Pensionsfonds Pensionssicherungsverein

Pensionsfonds sind per Pensionssicherungsverein abgesichert

Die Rente und die Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge sind in vielen Fällen durch den Pensionssicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) abgesichert: Wird das Unternehmen, das die Betriebsrente zusichert, insolvent, können Arbeitnehmer trotzdem auf die Zusage pochen. Das gilt auch bei Zahlungen in Pensionsfonds.

Pensionssicherungsverein
Der Pensionssicherungsverein zahlt bei Insolvenz.

Über den Pensionssicherungsverein sind die Durchführungswege Direktzusage, Unterstützungskasse und Pensionsfonds, teils auch Direktversicherungen, geschützt: Um zu gewährleisten, dass die Zusage des Arbeitgebers hinsichtlich einer Rentenzahlung auch bei Insolvenz eingehalten wird, muss der Arbeitgeber regelmäßig Beiträge in den PSVaG einzahlen.

Der Beitrag wird aus der Beitragsbemessungsgrundlage und dem aktuellen Beitragssatz des Vereins ermittelt. Die Beitragsbemessungsgrundlage errechnet sich je nach Durchführungsweg unterschiedlich. Der Beitragssatz ist unter Umständen stark veränderlich, da er von den wirtschaftlichen Gegebenheiten abhängt und sich die Zahl der Schadensfälle unmittelbar darauf auswirkt. Seit Gründung des Vereins im Jahre 1975 bis zum Jahre 2014 betrug er durchschnittlich 2,6 Prozent.

Pensionssicherungsverein (PSVaG) zahlt Renten weiter

Der Pensionssicherungsverein hilft, wenn der Arbeitgeber zahlungsunfähig geworden ist: Bereits laufende Rentenleistungen zahlt er dann weiter; Anwartschaften auf eine Rente werden ebenfalls vom PSVaG getragen, jedoch nur in Höhe der Summe, die sich der Arbeitnehmer bis zum Beginn der Insolvenz erdient hat.

Kommt es zu einer Zahlung durch den PSVaG, ist dieser nur insoweit zur Gewährung rentendynamischer Leistungen verpflichtet, wie solche Leistungen vertraglich mit dem Arbeitgeber vereinbart wurden. Bei Pensionsfonds beträgt die Beitragsbemessungsgrundlage 20 Prozent der Beitragsgrundlage für Direktzusagen. Damit gestaltet sich der Beitrag, den Arbeitgeber bei Wahl des Durchführungsweges Pensionsfonds an den PSVaG zahlen müssen, deutlich günstiger als bei den anderen einzahlungspflichtigen Durchführungswegen.

Pensionsfonds attraktiver als andere Durchführungswege

Die Realisierung der betrieblichen Vorsorge mittels eines Pensionsfonds ist daher für viele Arbeitgeber attraktiv, zumal der Pensionssicherungsverein schon einmal in seiner Geschichte kräftig an der Beitragsschraube drehen musste: Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise stieg der Beitragssatz 2009 kurzerhand von 1,8 Prozent im Vorjahr auf stolze 14,2 Prozent.

Da der Sicherungsverein ein Verein auf Gegenseitigkeit ist, waren die einzahlenden Arbeitgeber damals gezwungen, den hohen Beitragssatz zu zahlen, damit die Renten und Rentenanwartschaften der Mitarbeiter vieler in Konkurs gegangener Firmen gegenfinanziert werden konnten.

Vor allem viele Mittelständler traf das hart: So zahlte ein Unternehmen mit rund 1.000 Mitarbeitern statt 50.000 Euro plötzlich über 200.000 Euro an Mitgliedsbeiträgen an den PSVaG, sofern der Arbeitgeber nicht auf Pensionsfonds gesetzt hatte.

Pensionsfonds als Alternative

Für zusätzlichen Ärger sorgte die Entscheidung des PSVaG, einen mit etwa 700 Millionen Euro dotierten, für Notzeiten angesparten Ausgleichsfonds nicht anzutasten. Im folgenden Jahr 2010 sank der Beitragssatz zwar wieder, doch zahlreiche Unternehmer zeigten sich mit der Zwangsmitgliedschaft im Pensionssicherungsverein unzufrieden: Sie befürchteten, die Kosten könnten in Zukunft wieder ansteigen. Einige haben deshalb begonnen, auf nicht-PSV-pflichtige Durchführungswege zu setzen; andere haben eigene Pensionsfonds gegründet oder nutzen seither überbetriebliche Pensionsfonds zur Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter.