Werkstoffprüfer

Werkstoffprüfer: Berufsprofil und Selbständigkeit

Der Beruf des Werkstoffprüfers bietet gute Perspektiven, da die Nachfrage hoch ist und auch für die nächsten Jahre ein sich ständig ausdehnender Arbeitsbereich abzusehen ist. Grund genug sich das Berufsprofil von Werkstoffprüfern genauer anzusehen.

Werkstoffprüfer werden häufig in der Qualitätssicherung bei produzierenden Unternehmen eingesetzt. Sie sorgen dafür, dass Werkstoffe dem späteren Verwendungszweck gerecht werden können. Wie die Aufgaben im Einzelnen aussehen, hängt davon ab, für welchen Schwerpunkt man sich in der Ausbildung entscheidet.

Man unterscheidet in Werkstoffprüfer im Bereich Metall-, Kunststoff-, System- und Wärmebehandlungstechnik. Die Aufgaben sind im Kern sehr ähnlich, aber die verschiedenen Werkstoffe stellen die Werkstoffprüfer vor unterschiedliche Herausforderungen. Auch die Testverfahren, die zur Anwendung kommen, sind verschieden. Es gibt zerstörende und zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, sowie die bedingt zerstörungsfreie Werkstoffprüfung.

Die unterschiedlichen Verfahren lernen Werkstoffprüfer in ihrer Ausbildung genauestens kennen. Mit ihrer Arbeit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Qualität und Sicherheit von Baustoffen und Materialien aller Art. Lesen Sie im folgenden Berufsprofil alles zu Aufgaben, Verdienst und Arbeitsbedingungen von Werkstoffprüfern. Zudem sagen wir Ihnen welche Voraussetzungen man mitbringen sollte, um Werkstoffprüfer zu werden und welche Versicherungen man als solcher braucht.

Aufgaben von Werkstoffprüfern

Wie bereits erwähnt ist die genaue Aufgabenbeschreibung von Werkstoffprüfern vor allem davon abhängig, welche Fachrichtung sie in der Ausbildung gewählt haben. Werkstoffprüfer aller Fachrichtungen prüfen Stoffe auf Fehler und untersuchen deren Eigenschaften, zum Beispiel bei Kälte- oder Hitzeeinwirkung und legen Verformungs- und Festigkeitskennwerte durch Zugprüfungen fest. Es werden Versuchsreihen angeordnet und die Ergebnisse minutiös dokumentiert. Werkstoffprüfer ermitteln nach Beschädigungen der Werkstoffe die Ursache und arbeiten daran, Fehler zu künftig zu vermeiden.

Um die unterschiedlichen Prüfungen durchführen zu können, müssen Werkstoffprüfer sich mit der Bedienung von Halb- und Vollautomaten auskennen, die sie bei der Arbeit unterstützen.  Dazu gehören zum Beispiel Röntgengeräte, Computertomografen und Ultraschallgeräte. Werkstoffprüfer im Bereich Wärmebehandlungstechnik überwachen und planen Vorgänge zur Wärmebehandlung von Werkstoffen (meist aus Metall), die dadurch gehärtet oder vergütet werden.

Werkstoffprüfer planen den Arbeitsablauf und bedienen die Wärmebehandlungsanlagen. Sie überwachen den Temperaturverlauf und steuern den Abkühlungsprozess. Werkstoffprüfer des Fachbereichs Systemtechnik prüfen Bestandteile technischer Systeme auf ihre Eigenschaften (z.B. in Kraftwerken). Dies kann auch während des Betriebs erfolgen. Werkstoffprüfer aller Fachrichtungen wirken zudem an der Entwicklung neuer Materialien mit, die verbesserte Eigenschaften aufweisen.

Beruf Werkstoffprüfer: Persönliche Voraussetzungen

Wer sich zum Werkstoffprüfer ausbilden lassen will, der sollte eine große Begeisterung für Physik und Chemie mitbringen. Außerdem braucht es eine gute Beobachtungsgabe und eine sorgfältige Arbeitsweise. Wer bei der Arbeit zur Oberflächlichkeit neigt, hat hier nichts zu suchen. Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sind unbedingt gefordert.

