PKV Kostenerstattung

Wie geht die Kostenerstattung bei der PKV vonstatten?

Kostenerstattung von Arztrechnungen

Private Krankenkassen arbeiten nach dem Kostenerstattungsprinzip. Dies bedeutet, dass der Patient Geldbeträge für Arztrechnungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) oder der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) zunächst selbst bezahlt und sich seine erstattungsfähigen Unkosten erst im nächsten Schritt durch die Krankenkasse begleichen lässt.

In der Regel gewähren Ärzte dem Patienten mit der Zusendung der Rechnung aber eine Zahlungsfrist von 2-3 Wochen. Das Gros der Versicherungsgesellschaften überweist dem Versicherten die Versicherungsleistung innerhalb von 14 Tagen auf sein Konto.

Insofern können PKV-Versicherte die Überweisung ihrer Versicherung abwarten, bevor sie selbst in Leistung treten. Für Medikamente und Hilfsmittel (wie z.B. Brillen oder Hörgeräte) entfällt dieser Service jedoch. Sie müssen bei den entsprechenden Verkaufsstellen (Apotheken, Hilfsmittelläden etc.) aus eigener Tasche gezahlt werden. Um wieder an sein Geld zu gelangen, muss der Kunde sich eine Quittung ausstellen lassen, die er bei seiner Versicherung einreicht.

Das Kostenerstattungsprinzip besitzt folglich den Nachteil, dass dem Patient ein Mehraufwand (Über-weisungen, Buchführung über Rechnungen) abverlangt wird, um die Leistungen der Kasse in Anspruch nehmen zu können und er unter Umständen bei der Kostenerstattung in Vorkasse treten muss.

Vorteilhaft ist demgegenüber, dass das Kostenerstattungsprinzip die Transparenz erhöht, wodurch Betrugsversuchen entgegengewirkt werden kann: Patienten können exakt nachvollziehen, ob ein Arzt tatsächlich alle von ihm in Rechnung gestellten Behandlungsmaßnahmen durchgeführt hat oder sich Leistungen für medizinische Schritte anrechnet, die er niemals vollzogen hat.

Im Gegensatz zu Mitgliedern gesetzlicher Kassen benötigen Privatpatienten bei Arztbesuchen keine Chip- Karte. Zwar stellen auch private Krankenversicherungen ihren Patienten eine Mitgliederkarte aus, allerdings fungiert diese nur als Nachweis dafür, dass sie privat versichert sind und welches Leistungsniveau sie versichert haben.

Die Chipkarte dient lediglich als Informationsträger, auf dem persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum, Adresse und der Name der Krankenversicherung gespeichert sind. Der Arzt kann diese Informationen beim Ausstellen von Rezepten nutzen. Wichtig wird die Chip-Karte von Privatpatienten, auch Klinikcard genannt, erst bei Krankenhaus-besuchen.

Kostenerstattung von Krankenhausrechnungen

Während Arztrechnungen an den Patienten geschickt werden, senden Krankenhausverwaltungen Rech- nungen für eine stationäre Unterbringung direkt an die Krankenversicherung, welche den Rechnungsbetrag unmittelbar an das betreffende Krankenhaus überweist.

Um sich als Privatpatient ausweisen und diesen Service in Anspruch nehmen zu können, benötigt der privat Versicherte seine Chip-Karte (Klinik-Card). Der Patient muss sich um den Zahlungsprozess nicht kümmern. Er erhält lediglich eine Kopie der Rechnung zur Kenntnisnahme.

Anders als Rechnungen für die Unterbringungskosten werden Rechnungen von Krankenhausärzten – wie Arztrechnungen aus ambulanten Behandlungen – hingegen an den Patienten gesendet. Fällt eine solche Rechnung sehr hoch aus, kann der Kunde den Versicherer bitten, direkt an die Krankenhausverwaltung zu zahlen.

Kostenerstattung bei Beihilfe

Um ihre Beihilfe geltend zu machen, müssen beihilfeberechtigte Patienten ihre Original-Rechnungen zunächst bei der Beihilfestelle einreichen. Sie erhalten dann im nächsten Schritt Kopien zurück, auf denen vermerkt wurde, dass die Beihilfe erstattet wurde. Der Versicherte muss diese Duplikate schließlich an seine Versicherung weiterleiten.

Kostenerstattung bei Krankentagegeld

Wird ein Privatpatient arbeitsunfähig, sollte er dies umgehend dem Versicherer melden. Das Versicherungs-unternehmen muss spätestens in dem Moment über die Arbeitsunfähigkeit informiert werden, in dem die Leistungen in Kraft treten würden. Um keine Nachteile durch das Versäumen von Fristen entstehen zu lassen, sollte man sich unbedingt mit den Regelungen des Versicherers vertraut machen.

Der Kranke ist dazu verpflichtet, seine Arbeitsunfähigkeit in regelmäßigen Zeitintervallen attestieren zu lassen. Die Leistungen der Krankenkasse erfolgen rückwirkend – jeweils für die letzte Periode der belegten Arbeitsunfähigkeit.

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