Unterstützungskasse Portabilität

Unterstützungskasse: Was passiert bei einem Betriebswechsel?

Der Aufbau einer Betriebsrente durch Einzahlungen in eine Unterstützungskasse ist zunächst mal eine gute Sache. Doch die wenigsten Arbeitnehmer bleiben heutzutage noch ein Leben lang in einem Betrieb. Deshalb ist es gut zu wissen, was bei einem Betriebswechsel mit dem Angesparten geschieht.

Unterstützungskasse Portabilität
Wie portabel ist die Unterstützungskasse?

Grundsätzlich sind die Ansprüche, die Arbeitnehmer auf ihre Betriebsrente aus einer Unterstützungskasse haben, unverfallbar. Dies gilt zumindest für Betriebsrenten, die per Entgeltumwandlung erzeugt werden, sofort.

Rein arbeitgeberfinanzierte Renten erreichen dagegen erst nach fünf Jahren im Betrieb den Anspruch auf Unverfallbarkeit – auf diese Weise werden Arbeitnehmer motiviert, möglichst lange für den Betrieb zu arbeiten. Zusätzlich gilt bei solchen Rentenverträgen seit 2009, dass der begünstigte Arbeitnehmer mindestens das 25. Lebensjahr vollendet haben muss, um die arbeitgeberfinanzierte Rente erhalten zu dürfen.

Wechselt ein Arbeitnehmer mit arbeitgeberfinanzierter Betriebsrente also vor Ablauf von fünf Jahren oder vor dem 25. Geburtstag den Betrieb, kann er keine Leistungen erwarten. Arbeitnehmer, die ihre Betriebsrente per Gehaltsumwandlung selbst finanzieren, behalten ihren Rentenanspruch bei Betriebswechsel jedoch automatisch.

Versorgungsansprüche aus der Unterstützungskasse klären

Wer ein Arbeitsverhältnis beendet und ein neues beginnt, sollte sich deshalb zunächst über die Ansprüche hinsichtlich der angesparten Betriebsrente klar werden. Bestehen Ansprüche, können diese unter Umständen zum künftigen Arbeitgeber mitgenommen werden: Dies ist dann der Fall, wenn der neue Arbeitgeber in derselben Unterstützungskasse Mitglied ist wie der alte, oder in dieser Kasse Mitglied wird.

Auch die Übertragung des Anspruchs von einer Unterstützungskasse auf eine andere ist denkbar. Einen Rechtsanspruch auf Übertragung bzw. Mitnahme der Rente, wie er für das Ansparen der Rente mittels anderer Wege wie Pensionskasse oder Direktzusage existiert, haben die Einzahler bei Unterstützungskassen nicht. Bei arbeitgeberfinanzierten Betriebsrenten ist es allerdings auch möglich, dass der neue Chef gar keine vergleichbare Leistung zusagt. Privat kann der Vertrag nicht weitergeführt werden.

Unterstützungskasse: Kleine Abfindungen sind möglich

Gelingt es, den alten Vorsorgevertrag auf den neuen Arbeitgeber zu übertragen, wird das bisher ersparte Kapital mitgenommen. Ist dies jedoch nicht machbar, gibt es zwei Möglichkeiten: Die bisher erwirtschaftete Betriebsrente wird entweder beim Wechsel abgefunden oder verbleibt bei der alten Firma und wird dem Arbeitnehmer erst bei Renteneintritt gewährt.

Welche der beiden Möglichkeiten greift, hängt von der Höhe der Betriebsrente ab: Es können nämlich nur Rentenansprüche abgefunden werden, die 2015 bei monatlichen 28,35 Euro (West) bzw. 24,15 Euro (Ost) liegen, bzw. deren Kapitalleistungen 2015 höchstens 3402 Euro (West) bzw. 2898 Euro (Ost) betragen. In diesem Rahmen ist eine Abfindung auch einseitig durch den Arbeitgeber gestattet. Wird die Zahlung erst mit Renteneintritt ausgelöst, so werden die bis dahin angesparten Beiträge eingefroren, die Versicherung beitragsfrei weitergeführt.

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