Wenn Werkstoffprüfer Fehler  machen, kann das enorme Folgen haben. Deshalb sollte man verantwortungsbewusst sein und umsichtig arbeiten, um Unfälle zu vermeiden. Werkstoffprüfer tragen hier ein hohes Maß an Verantwortung und sollten sich dessen auch bewusst sein. Bei der Werkstoffprüfung ist zudem vielfach Präzisionsarbeit gefordert, Fingerspitzengefühl und Konzentrationsfähigkeit sind da wichtig.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Werkstoffprüfer dauert in der Regel dreieinhalb Jahre und findet dual, das heißt in der Berufsschule und in einem Betrieb, statt. Wie oben bereits erwähnt, wird dabei ein Schwerpunkt gewählt. Zur Wahl stehen die Bereiche: Metall-, Kunststoff-, System- und Wärmebehandlungstechnik. Es gibt keine gesetzlichen Zulassungsvoraussetzungen zur Ausbildung, aber die meisten Werkstoffprüfer haben die mittlere Reife gemacht.

Arbeitsbedingungen von Werkstoffprüfern

Werkstoffprüfer sind bei ihrer Arbeit häufig in großen Werkshallen unterwegs. Dort sind sie Maschinenlärm, Gasen und Dämpfen ausgesetzt. Bei der Arbeit im Labor kommen häufig Chemikalien zum Einsatz, mit denen Werkstoffprüfer zwangsläufig im Kontakt sind. Bei der Arbeit mit Maschinen und in großen Produktionshallen besteht eine erhöhte Unfallgefahr. Das Tragen von Schutzkleidung ist daher erforderlich.

Schicht- und Nachtdienste sind für Werkstoffprüfer keine Seltenheit. Werkstoffprüfer übernehmen Verantwortung für Personen und hohe Sachwerte, was zur psychischen Belastung werden kann. Bei ihrer Arbeit müssen Werkstoffprüfer viele gesetzliche Regelungen und Vorschriften kennen und beachten. Hier ist lebenslanges Lernen erforderlich.

Beruf Werkstoffprüfer: Verdienstmöglichkeiten

In der Ausbildung verdienen Werkstoffprüfer schon ganz gut. Diese dauert dreieinhalb Jahre und wird im ersten Jahr meist mit 750 bis 850 Euro vergütet und im letzten Lehrjahr mit 950 bis 1050 Euro brutto im Monat. Das ist im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen ziemlich ordentlich. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung hängt von der Branche, dem Arbeitgeber und dem Standort ab und liegt meist zwischen 1800 und 2500 Euro. Mit viel Berufserfahrung und der ein oder anderen Fortbildung, oder gar einem Studium kann sich das Gehalt auf gut 4000 Euro brutto monatlich steigern lassen.

Wichtige Versicherungen für Werkstoffprüfer

Werkstoffprüfer sollten niemals ohne ausreichende Berufshaftpflichtversicherung tätig werden. Je nach Anstellungsverhältnis und Bezug zum Auftraggeber sieht die gesetzliche Haftpflicht von Werkstoffprüfern unterschiedlich aus. In jedem Fall, sollten Sie sich als Werkstoffprüfer gegen mögliche Forderungen absichern. Wenn Sie einen groben Fehler bei Ihrer Arbeit machen, dann können sich die Forderungen, die sich daraus ergeben schnell in die Zehntausende und mehr steigern. Damit ist nicht zu spaßen. Mit unserem unverbindlichen Vergleich der Berufshaftpflichtversicherungen finden Sie den Anbieter mit dem besten Tarif.

Sie sollten sich auch Gedanken um eine andere Form der Absicherung machen. Wie man an den Arbeitsbedingungen sehen kann, haben Werkstoffprüfer keinen einfachen Job und sind einigen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt. Das führt dazu, dass Werkstoffprüfer ein vergleichsweise hohes BU-Risiko haben. Die Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen haben das Risiko auch schon erfasst und stufen Werkstoffprüfer daher oftmals in die höchste Risikogruppe ein.

Das hat zur Folge, dass die Beiträge, die Werkstoffprüfer für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlen müssen, oftmals sehr hoch sind, oder aber Leistungen gänzlich ausgeschlossen werden. Einige Versicherer lehnen die Aufnahme von Werkstoffprüfern gleich ganz ab. Da die Risikoeinschätzung von den Versicherern individuell erfolgt, kann Ihnen ein Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherungen für Werkstoffprüfer Aufschluss darüber geben, ob sich irgendwo durch eine günstigere Risikoeinschätzung ein Sparpotenzial eröffnet.

Sollte Ihnen eine Aufnahme in die Berufsunfähigkeitsversicherung gänzlich verwehrt bleiben oder nur zu unannehmbaren Konditionen möglich sein, dann kann eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine gute Alternative sein.