Riester Steuer

Riester Rente: Steuer und Steuererklärung

Wie und vor alllem wann wird die Riester Rente besteuert? Im ersten Moment kann die Riester Steuer mit ihren Vorschriften und Regelungen verwirrend wirken. Was hat es auf sich mit der nachgelagerten Besteuerung? Welche Optionen der Riester Steuer gibt es für Sie und wie sieht die Besteuerung bei Wohn Riester aus?

Riester Steuer
Wie hoch sind die Steuern auf die Riester Rente?

Um die Riester Rente ranken sich einige Steuermythen- und Steuermärchen. Dabei sind die Regelungen nicht so kompliziert, wie sie vielleicht scheinen.

Das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung ist typisches Merkmal der Riester Steuer. In §22 Nummer 5 EStG ist festgelegt, dass während  der Ansparphase die Beiträge zur Riester Rente steuerlich geltend gemacht werden können.

Im Gegenzug wird die Zahlung der  Riester Steuer allerdings „nachgelagert“, was bedeutet, dass Sie im Alter auf den ausgezahlten Rentenbetrag in voller Höhe Steuern zahlen.

Die steuerliche Förderung während der Erwerbstätigkeit soll vor allem junge Sparende ermutigen,  sich privat für das Alter abzusichern. Im Gegenzug werden die Rentenleistungen dann bei der Auszahlung versteuert. Die nachgelagerte Besteuerung kann also mit einer Art zinsloser Kredit für den Verbraucher verglichen werden.

2005 wurde das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung basierend auf dem Alterseinkünftegesetz (AltEinkG)  für Rentenleistungen jeder Art eingeführt. Hintergrund war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, dass die Besteuerung der Pensionen von Beamten in voller Höhe  und die Nichtbesteuerung der Renten mit dem Gleichbehandlungsgesetz nicht vereinbar sei. Seit 2005 wird die nachgelagerte Besteuerung zunächst bis 2020 schrittweise um 2 Prozent pro Jahr erhöht.

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Riester Rente

Einkommensteuererklärung für Riester Rentner

Rentner sind verpflichtet, jährlich eine Einkommensteuererklärung abzugeben, sofern die jährlichen Einkünfte den Grundfreibetrag überschreiten. Der Grundfreibetrag liegt im Jahr 2014 bei 8 354 Euro für Alleinstehende und bei 16 708 Euro bei Ehepaaren, die eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Wenn Ihr Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt, kann die Steuerlast aber noch durch Angabe verschiedener Ausgaben gemindert werden.

Das Finanzamt erkennt Vorsorgeaufwendungen als steuermindernde Ausgaben an. Geben Sie also in Ihrer Steuererklärung die Beiträge Ihrer Kranken-, Pflege-, Unfall-, oder Haftpflichtversicherung an, dies mindert dann das zu versteuernde Einkommen. Auch Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen, wie Putz-, Renovierungs-, Gärtnerarbeiten oder Ausgaben für Pflegedienste können Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben.

Die Kosten für eine Rentenberatung, in jedem Fall aber eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro können Sie ebenfalls geltend machen (erfolgt automatisch, wenn kein höherer Abzug geltend gemacht wird). Steuermindernd wirken sich außerdem weitere Sonderausgaben, wie Spenden, gezahlte Kirchensteuer, Parteibeiträge oder Unterhaltszahlungen an den Expartner aus. Die Riester Steuer lässt sich also durchaus noch beeinflussen.

Riester Steuer und Auszahlungsarten der Riester Rente

Die Riester Steuer ist aber nicht nur abhängig von Ihren jährlichen Einkünften, sondern auch von der Art, wie Sie die Riester Rente eingezahlt haben und ausgezahlt bekommen möchten. Kapitalauszahlungen aus ungeförderten Rentenversicherungen oder ungeförderten Fonds- und Banksparplänen sind steuerlich besonders günstig, denn hierbei ist es sogar möglich, das Kapital komplett steuerfrei zu erhalten, sofern der Vertrag vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurde.

Danach abgeschlossene Verträge werden hälftig besteuert. Die zu zahlende Riester Steuer bei Auszahlung einer lebenslangen Rente aus ungeförderten Riester-Verträgen ist vergleichsweise gering. Versteuert wird hier nur mit dem günstigen Ertragsanteil. Der beträgt bei einem Eintritt in die Rente mit 65 Jahren derzeit 18%. Bei Mischverträgen, also Verträgen, in denen zeitweise Förderung erhalten wurde und zeitweise nicht, werden die Auszahlungen entsprechend aufgeteilt und versteuert.

