Ethnologe

Ethnologe: Berufsprofil und Selbständigkeit

Die Ethnologie, also die Lehre der (fremden) Völker ist ein überaus interessantes Feld und Ethnologen sind vielseitig einsetzbar. Trotzdem ist die Arbeitssuche oftmals schwierig. In unserem Berufsprofil Ethnologe erfahren Sie alles Wissenswerte rund um den Beruf des Ethnologen.

Wer Ethnologie studiert, hat es schwer auf die Frage: „Was macht man damit?“ eine konkrete Antwort zu finden. Ethnologen können in vielen Bereich beschäftigt sein und müssen sich auf dem Arbeitsmarkt immer wieder neu positionieren, da für sie vielfach vor allem Projektarbeit in Frage kommt. Das ist spannend, kann aber auch anstrengend werden.

Dabei bieten die Herausforderungen, denen sich ganz Europa derzeit in der Flüchtlingskrise stellen muss, zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für Ethnologen.

Auch das zunehmende Auseinanderdriften der Gesellschaft, die Spaltung in reich und arm, erfordern neue Wege, die Ethnologen mit ihrer Arbeit eröffnen können. Eigentlich also ein Beruf mit Zukunft. Aber was genau heißt es von Beruf Ethnologe zu ein?

Es gibt nicht das eine Berufsprofil von Ethnologen, es gibt viele. Wir wollen Ihnen trotzdem im Folgenden in unserem Berufsprofil Ethnologe einen Überblick über mögliche Aufgaben, Verdienstchancen und Arbeitsbedingungen geben. Zudem sagen wir Ihnen, wie man Ethnologe wird, welche Versicherungen man als solcher braucht und wer für den Beruf geeignet ist.

Aufgaben von Ethnologen

Noch vor einigen Jahrzehnten haben sich Ethnologen vorwiegend mit Völkern außerhalb Europas beschäftigt, in denen die Industrialisierung noch nicht so weit fortgeschritten war. Zunehmend hat sich dieser Fokus verschoben, so dass sich Ethnologen heute auch häufig mit speziellen Milieus in deutschen und europäischen Städten oder mit Migrationsfragen in Industrienationen beschäftigen. Der Ansatz ist immer eine ganzheitlicher: Gesellschaftliche Gruppen werden in Bezug auf ihre Wirtschaft, Religion, soziale und politische Organisation, ihre Ethik und andere kulturelle Ausdrucksformen hin betrachtet.

Ethnologen können sowohl im Kulturbereich, also zum Beispiel in Museen und Bibliotheken eingesetzt werden als auch im Verlagswesen, in Redaktionen, in der Entwicklungshilfe, in sozialen Einrichtungen und im Bereich interkulturelle Kommunikation. Sie führen Studien durch, erheben Daten, führen Interviews, dokumentieren Forschungsergebnisse und publizieren diese. Oftmals bereisen Ethnologen fremde Länder, um sich mit der dortigen Kultur auseinanderzusetzen, es gibt aber meist auch genügend Einsatzmöglichkeiten im Inland.

Ethnologen arbeiten auch häufig in der Erwachsenenbildung, leiten Seminare zu bestimmten Themen, erstellen Informationsmaterialien und betreuen den ethnologischen Fachbereich in Archiven. An Universitäten und Hochschulen forschen und lehren Ethnologen. Meist ist es nicht entscheidend, was ein Ethnologe während seines Studiums inhaltlich gelernt hat, sondern es ist wichtig, dass er methodisch arbeiten kann und sich mit wissenschaftlichem Arbeiten auskennt. Selten sind die beruflichen Aufgaben von Ethnologen ganz klar umrissen, häufig müssen sie sich selbst den jeweiligen Arbeitsbereich erschließen.

Beruf Ethnologe: Persönliche Voraussetzungen

Wie man aus der Aufgabenbeschreibung unschwer erkennen kann, sollte man als Ethnologe flexibel sein. Nur wenige Ethnologen bekommen schnell eine Festanstellung, die meisten müssen sich ihr gesamtes Arbeitsleben lang nach immer neuen Projekten und Stellen umsehen, sich immer wieder neu einarbeiten und fortbilden. Wer sich also ein ruhiges, gut strukturiertes und routiniertes Arbeitsleben wünscht, der sollte nicht Ethnologe werden.

