Pensionsfonds Auszahlung

Pensionsfonds Auszahlung: Rente oder Kapitalauszahlung?

Meist ist in der betrieblichen Altersvorsorge die Auszahlung des Ersparten sowohl als lebenslange Rente als auch als Kapitalauszahlung möglich. Bei einer Rente mittels Pensionsfonds war dies lange Zeit nicht der Fall: Hier bestand kein Kapitalwahlrecht. Das ist nun anders.

Pensionsfonds Auszahlung
Pensionsfonds: Rente oder Kapitalauszahlung?

Wer seine Betriebsrente aus einer Unterstützungskasse, Pensionskasse, Direktversicherung oder aufgrund einer Direktzusage erhält, hat in der Regel die Wahl, ob er seine Rente tatsächlich als Rente oder doch lieber als Einmalzahlung in Empfang nehmen möchte.

Die Einmalzahlung zu wählen bedeutet zwar, auf ein regelmäßiges Zusatzeinkommen zu verzichten, doch häufig kann sich der Neurentner mit dem Kapital einen größeren Wunsch erfüllen oder auch einen Kredit abtilgen. Stammte die Rente aber aus einem Pensionsfonds, hatten Rentner jedoch lange Zeit keinen Anspruch auf Kapitalauszahlung.

Bis 2013 nur Teilkapitalauszahlungen möglich: Erlaubt waren lediglich die lebenslängliche Rentenzahlung oder die Vereinbarung eines Auszahlungsplanes mit anschließender Restverrentung ab dem Alter 85. Ergänzend war ein Teilkapitalbezug in Höhe von maximal 30 Prozent des Vorhandenen gestattet. Sowohl bei Renten- als auch Kapitallleistungen galt: Waren bereits während der Anwartschaft Steuern auf die Beiträge zum Pensionsfonds oder einen Teil derer entrichtet worden, so erfolgte bei der Auszahlung für die betreffenden Teile eine Besteuerung des entsprechenden Anteils mit dem Ertragsanteil. Zuvor unversteuerte Teile mussten voll versteuert werden. Die steuerliche Behandlung der Leistungen aus Pensionsfonds fußt auf §22 Nr. 5 EStG.

Kapitalauszahlung Pensionsfonds: Ist die Fünftelregelung anwendbar?

Im Jahr 2013 hat der Bundestag beschlossen, die (ausschließliche) Auszahlungsverpflichtung in Form einer lebenslangen Rente aufzuheben und neben der Rentenzahlung eine einmalige, hundertprozentige Kapitalauszahlung zur Wahl gestellt. Im Falle einer solchen Kapitalauszahlung ist die steuerliche Belastung, die den Betriebsrentner trifft, allerdings unter Umständen recht hoch, sofern die volle Besteuerung greift.

Bislang durften einmalige Kapitalauszahlungen, die der Besteuerung nach §22 Nr. 5 EStG unterliegen, nicht nach der vorteilhafteren sogenannten „Fünftelregelung“ (§ 34 Abs. 2 EStG) besteuert werden. Mit einem Urteil des Finanzgerichtes Rheinland-Pfalz 2015 könnte sich dies nun ändern: Demnach müssten künftig auch einmalige Kapitalauszahlungen aus Pensionsfonds nach § 34 Abs. 2 EStG besteuert werden. Der Bundesfinanzhof hat das Urteil (Stand 01/2016) allerdings noch nicht bestätigt.

So funktioniert die Fünftelregelung

Bei der Fünftelregelung wird zunächst ein Fünftel des Kapitalbetrages zum Jahreseinkommen addiert und die darauf entfallende Steuer errechnet. Dann wird die Steuer für das Jahreseinkommen ohne den Kapitalbetrag errechnet. Schließlich wird die Differenz aus beiden Steuerbeträgen ermittelt und das Ergebnis verfünffacht: Dies wäre die Steuer, die auf den ausgezahlten Kapitalbetrag aus dem Pensionsfonds entrichtet werden müsste. Hinzu käme noch die Steuer auf das Jahreseinkommen.