Leistungen Berufsunfähigkeitsversicherung

Was leistet eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Bedingungen von Berufsunfähigkeitsversicherungen variieren von Versicherer zu Versicherer. Dies erklärt auch die Unterschiede hinsichtlich der Beiträge, wobei teuer nicht zwingend mit einem, im Sinne des Versicherten guten Bedingungswerks, einhergeht. Für den Laien sind die Versicherungsbedingungen der Gesellschaften oft nur schwer zu vergleichen. Doch gerade hier sollten Sie die Unkenntnis im Versicherungsfall nicht teuer mit einer Leistungseinbuße bzw. einer Leistungsverweigerung bezahlen.

Legen Sie Wert auf folgende Versicherungsmerkmale:

(1) Befristete Anerkennung & Verzicht auf Nachprüfung
Man spricht von einer „befristeten Anerkennung“ wenn der Versicherer dem Rentenanspruch des Versicherten nicht grundsätzlich zustimmt, sondern nur befristet für eine bestimmte Zeit die Rente bezahlt. Manche Versicherungsgesellschaften sprechen lieber mehrere befristete Anerkennungen, als eine finale Anerkennung aus. Gute Versicherungen verzichten auf diese Praxis und vor allem auf eine Nachprüfung des Gesundheitszustandes während des Zeitraums der befristeten Anerkennung.

(2) Verzicht auf die „abstrakte Verweisung“
Der Verzicht des Versicherers auf die Möglichkeit einer „abstrakten Verweisung“ ist das wichtigste Versicherungsmerkmal, dem höchste Priorität eingeräumt werden sollte.

Der Begriff „abstrakte Verweisung“ bedeutet, dass eine berufsunfähige Person auf einen anderen, als den bei Eintritt der Berufsunfähigkeit ausgeübten Beruf verwiesen werden kann. Die Versicherungsgesellschaften bieten in ihren Tarifen unterschiedliche Stufen der Verweisbarkeit an.

Zu unterscheiden sind:

  • Der völlige Verzicht auf die „abstrakte Verweisung“
  • Der Verzicht auf die „abstrakte Verweisung“ ab einem bestimmten Alter
  • Der Verzicht auf die Verweisung einer Umschulung

Achtung: Eine „konkrete Verweisung“ ist immer dann möglich, wenn konkret eine andere Berufstätigkeit ausgeübt werden kann, die mit der bisherigen vergleichbar und damit zumutbar ist. Mit der „konkreten Verweisung wird“ vor allem der Missbrauch von unzulässigem Rentenbezug vermieden. Diese stellt somit einen Schutz für die Versichertengemeinschaft dar.

Je klarer die „abstrakte Verweisung“ von der Versicherungsgesellschaft ausgeschlossen wird, desto wertvoller und berechenbarer ist der Berufsunfähigkeitsschutz für Sie.

Tipp: Nehmen Sie sich bei der Entscheidung für eine Berufsunfähigkeitsversicherung genügend Zeit und prüfen Sie die Bedingungen. Bei Schwierigkeiten bzw. Fragen zum Kleingedruckten steht Ihnen ein sachkundiger Versicherungsberater gerne zur Seite. Achten Sie bitte darauf, dass Ihr Berater unabhängig und nicht ausschließlich für eine Versicherungsgesellschaft tätig ist.

(3) Leistet die Versicherung auch rückwirkend, wenn der Versicherungsfall verspätet gemeldet wird?
Was Sie zuerst für eine vorübergehende Krankheit gehalten haben, entpuppt sich nach und nach als schwerwiegende Krankheit, die eine unmittelbare Berufsunfähigkeit zur Folge hat.

Sie waren sich erst nach einigen Monaten bezüglich der Tragweite bewusst und melden demzufolge den Versicherungsfall auch verspätet der Versicherung. Die Versicherung sollte in diesem Fall auch rückwirkend die Leistungen erbringen.

(4) Verzicht auf die Verpflichtung zur Umschulung
Verpflichtet Sie der Versicherungsvertrag im Falle einer Berufsunfähigkeit zu einer Umschulung in einen anderen Beruf, so erlischt nach dem Abschluss der Umschulungsmaßnahme die Zahlungspflicht der Versicherung. Dabei ist es unerheblich, ob der Versicherte nach der Umschulung auch einen Arbeitsplatz findet oder nicht.