Wer hofft, die Riester Steuer umgehen zu können, sei gewarnt: Das Finanzamt hat im Zuge der neuen Besteuerungspflicht der Renten ihr Kontrollsystem stark verdichtet. Sicherer ist da eine gute Steuerberatung, um Ihre persönliche Riester Steuer möglich gering zu halten.

Riester Steuererklärung Günstigerprüfung

Wenn Sie ihre Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen, beachtet dieses auch ihre bereits erhaltenden Riester-Zulagen, sofern Sie die Anlage AV ausgefüllt haben. Während der Ansparphase werden zukünftige Riester Rentner staatlich durch die jährlichen Riester-Zulagen gefördert. Diese bestehen aus einer Grundzulage von 154 Euro pro Jahr und Person und werden gegebenenfalls durch eine Kinderzulage und einem einmaligen Berufseinsteigerbonus ergänzt.

Wenn Sie nun in Ihrer Einkommensteuererklärung einen Sonderausgabenabzug für die Riesterbeiträge und Zulagen geltend machen, ermittelt das Finanzamt automatisch, welche Fördermöglichkeit für Sie vorteilhafter ist: der Sonderausgabenabzug oder die Altersvorsorge-Zulagen. Wenn die steuerlichen Vorteile durch den Sonderausgabenabzug höher sind als der Zulagenanspruch, wird die Differenz als Förderung im Rahmen des Einkommensteuerbescheids ausgezahlt. Sind die Zulagen allerdings höher als die möglichen Steuervorteile durch die Sonderausgaben, erhalten Sie nur diese.

Wohn Riester Besteuerung

Neben der klassischen Riester Rente gibt es auch die Variante Wohn Riester. Hierbei wird der Bau oder Kauf einer privat genutzten Immobilie als Altersvorsorge gefördert, da das kostenfreie Wohnen im Alter als geldlose Rente angesehen werden kann. Beim Wohn Riester gelten dieselben Regeln, wie bei der Riester Rente: Die nachgelagerte Riester Steuer gehört dazu.

Wie aber wird besteuert, wenn den Rentnern nichts ausgezahlt wird? Dafür wurde vom Gesetzgeber das Wohnförderkonto eingeführt, das auch „Schattenkonto“ genannt wird. Auf dem Wohnförderkonto werden die geförderten Tilgungsleistungen bis maximal 2100 Euro pro Jahr dokumentiert.

Dieses fiktive Guthaben soll den Einzahlungen in einer Riester Rente entsprechen und wird zusätzlich jährlich mit 2 Prozent bis zum Rentenantritt verzinst, um eine Ungleichbehandlung zwischen den Riestervarianten auszuschließen. Bei Rentenbeginn muss dann auf den fiktiven Betrag des Wohnförderkontos die Riester Steuer entrichtet werden.

Zwei Optionen bei Wohn Riester Besteuerung

Bei Rentenantritt, spätestens aber bis zum 85. Lebensjahr, muss die Riester Steuer entsprechend dem persönlichen Steuersatz auf das Wohnförderkonto gezahlt werden. Hierfür gibt es eine Wahlmöglichkeit zwischen zwei Optionen.

Rentner können den Stand des Wohnförderkontos jährlich bis zum 85. Lebensjahr in gleichen Raten versteuern und haben so bis zu 25 Jahre Zeit ihre Steuerschuld zu tilgen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Riester Steuer direkt bei Renteneintritt zu entrichten und einen Rabatt zu erhalten. Diese Einmalbesteuerung sieht vor, dass nur 70 Prozent des Wohnförderkontos versteuert werden müssen.

Selbst wenn Sie genügend Ersparnisse haben, um Ihre Riester Steuer mit einem Mal zu begleichen, sollten Sie dennoch vorher genau kalkulieren, ob die Einmalbesteuerung für Sie günstig ist. Eventuell wird durch den Einmalbetrag Ihr zu versteuernden Jahreseinkommen derart erhöht, dass Ihr persönlicher Steuersatz steigt und die Einmalbesteuerung Nachteile im Gegensatz zur jährlichen Entrichtung Ihrer Riester Steuer brächte.

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