Pensionskasse Auswahl

Was ist bei der Auswahl der Pensionskasse wichtig?

Garantieverzinsung, Überschussbeteiligung, Zusatzleistungen – worauf Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei der Auswahl der Pensionkasse achten sollten, ist oftmals unklar. Wir sagen Ihnen, was wichtig ist und was nicht.

Pensionskasse Auswahl
Was ist wichtig bei der Auswahl der Pensionkasse?

Einer der wichtigen Faktoren bei der Auswahl der Pensionskasse sind Garantieverzinsung und Überschüsse: Die Garantieverzinsung gibt an, wie der Sparanteil des Eingezahlten über die Laufzeit hinweg verzinst wird. Dabei wird allerdings meistens mit dem gesetzlichen Höchstrechnungszins gerechnet.

Pensionskassen, die nicht nach dem Modell einer Aktiengesellschaft, sondern nach dem eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit gestaltet sind, sind nicht an den gängigen Garantiezins gebunden und können ihren Versicherten auch höhere Zinsen zusagen.

Neben der Garantieverzinsung kann das eingezahlte Kapital auch durch Überschussbeteiligungen gesteigert werden: Wirtschaftet der Versicherer erfolgreich, wird die Rente später durch weiteres Geld aufgestockt. Versicherer mit niedriger Garantieverzinsung erwirtschaften häufig mehr Überschüsse, da sie in ihrem Anlageverhalten weniger vorsichtig sein und das Kapital nicht zwangsläufig nur in festverzinsliche Wertpapiere stecken müssen. Experten raten allerdings, das Augenmerk vor dem Abschluss einer Betriebsrente bei einer Pensionskasse auf die Garantieverzinsung zu legen, denn nur diese ist dem Kunden sicher.

Garantieverzinsung und Inflationsausgleich

Prinzipiell ist eine höhere Garantieverzinsung also von Vorteil für den Arbeitnehmer, denn er ist derjenige, der später von einer höheren Rente profitiert. Der Arbeitgeber ist allerdings mit dem Höchstrechnungszins auf der sichereren Seite: Er muss die Höhe der Rente seiner ehemaligen Arbeitnehmer normalerweise alle drei Jahre überprüfen und nötigenfalls einen Inflationsausgleich herstellen.

Bei den Pensionskassen gilt in diesem Zusammenhang allerdings die sogenannte „Escape-Klausel“, die den Arbeitgeber vor einer Anpassungspflicht schützt, solange die gewählte Pensionskasse ab Rentenbeginn alle Überschussanteile zur Leistungserhöhung nutzt und zur Berechnung der Garantieleistung den gesetzlichen Höchstrechnungszins verwendet. Übersteigt der Höchstrechnungszins, den die Pensionskasse zusagt, diesen Wert, muss der Arbeitgeber den Inflationsausgleich selbst in vollem Umfang absichern. Eine tatsächliche Anpassung der Renten muss er jedoch nur dann vornehmen, wenn die wirtschaftliche Lage seines Unternehmens es zulässt.

Zusatzbausteine sind nicht immer sinnvoll

Die meisten Tarife der Pensionskassen lassen das Integrieren verschiedener Zusatzbausteine zu oder schreiben das Mitbuchen von Zusatzleistungen sogar vor: Einem Test der Zeitschrift „Finanztest“ von September 2013 zufolge bieten alle der getesteten 23 Pensionskassen einen Tarif mit Todesfallleistung an, wobei sich der Schutz in mehr als der Hälfte der Fälle aber auch abwählen ließ.

Erwerbsminderungsleistungen und Berufsunfähigkeitsschutz wiederum sind kaum vorgesehen: Einen Tarif mit bereits integrierter Erwerbsminderungsleistung gab es nur in drei Fällen, einen bereits integrierten Berufsunfähigkeitsschutz gab es nur in einem einzigen Fall. Während der Erwerbsminderungsschutz sich nur selten als zuwählbar erwies, war das Hinzubuchen einer Berufsunfähigkeitsleistung bei fast allen Angeboten möglich.

Ob ein Todesfall-, Erwerbsminderungs- oder BU-Schutz tatsächlich notwendig ist, hängt von der persönlichen Situation ab: Wer beispielsweise keine Familie zu versorgen hat, benötigt in der Regel auch keinen Todesfallschutz. Auch in Sachen Erwerbsminderungs- und Berufsunfähigkeitsleistung sollte man sich gut überlegen, ob die Koppelung an eine Betriebsrente sinnvoll ist – denn bei einem Jobwechsel kann es dazu kommen, dass der alte Vertrag nicht mehr ohne Weiteres fortgeführt werden kann und neu abgeschlossen werden muss oder gar stillliegt. Dann werden unter Umständen neue Gesundheitsprüfungen fällig, die die Leistung teurer machen; schlimmstenfalls aber ist der Schutz ganz weg.

Die Einzahlungen in eine Pensionskasse sind allerdings bis zu einer Grenze von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung für den Arbeitnehmer steuer- und sozialabgabenfrei, so dass Arbeitnehmer den Staat an den Beiträgen beteiligen können. Pensionskassenverträge mit Zusatzschutz wirken sich für den Arbeitnehmer jedoch immer rentenmindernd aus.