Private Krankenversicherung Zukunft

Hat die private Krankenversicherung Zukunft?

In letzter Zeit macht die PKV-Branche häufig mit Negativschlagzeilen von sich reden: Vor allem die enormen Beitragserhöhungen bei älteren Versicherten sind in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Gleichzeitig werden zunehmend alternative Modelle zur PKV propagiert. Hat die private Krankenversicherung keine Zukunft mehr?

Private Krankenversicherung Zukunft
Wie sieht die Zukunft der PKV aus?

Im vergangenen Januar sind die Beiträge zur privaten Krankenversicherung erneut angehoben worden – und das deutlich: Steigerungen von zehn Prozent und mehr sind keine Seltenheit; in manchen Tarifen macht die Steigerung sogar rund 50% aus.

Viele Versicherte ächzen längst unter der Last und fragen sich, wie sie die monatlichen Beiträge überhaupt noch aufbringen sollen. Gerade in der Generation 50+, wo kräftig an der Preisschraube gedreht wird, ist das spürbar – doch Alternativen gibt es kaum: Beim Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung droht unter Umständen der Verlust der Altersrückstellungen.

Der Wechsel in einen anderen Tarif beim selben Versicherer hingegen wird oftmals stark erschwert, da die Unternehmen die hohen Beiträge dringend benötigen.

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Zukunft der privaten Krankenversicherung: Wohin fließen die Beiträge?

Zum Teil ist der erhöhte Kapitalbedarf der Versicherungsunternehmen auf äußere Einflüsse zurückzuführen: Die medizinische Forschung will refinanziert werden; gerade neue Arzneien und Behandlungsmethoden sind deshalb nicht selten kostspielig. Die Privatversicherer haben aber letztlich zu wenig Gewicht, um größere Rabatte mit den Pharmaunternehmen auszuhandeln, und Ärzte können Privatpatienten anders abrechnen als gesetzlich Versicherte.

Auch der demografische Wandel trägt seinen Teil zur Erhöhung der Kosten der medizinischen Versorgung bei. Dies ist jedoch nicht der alleinige Grund für Beitragssteigerungen im zweistelligen Prozentbereich: Schuld ist auch die Misswirtschaft innerhalb der Konzerne, die junge und gesunde Neukunden mit möglichst niedrigen Einstiegstarifen anlocken will und deshalb am anderen Ende verdienen muss.

Die Krankenversicherung, die Tarife einfach schließt, so dass keine Kunden mehr nachrücken und einen Finanzausgleich schaffen können. Die Krankenversicherung, die falsch kalkuliert und zu viel Geld in Verwaltung und Vertriebskosten steckt. Das macht die Branche zunehmend unattraktiv. Die Versicherer müssen also etwas an ihrer eigenen Politik ändern, wenn sie in Zukunft bestehen wollen.

Private Krankenversicherung Zukunft – die Alternativen

Experten zufolge wäre zumindest ein Teil des Problems behoben, wenn der Gesetzgeber dafür sorgte, dass sich die PKV-Tarife im Alter nicht so stark verteuern, und gleichzeitig eine Mitnahmegarantie für die erworbene Altersrückstellung gäbe.

Diese Idee stößt bei den Privatversicherern bislang jedoch auf wenig Gegenliebe – und macht ein künftiges Eingreifen des Staates damit um so wahrscheinlicher: Im Gespräch sind sowohl die Einführung einer einheitlichen Bürgerversicherung als auch eines Kopfprämiensystems mit sozialer Komponente.

Im Falle der Bürgerversicherung bemäße sich der Beitrag prozentual am Einkommen, wobei möglicherweise sogar Einkommen aus Immobilien- und Kapitalerträgen gewertet würden. Die Bürgerversicherung bedeutete faktisch die Abschaffung der PKV. Im Falle der Einführung einer Kopfprämie zahlte jeder erwerbstätige GKV-Versicherte den gleichen Beitrag; Rentner nur die Hälfte.

Bei Inanspruchnahme der Versicherungsleistungen würde Gutverdienenden dann weniger von der Krankenversicherung erstattet als Geringverdienern. Hierbei bliebe die PKV bestehen; wie sich das Modell auf die private Versicherungswirtschaft auswirken würde, wird allerdings kontrovers diskutiert.

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