PKV stationär

Welche stationären Leistungen bietet die PKV?

Grundsätzlich übernimmt eine private Krankenkasse sämtliche Kosten, die durch ärztliche Behandlungen, Pflege und Unterbringung in einem Hospital entstehen. Darüber hinaus können gegen einen Aufpreis zusätzliche Komfortleistungen versichert werden. Benötigt ein Patient den Luxus von Zusatzleistungen nicht, kann er einen Standardtarif versichern. Die Service-Leistungen dieses Tarifs entsprechen denen der gesetzlichen Kasse (Allgemeine Pflegeklasse).

Die Leistungen für stationäre Behandlungen betreffen jedoch nur Krankenhausaufenthalte und greifen nicht bei einem stationären Kuraufenthalt. Hier sind gesetzlich Versicherte ausnahmsweise einmal besser gestellt: Ihre Versicherer räumen ihnen alle vier Jahre einen Leistungsanspruch auf eine maximal dreiwöchige Kur ein. Allerdings müssen die gesetzlich versicherten Patienten sich mit 10 Euro pro Tag an den Kurkosten beteiligen.

Auch in Bezug auf anfallende Kosten für eine Haushaltshilfe, die im Krankheitsfall einspringt, sind gesetzliche Kassen spendabler als private Versicherungsunternehmen. Sie übernehmen das Gros der Kosten – allerdings muss sich der Kranke daran beteiligen: 10% der Aufwendungen muss er übernehmen; minimal muss er 5 Euro, maximal 10 zuzahlen.

Freie Arztwahl

Privatpatienten, deren Versicherungspolice Behandlungen durch den Chefarzt umfasst, können sich frei aussuchen, von welchem Arzt sie sich behandeln lassen möchten. Höhere Honorare von Chefärzten, welche den üblichen 2,3-fachen Regelsatz der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) übersteigen und das 3,5-fache oder noch mehr betragen können, sind durch den privaten Versicherungsschutz abgedeckt.

Privat Versicherte können daher guten Gewissens von dem qualitativ höherwertigen Behandlungsniveau leitender Ärzte profitieren. Manche Anbieter erstatten die Kosten für Chefarzt-Honorare auch dann, wenn sie im Rahmen von ambulanten Operationen, die im Krankenhaus durchgeführt werden, entstanden sind. Privatpatienten dürfen darüber hinaus auch mit kürzeren Wartezeiten bei der Vergabe von Terminen rechnen.

Im Gegensatz dazu besitzen gesetzlich Versicherte keine Wahlmöglichkeiten; sie müssen sich vom jeweils diensthabenden Stationsarzt behandeln lassen.

Unterbringung

Ein Krankenhausaufenthalt ist keine schöne Angelegenheit. Um rasch genesen zu können, braucht ein Patient Ruhe und Privatsphäre. Gesetzlich Versicherte, die standardmäßig in der Allgemeinen Pflegeklasse untergebracht werden, müssen sich ihr Zimmer mit mehreren – möglicherweise lärmfreudigen – Zimmer-genossen teilen.

Insbesondere bei Daueraufenthalten, in denen das Krankenhaus zur „zweiten Wohnstätte“ wird, kann dies eine Qual sein. Privatpatienten können Belastungen wie diesen durch Abschließen eines Ein- oder Zweibettzimmertarifs entgehen und so das nötige Maß an Ruhe und Diskretion erlangen, das für eine erholsame Genesung erforderlich ist.

Krankenhäuser fordern von gesetzlich Versicherten während ihres Krankenhausaufenthaltes eine Zuzahlung von 10 Euro. Sie kann maximal für 28 Tage eines Kalenderjahres erhoben werden. Privatpatienten sind von diesem Aufpreis befreit.

Freie Wahl des Krankenhauses

Während sich Kunden gesetzlicher Versicherungen in eines der beiden am nächsten gelegenen Vertrags-krankenhäuser einliefern müssen, können sich Privatpatienten die Klinik, in der sie behandelt werden möchten, frei aussuchen. Auch der höhere Tagessatz von Spezialkliniken wird von privaten Versicherungs-
unternehmen gezahlt.

Die private Kasse übernimmt zudem die gesamten Kosten für Heil- und Hilfsmittel, die der Patient während eines stationären Aufenthaltes benötigt. Die Fahrtkosten in ein Spital werden in Abhängigkeit vom Tarif teilweise oder vollständig übernommen. Demgegenüber müssen gesetzlich Versicherte 10% der Transportkosten übernehmen, ausgehend von einem Mindestbetrag von 5 Euro bis zu einer Obergrenze von 10 Euro.

Krankenhaus-Tagegeld

Bei einem Tarif, der die Auszahlung eines Krankenhaustagegelds beinhaltet, erfolgt im Krankheitsfall eine vereinbarte Tagesleistung, die zum Abdecken von Zusatzkosten, die durch den Krankenhausaufenthalt entstehen, gedacht ist. Mit dem Krankenhaustagegeld können beispielsweise eine eine Haushaltshilfe, Vergütungen für Kinderbetreuung oder die Unterbringung von Haustieren in einer Tierpension, Telefon- oder Fernsehgebühren sowie Fahrtkosten für Angehörige bezahlt werden.

Bei längeren Krankenhausaufenthalten können sich solcherlei Kosten schnell summieren – ein Risiko, welches für den Kranken einen zusätzlichen Stressfaktor darstellt. Wer dieses Risiko ausschließen möchte, sollte daher einen entsprechenden Zusatztarif vereinbaren.

Versicherungsschutz im Ausland

Wie im ambulanten Bereich erstreckt sich der Versichererungsschutz durchgehend auf das europäische Ausland. International greift er für mindestens einen Monat. Die meisten Anbieter offerieren eine Verlängerung gegen einen geringen Aufpreis.

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