüge merklich

Attraktiv wird die Betriebsrente jedoch auch, falls der Arbeitgeber bereit ist, die eingesparten Sozialabgaben ebenfalls in die betriebliche Altersvorsorge seiner Mitarbeiter einfließen zu lassen – nach Angaben von Finanztest erhöht sich dann die gesetzliche Altersrente um 23 Prozent statt um die bisher errechneten 19 Prozent. Angestellte, deren Betrieb dies leistet, sind mit einer Betriebsrente also gut beraten.

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