PIB Riester Rente

Besser vergleichen mit dem Produktinformationsblatt PIB Riester

Garantierte Mindestverzinsung, Abschlusskosten, verschiedene Riestervarianten und jede Menge Anbieter: Viele Sparwillige blicken bei der Riester Rente nicht mehr durch. Der Vergleich der Riester Renten soll mit dem Produktinformationsblatt zur Riester Rente, kurz PIB Riester Rente, deutlich vereinfacht werden. 

PIB Riester Rente
Das PIB Riester Rente soll Licht ins Dunkel bringen.

Die Intransparenz und die dadurch ausgelöste Unsicherheit auf dem Markt für private Altersvorsorge wird von Verbrauchern und Verbraucherschützern gleichermaßen bemängelt.

Deshalb hat die Bundesregierung jetzt ein Riester Rente Produktinformationsblatt, kurz PIB, entwickeln lassen, das ab 2014 für mehr Übersichtlichkeit sorgen soll.

Das PIB Riester Rente, mit dessen Entwicklung das Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen beauftragt worden war, ist als Orientierungshilfe für Verbraucher gedacht, die sich bislang wenig mit Riester beschäftigt haben und die Leistungen unterschiedlicher Anbieter vergleichen möchten.

Auch in Beratungsgesprächen soll es eingesetzt werden, um potentiellen Kunden verständlicher zu machen, was die Riester Rente ihnen wirklich bringt. Für fünf verschiedenen Riester-Produkte, nämlich Fondsgebundene Rentenversicherung, Banksparplan, Bausparvertrag, Darlehen und Zusatzversicherung, gibt es jeweils ein eigenes Infoblatt, das auf nur zwei Seiten alle relevanten Informationen über Leistungen und Risiken der Riester-Rente zusammenfassen soll.

Nachdem die Bundesregierung den Gesetzesentwurf verabschiedet hat, soll das Gesetz voraussichtlich am 1. Januar 2013 in Kraft treten: Die Versicherungen haben dann 18 Monate Zeit, auf die Informationspflicht einzugehen; danach wird das Informieren der Riester-Kunden mittels der PIB Riester Rente verbindlich. Mit der Einführung der PIB Riester Rente reagiert der Staat auf die seit langem bestehenden Forderungen nach mehr Übersichtlichkeit in der Riester-Versicherungsbranche.

Hinweis: Die Produktinformationsblätter zur Riester Rente werden endgültig zum 1. Januar 2017 verbindlich eingeführt. Ab dann muss jedes Riester-Produkt durch ein eigenes PIB eräutert werden.

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Riester Rente

PIB Riester Rente – Chancen und Risiken

In den PIB Riester Rente wird der Vertrag in eine von insgesamt fünf Chancen-/Risikoklassen eingeteilt. Außerdem werden die Wahrscheinlichkeit bestimmter Wertentwicklungen und das Preis-Leistungs-Verhältnis angegeben; des Weiteren sollen Interessenten über die Folgen von Anbieterwechsel, Beitragsfreistellung oder Kündigung des Vertrages unterrichtet werden.

Was so gut und kundenfreundlich klingt, hat aber auch seine Tücken, die zunächst einmal in der Art der Berechnung liegen: Um die Einteilung in Klassen vorzunehmen oder Wertentwicklungen zu prognostizieren, müsste eine neue Institution für Produktinformation in der Altersvorsorge (PIA) geschaffen werden, die mit der Simulation komplexer Szenarien beauftragt würde.

Dass die Stelle mit unabhängigen Mitarbeitern besetzt werden könnte, ist aufgrund der derzeit herrschenden Mangels an Mathematikern jedoch unwahrscheinlich, wie Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten (BdV) befürchtet: Eine neutrale Positionierung der PIA sei daher nicht zu erwarten. Kleinlein weist darauf hin, dass die Art der Berechnung ohnehin einen entscheidenden Einfluss auf die Darstellung und Kategorisierung der Sparmodelle habe, und fordert deshalb, die Berechnungswege unter Einbezug von Öffentlichkeit und Verbraucherschützern zu diskutieren.

Nachbesserungsbedarf sieht der BdV-Experte insbesondere in der Ermittlung der Gesamtkosten, die voraussichtlich anhand der Kenngröße „Reduction in Yield“ (RiY) vorgenommen werden wird: Die RiY gibt die Quote der Kosten, die dem Riester-Kunden in der Ansparphase entstehen, in Prozent an; dadurch sollen verschiedene Verträge vergleichbar gemacht werden. Allerdings, so der Verbraucherschützer, werden hier weder die Kosten im Rentenbezug berücksichtigt noch eine Vergleichbarkeit von Verträgen mit unterschiedlichen Laufzeiten oder Beitragszahlungszeiten gewährleistet.

Bei einer künstlich hochgesetzten Laufzeit könne die RiY zudem irreführend sein, da sie unter Umständen niedriger sei, als bei einem Vertrag mit kürzerer Laufzeit; dem Kunden entstünden durch höhere Abschlusskosten in Wirklichkeit jedoch mehr Kosten. Positiv findet Kleinlein, dass es in Zukunft einen Katalog der Kostenarten geben wird: So dürfte es den Versicherern nicht mehr möglich sein, Kosten zu verstecken. Auch Vertragswechsel sollen mit dem neuen Gesetz erleichtert werden: Die Kosten für den Wechsel, die bislang sehr hoch sind, wären dann auf maximal 150 Euro beschränkt. Die für den neuen Vertrag anfallenden Abschluss- und Vertriebskosten sollen nicht mehr auf der Grundlage des gesamten übertragenen Kapitals errechnet werden, sondern auf Basis der Hälfte der übertragenen Summe kalkuliert werden.

Das wiederum geht Lars Gatschke vom Bundesverband Verbraucherzentralen (Vzbv) nicht weit genug: Vor allem langjährige Riester-Sparer, die wechseln wollten, würden abgeschreckt, wenn sie beim Wechsel erst wieder eine größere Summe ihres Ersparten investieren müssten. Insofern seien die Wechselmöglichkeiten weiterhin stark eingeschränkt, kritisiert Gatschke. Er plädiert dafür, dass im Falle eines Wechsels gar keine solchen Kosten mehr anfallen dürfen.

PIB Riester Rente – bessere Transparenz bezüglich Leistungen, Risiken und Kosten

Mark Ortmann vom Institut für Altersvorsorge (ITA) äußert sich insgesamt positiv über die Pläne der Bundesregierung: Mit der Vorgabe zum PIB Riester Rente habe der Staat einen konkreten und verbindlichen Rahmen geschaffen. Das vom Hamburger Institut entwickelte Musterblatt bezeichnete Ortmann als „Quantensprung auf dem Weg zu einer transparenten Altersvorsorge“: Im Vergleich zu bisherigen Informationsblättern müsse es geradezu revolutionär erscheinen.

Ortmann begrüßt die Transparenz, die mit der Einführung des PIB Riester Rente verknüpft ist, sowie den damit einhergehenden Wettbewerb unter den Versicherern. Dennoch sieht auch er Verbesserungsbedarf: Vor allem hinsichtlich Verständlichkeit, Darstellung der Kosten und Visualisierung bestehe noch Nachholbedarf.

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