Gute Englischkenntnisse und im besten Fall weitere Sprachkenntnisse sind sehr wichtig. Ethnologen brauchen gute Kommunikationsfähigkeiten und sollten empathisch sein. Interesse an Kulturtheorie und Offenheit für Neues sind ebenso wichtig, wie die Fähigkeit sich selbst und den eigenen kulturellen Hintergrund zu reflektieren und zu hinterfragen.

Ausbildung zum Ethnologen

Ethnologie ist ein Studienfach an Universitäten und Hochschulen oftmals auch unter den Begriffen Kultur- oder Sozial-Anthropologie zu finden. In der Regel dauert das Studium sechs Semester bis zum Bachelor und weitere vier Semester, wenn ein Master-Abschluss angestrebt wird. Voraussetzung für die Zulassung ist die allgemeine Hochschulreife und gegebenenfalls ein bestimmter Notendurchschnitt. Die Studiengänge sind nicht an allen Universitäten zulassungsbeschränkt, das ist abhängig von den Kapazitäten am jeweiligen Standort und wird von jeder Hochschule gesondert entschieden.

Arbeitsbedingungen in der Ethnologie

Wie die Arbeitsbedingungen für Ethnologen im Einzelnen aussehen, kommt ganz auf den Bereich an, in dem sie eingesetzt sind. In sozialen Einrichtungen und der Entwicklungshilfe sind Ethnologen häufig psychischen Belastungen ausgesetzt  und brauchen eine hohe Frustrationstoleranz, als Kuratoren oder im Museumsmanagement stehen sie unter starkem Zeitdruck. Viele Aufgaben, wie zum Beispiel das Erstellen und Auswerten von Studien und das Verfassen wissenschaftlicher Texte, finden im Büro am Computer statt. Ethnologen sind häufig mit neuen Situationen und fremden Gewohnheiten konfrontiert. Das erfordert Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Toleranz.

Beruf Ethnologe: Verdienstmöglichkeiten

Konkrete Aussagen zum Verdienst von Ethnologen zu machen, ist unmöglich. Dafür ist das Spektrum möglicher Berufsfelder zu weit. Leider kann man sagen, dass es Ethnologen häufig im Gegensatz zu anderen Akademikern schwer haben, eine angemessene Bezahlung zu bekommen. Ethnologen können ihre Dienste auch freiberuflich anbieten und somit unter anderem als Berater für Museen, in Antiquariaten und der Öffentlichkeitsarbeit fungieren.

Der Bundesverband freiberuflicher Ethnolog_innen e.V. gibt Honorarempfehlungen zwischen 40 und 90 Euro/pro Stunde je nach Tätigkeit aus. Allerdings macht er auch zum Thema, dass solche Forderungen nur schwer durchzusetzen sind, da die Bezahlung im Kulturbereich leider vielfach immer noch viel zu niedrig ist.

Versicherungen für Ethnologen

Ethnologen können beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auf gute Preise und Leistungen hoffen, denn das berufsspezifische Risiko vor dem Erreichen der Altersrente berufsunfähig zu werden, ist sehr gering. Allerdings ist, auch wenn man als Ethnologe eher nicht mit einer Berufskrankheit rechnen muss, eine Berufsunfähigkeit aufgrund einer Krankheit oder wegen eines Unfalls nicht ausgeschlossen.

Krebserkrankungen, Depressionen und Burnout führen häufig dazu, dass der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Auch ein Unfall kann schlimme Folgen haben und plötzlich ist alles anders. Solche Erfahrungen sind existenzbedrohend, auch ohne zusätzlichen finanziellen Druck. Sie sollten daher auch als Ethnologe eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, um sich für den schlimmsten Fall mit einer monatlichen Rente abzusichern.

Da das BU-Risiko von Ethnologen im Vergleich mit anderen Berufen eher gering ist, profitieren sie von einer großen Auswahl an Tarifen mit umfassenden Leistungen für wenig Geld. Da die Angebote aber stark variieren, bieten wir Ihnen gerne unseren kostenlosen und unverbindlichen Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherungen für Ethnologen an. So finden Sie schnell und einfach den besten Tarif und sparen damit Zeit und Geld.