(5) Verzicht auf die Arztanordnungsklausel
Mit einer Arztanordnungsklausel kann die Versicherung den Versicherten, der eine Berufsunfähigkeit meldet, zu einer bestimmten Therapie oder zum Besuch eines bestimmten Arztes verpflichten. Gute Versicherungen verzichten auf die Arztanordnungsklausel.

(6) Nachversicherungsgarantie
Die Nachversicherungsgarantie gibt dem Versicherten die Möglichkeit die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente ohne erneute Gesundheitsprüfungen anzuheben. Mit der Nachversicherung hat der Versicherte die Option der Inflation entgegen zu wirken oder veränderten Familienverhältnissen (Heirat, Kinder) Rechnung zu tragen.

Einige Versicherungsgesellschaften koppeln die Nachversicherungsmöglichkeit an den Eintritt eines Ereignisses (Heirat, Kinder). Besonders gute Versicherungen bieten eine unabhängige Nachversicherungsgarantie an.

(7) Stundung der Beiträge bis zur Leistungsentscheidung
Bis eine Berufsunfähigkeit und somit der Rentenanspruch anerkannt wird, können schnell etliche Monate, in kniffligen Fällen auch Jahre vergehen. Gute Versicherungen sind für diese Zeit dazu bereit, dem Versicherten die Beiträge zinslos zu stunden.

Manche Versicherungen machen dies automatisch, andere auf einen Antrag hin und andere wiederum verzichten ganz darauf. Wird der Rentenanspruch jedoch nicht anerkannt, so müssen die gestundeten Beiträge nachbezahlt werden.

(8) Internationaler Versicherungsschutz
Viele Versicherungsgesellschaften verbinden den Versicherungsschutz mit dem Wohnsitz. Gute Versicherungsgesellschaften bieten einen weltweiten, über einen Urlaubsaufenthalt hinausgehenden, Versicherungsschutz an.

(9) Begrenzung des Rücktrittsrechts aufgrund vorvertraglicher Verletzung der Anzeigepflicht auf drei bis fünf Jahre
Hier gibt es die häufigsten Auseinandersetzungen zwischen den Versicherungsgesellschaften und den Versicherten. Denn die Versicherungen prüfen im Falle einer Berufsunfähigkeit gerne, ob der Versicherte zum Zeitpunkt des Abschlusses der Versicherung eine Krankheit verschwiegen hat.

In diesem Fall haben die Versicherungen nämlich ein zehnjähriges Vertragsrücktrittsrecht. Viele Versicherer sind dazu übergegangen, dieses Rücktrittsrecht freiwillig auf fünf Jahre zu beschränken. Besonders gute Versicherungen haben ein dreijähriges Rücktrittsrecht. Das verkürzte Rücktrittsrecht gilt allerdings nicht für eine bewusste Täuschung des Versicherten. Hier gilt nach wie vor ein zehnjähriges Rücktrittsrecht.

(10) Verzicht auf das Kündigungsrecht nach § 41 Versicherungsvertragsgesetz
Der § 41 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) erlaubt der Versicherungsgesellschaft die nachträgliche Beitragserhöhung oder sogar den Rücktritt vom Vertrag.

Dieses Vertragsrücktrittsrecht bestraft den schuld- und ahnungslosen Versicherten mit dem Verlust des Versicherungsschutzes und gibt dem Versicherer die Möglichkeit sich der teueren Versicherten zu entledigen. Eine gute Versicherung verzichtet auf dieses Kündigungsrecht.

(11) Länge des Prognosezeitraums
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist besonders kundenfreundlich, wenn der Prognosezeitraum einer Berufsunfähigkeit sechs Monate beträgt.

(12) Versicherungs- und Leistungsdauer
Die Leistungsdauer der Berufsunfähigkeitsversicherung sollte bis zum Beginn der Altersrente reichen. Manche Versicherungen gelten jedoch nur bis zum 55. Lebensjahr. Doch gerade ab diesem Alter ist das Risiko der Berufsunfähigkeit besonders hoch.

Welche Aspekte für Sie am Wichtigsten sind, finden Sie am Einfachsten im Gespräch mit einem Sachkundigen heraus. Wir empfehlen Ihnen vor einer Entscheidung zugunsten einer Versicherung den unabhängigen Rat eines Versicherungsberaters einzuholen.

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