Pensionskasse Arten

Welche Arten von Pensionskassen gibt es?

Betriebsrenten lassen sich auch mithilfe von Pensionskassen verwirklichen. Diese Kassen werden teils von Lebensversicherern getragen, teils nicht. Wir stellen Ihnen die zwei Arten von Pensionskassen vor und nennen deren Vor- und Nachteile.

Pensionskasse Arten
Art der Pensionkasse: Versicherungsverein oder LV?

Das betriebliche Altersvorsorge lässt sich auf verschiedene Arten durchführen – eine davon ist das Ansparen der Zusatzrente mithilfe einer Pensionskasse. Selbst wenn Arbeitnehmer die Pensionskassen-Betriebsrente ausschließlich über eine Entgeltumwandlung finanzieren, die Firma also keine Beiträge zur Rente hinzugibt, muss der Arbeitgeber den Vertrag abschließen.

Er kann dazu auf traditionelle Pensionskassen oder auf Pensionskassen in Form von Aktiengesellschaften setzen. Die Aktiengesellschaften werden von privaten Lebensversicherern getragen, während die traditionellen Pensionskassen meist Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit sind, oder andere Einrichtungen, die nicht von Lebensversicherern betrieben werden. Beide Arten der Pensionskassen haben ihre Vor- und Nachteile.

Versicherungsvereine bieten höhere Rentenzusagen

Der Nachteil der Pensionskassen von Lebensversicherern besteht zunächst darin, dass diese Kassen an den Garantiezins der privaten Lebens- und Rentenversicherungen gebunden sind. Zwar ergibt sich für die Kunden der Aktiengesellschaften bei gutem Wirtschaften des Unternehmens auch eine Überschussbeteiligung – sicher ist die aber nicht.

Experten raten daher dazu, das Augenmerk hauptsächlich auf die garantierte Rente zu legen. Versicherungsvereine arbeiten anders: Sie sind nicht an den Garantiezins gebunden und können daher auch ein besseres Angebot unterbreiten. Zudem geben sie das meiste ihres Gewinns an die Versicherten weiter; Abschluss- und Verwaltungskosten sind im Vergleich deutlich niedriger. In der Regel sagen die auf Versicherungsvereinen basierten Pensionskassen daher höhere Renten zu. Sie haben nur Gruppenangebote im Portfolio, die immer gleich bleiben, egal, wie viele Mitarbeiter sie in Anspruch nehmen.

Bei den Angeboten der Aktiengesellschaften wird häufig ein Rabatt gewährt, wenn es mehrere Interessenten dafür gibt. Die Garantierente verbessert sich hierdurch ein wenig, allerdings nicht stark. Prinzipiell sind die Offerten der traditionellen Arten von Pensionskassen also die finanziell aussichtsreicheren – und das nicht nur in Sachen Rente: Wählt der Rentenversicherte vor Rentenbeginn die Option Kapitalauszahlung statt der Rente, erhält er auch mehr Geld als bei der Pensionskasse einer Lebensversicherung.

Einen Haken gibt es hier aber ebenfalls: Falls sich die monetäre Situation der Versicherungsvereine verschlechtert, sind sie berechtigt, die Rentenzusage zu senken oder höhere Beiträge zu verlangen, um das gegebene Rentenversprechen aufrechtzuerhalten. Die Zusagen der Aktiengesellschaften hingegen sind in jedem Fall gesichert.

Flexible Zusatzleistungen bei beiden Arten von Pensionskassen möglich

Außerdem stehen die nach Art einer Aktiengesellschaft konzipierten Pensionskassen normalerweise allen interessierten Arbeitnehmern offen. Die Versicherungsvereine wiederum öffnen sich vorwiegend den Arbeitnehmern bestimmter Betriebe, so z.B. aus dem Baugewerbe. Manche Firmen sind allerdings tarifvertraglich an eine bestimmte Pensionskasse gebunden, so dass die Mitarbeiter ihre Betriebsrente ohnehin bei der betreffenden Kasse versichern lassen müssen.

Andere Tarifverträge schreiben nicht die Kasse, dafür jedoch Mindestleistungen vor, die der Arbeitgeber beachten muss. Besteht keine tarifvertragliche Bindung, können die Arbeitnehmer versuchen, mittels des Betriebsrates Einfluss auf die Wahl der Pensionskasse zu nehmen. Wer sich für den Aufbau einer Betriebsrente mittels Einzahlung in eine Pensionskasse entscheidet, sollte wissen, dass er bestimmte Zusatzleistungen in den Vertrag integrieren kann: Dies betrifft vor allem die Hinterbliebenenversorgung sowie Leistungen bei Erwerbsminderung und Berufsunfähigkeit.

Der Hinterbliebenschutz ist in der Regel bei beiden Arten der Pensionskassen bereits integriert, kann aber teils abgewählt werden. Erwerbsminderungs- und Berufsunfähigkeitsleistungen sind nur in seltenen Fällen von vornherein vorgesehen; entsprechende Optionen können jedoch in den Vertrag aufgenommen werden, wobei dies häufiger bei Berufsunfähigkeitsleistungen möglich ist. Hinsichtlich der Aufnahme oder Abwahl von Zusatzleistungen gibt es allerdings keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen den traditionellen Pensionskassen und denen mit Aktionärsbeteiligung – es kommt vielmehr auf die einzelne Kasse an. Zusätzliche Leistungen wirken sich im Übrigen immer mindernd auf die spätere Rentenhöhe aus.

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