Riestern

Lohnt sich riestern noch?

Auch wenn es mittlerweile ruhig um die Riester Rente geworden ist, die ersten Rentenversicherungen werden bereits ausgezahlt. Wie steht es 2020 um die Riester Rente? Lohnt sich riestern noch?

Seit Jahren ist er im Sinkflug: Der Garantiezins, mit dem die Versicherer ihre klassischen Riester-Verträge verzinsen. Das wirkt sich natürlich schlecht auf die Erträge aus, die der Vertrag am Ende einfahren soll. Zwar gibt es Überschüsse, doch die sind nicht garantiert.

Die Verbraucher reagieren offenbar darauf: Seit dem Jahr 2018 sinkt die Zahl der Riester-Verträge.

Betrug die garantierte Mindestverzinsung der Rentenversicherung vor einigen Jahren noch mehr als 2 Prozent, ist der Zins inzwischen auf 0,9 Prozent abgesackt. Eine weitere Absenkung wird bis Mitte 2021 erwartet.

Sinkt der garantierte Riester-Zinssatz auf 0,5 Prozent oder gar auf 0,25 Prozent im Jahr, so lohnen sich die Verträge für die Anbieter aber wahrscheinlich nicht mehr.

Grund dafür ist nicht nur die zunehmende Unattraktivität der geringen Garantien für den Kunden, sondern auch noch ein weiteres Problem: Die zu hohen Abschluss- und Vertriebskosten.

Hauptproblem Vertriebskosten

Ein Teil des eingezahlten Kapitals fließt nämlich den Versicherungsvertretern zu, die den Vertragsabschluss tätigen. Hier aber können bis zu zehn Prozent hängenbleiben.

Der Versicherer wirtschaftet nur mit dem verbleibenden Kapital; nur dieses wird verzinst. Zugleich ist jedoch festgeschrieben, dass die Versicherung dem Vertragsnehmer mindestens die eingezahlten Beiträge inklusive der Zulage garantieren muss.

Je nachdem, wie hoch der Anteil an Abschluss- und Vertriebskosten ist, ist eine solche Garantie bei klassischen Riester-Rentenverträgen künftig jedoch kaum noch möglich, wenn der Garantiezins wie vorgesehen absinkt.

Rentner mit Grundsicherung dürfen einen Teil behalten

Das Riester-Sparen, das sich somit besonders für gering verdienende Eltern mit mehreren Kindern als Altersvorsorge eignet, wird durch die höhere Zulage wieder interessanter, da der zu zahlende Eigenanteil sinkt.

Eine weitere Neuerung bei Riester: Seit 2018 an wird die Riester-Rente nicht mehr vollständig mit der Grundsicherung verrechnet. Wer im Alter Grundsicherung bezieht, hat also doch noch etwas vom jahrelangen Sparen: Er darf 100 Euro monatlich behalten und empfängt sie zusätzlich zur Grundsicherung.

Wenn die Riester-Rente 100 Euro übersteigt, sind darüber hinaus weitere 30 Prozent des Restbetrages anrechnungsfrei. Der Gesamtfreibetrag darf die Hälfte des jeweils geltenden Regelsatzes 1 für Hartz IV-Bezieher allerdings nicht überschreiten. Der volle Regelsatz liegt derzeit bei 409 Euro, der halbe bei 204,50 Euro. Tendenziell steigt der Satz jährlich um einige Euro an, so dass betroffene Riester-Rentner demnächst noch etwas mehr von ihrer Riester-Rente behalten können.

Die meisten Sparer riestern in Versicherungsverträgen

Wenngleich die Riestervariante Wohn-Riester immer mehr an Bedeutung gewinnt, so bleibt das Riestern in Form eines Versicherungsvertrags die dominante Variante des Riestersparens. Rund zwei Drittel der Riestergelder fließen in Riester Rentenversicherungen. An zweiter und dritter Stelle stehen Riester Fondspolicen und Riester-Banksparpläne. Das Sparen in Form von Wohn-Riester belegt noch den vierten und somit letzten Platz unter den wählbaren Riesterverträgen.

News und Informationen zur Riester Rente

Altersvorsorge Einmalbeitrag

Die Rentenversicherung per Einmalbeitrag ist vor allem in der Gruppe der 40- bis 60-Jährigen beliebt. Bei dieser Sparform wird ein größerer Einmalbeitrag in eine Rentenversicherung eingezahlt und eine Sofortrente vereinbart. Weiter »