PKV Entwicklung

Private Krankenvollversicherung mit sinkender Versichertenzahl

Erstmals seit Jahrzehnten ist der Bestand der privaten Krankenvollversicherung im Jahr 2012 gesunken. Zum Rückgang auf 8,96 Millionen Versicherte (Quelle: PKV-Verband, www.pkv.de) sollen diverse Sondereffekte geführt haben. Gleichzeitig hat sich der PKV-Bestand jedoch dank dem guten Geschäft in der Sparte der Zusatzversicherungen auf rund 32 Millionen Menschen erhöht. Diese Zahlen kamen für die PKV nicht überraschend.

Die PKV kämpft gegen sinkende Versichertenzahlen.
Die PKV kämpft gegen sinkende Versichertenzahlen.

Im Gegensatz zu dem Verlust von 20.100 Verträgen in der PKV-Vollversicherung hat sich die Anzahl der abgeschlossenen Pflege-Zusatztarife um circa 16 Prozent auf einen Bestand von 2,2 Millionen erhöht (Quelle: PKV-Verband, www.pkv.de).

Dieser Anstieg lässt sich vor Allem auf die aktuelle öffentliche Debatte um Neuerungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung zurückführen. Die Angst der Bürger vor einer finanziellen Notlage bei einem möglichen Pflegefall hat viele dazu bewegt, zusätzlich privat vorzusorgen.

Der Einbruch in der privaten Krankenvollversicherung hingegen lässt sich durch den Eintritt vieler Kleinselbstständiger in Arbeitnehmerverhältnisse und daher in die GKV erklären. Viele Menschen sind außerdem von der verpflichtenden Einführung der Unisex Tarife in der PKV-Vollversicherung sowie von Medienberichten über steigende Prämien für ältere Versicherte verunsichert worden.

Eine Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat die Entwicklung des Versicherungsbestands in den Sparten der Krankenvollversicherung sowie der Zusatzversicherung seit 2002 erfasst. Die PKV-Krankenvollversicherung weist in dieser Zeitspanne lediglich einen Anstieg von circa 13% auf, während die Zahl der Zusatzversicherten bis 2012 um 62,93% auf rund 23 Millionen Menschen gestiegen ist.

Pflege Bahr Entwicklung Pflege Bahr: Entwicklung und Vorteile

Seit 2013 können die neuen Pflege Bahr Verträge abgeschlossen werden. Mit der staatlichen Pflege Bahr Förderung soll die Motivation zur privaten Vorsorge steigen. Die Entwicklung von Pflege Bahr vollzieht sich jedoch langsamer als erwartet. Weiterlesen

PKV Entwicklung: Private Krankenvollversicherung mit neuen Konzepten

Auch in der Sparte der PKV-Vollversicherung soll sich in Zukunft aber wieder mehr tun: Mit innovativen Ansätzen sollen nun neue Kunden gewonnen und ein weiterer Bestandsrückgang verhindert werden. Im Zuge dessen bietet beispielsweise die Continentale ein neues Produkt namens „Comfort-Beihilfe“ an, das auf moderne Beamte, Anwärter und Referendare zugeschnitten ist. Damit soll sich der Versicherungsschutz an diverse Lebenssituationen oder Änderungen des Status anpassen und so erweitern lassen, ohne dass eine erneute Risikoprüfung nötig wird.

Die Axa will mit der Erweiterung der „VA Med“-Tarifreihe ihre Leistungen für Humanmediziner verbessern. Enthalten sind ein optionaler Selbstbehalt von 900 Euro und die Erstattung über die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) hinaus sowie volle Kostendeckung von Psychotherapien und Einzelzimmerunterbringungen bei stationärer Behandlung.

Die Central KV zieht mit und bietet mit dem „Central.privat“ einen ähnlichen Vollkostentarif im Premium-Segment an. Dieser stellt drei verschiedene Selbstbehalts-Beträge zur Wahl, die der Beitragsstabilität zugutekommen sollen. Chefärztliche Leistungen im Krankenhaus werden über die GOÄ hinaus erstattet.

Auch die arbeitgeberfinanzierte Krankenversicherung hat Neuerungen auf den Markt gebracht. So stellt die Gothaer ihren Kunden innerhalb der „MediGroup“-Familie frei, ob Beiträge auf individueller Risikobasis kalkuliert oder, unter bestimmten Bedingungen, altersunabhängige Einheitsprämien gezahlt werden.

Die Hallesche will mit ihrem neuen „Vorsorge-plus“ einen Einstieg in die Firmen-Krankenversicherung attraktiver machen. Je nach Alter können private und gesetzliche Versicherungsnehmer verschiedene Vorsorge-Schecks bei Untersuchungen anwenden, so dass der Arzt direkt mit der Gesellschaft abrechnet.

Zudem hat die HanseMerkur ihre betriebliche KV um ambulante Vorsorgeleistungen ergänzt, die über die gesetzlichen Früherkennungs-Vorschriften hinausgehen und auch Schutzimpfungen vor Auslandsaufenhalten beinhalten.

PKV Entwicklung: Aufnahmegarantie für Angestellte

Die Huk-Coburg bietet aufgrund erleichterter Aufnahmebedingungen ein besonders attraktives Konzept zur Kundenneugewinnung an. Sie gibt Angestellten, die zum ersten Mal die Versicherungspflicht-Grenze überschreiten, auch bei möglichen Vorerkrankungen eine Aufnahmegarantie in die PKV. Dieser Wechsel ist innerhalb einer Frist von sechs Monaten möglich und für Vorerkrankungen darf maximal ein Risikozuschlag von 30% berechnet werden. Der Tarif bietet des Weiteren Wahlleistungen, beispielsweise eine Zweibettzimmer-Unterbringung bei stationären Aufenthalten.

Dieses Angebot greift auch für Familienangehörige und zeigt, dass der häufige Vorwurf der Kundenselektion in der PKV „nach guten Risiken“ nicht unbedingt zutrifft.

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