PKV Billigtarife

PKV Billigtarife werden eingestellt

Im Wahljahr 2013 kämpften die PKV Versicherer mit allen Mitteln um ihre Existenz. Der in diesem Jahr gestellte Antrag zu einer Bürgerversicherung rief zwangsläufig große Image-Veränderungen in der PKV hervor. Im Ergebnis wollen die privaten Krankenversicherer nun verstärkt auf Leistungen setzen.

Varianten gestrichen
PKV Billigtarife werden eingestellt

Die Entwicklungen der PKV im Jahr 2012 lassen verglichen mit dem Zuwachs der letzten zehn Jahre zu wünschen übrig. Insgesamt sind in Deutschland derzeit 8,96 Millionen Menschen privat versichert. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die private Krankenversicherung im Jahr 2012 ein Minus von 0,2 Prozent Vollversicherten – ein Rückschritt für die PKV in Anbetracht der anvisierten Zielmarke von 9 Millionen Versicherungsnehmern. Der Netto-Neuzugang lag laut PKV Verband somit bei minus 20.100 Personen, während die PKV im Jahr 2011 ein Plus von 80.900 Personen  für sich gewinnen konnte.

Der negative Mitgliedersaldo lässt sich größtenteils auf den Skandal um die günstigen Einsteigertarife, auch Billigtarife genannt, zurückführen. Des Weiteren gab es aufgrund der guten Arbeitsmarktlage einen Wechsel vieler Kleinselbstständiger in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis und damit in die GKV. Als dritte Komponente der Flaute in der PKV wird die verpflichtende Einführung der Unisex Tarife Ende 2012 angeführt. Es kam laut PKV Verband zu geschlechtsspezifischen Beitragsverschiebungen. Für Männer sind Beiträge deutlich teurer geworden, da sie mit ihren Beiträgen die höheren Kosten für die Frauen subventionieren.

Die PKV setzt entgegen der Prophezeiung ihres möglichen Endes im Jahr 2015 auf Konfrontation mit den Beführwortern der Bürgerversicherung. Der Fokus soll auf gute Leistungsstandards gerückt werden und die PKV für einen neuen Interessentenkreis auch unter Arbeitnehmern geöffnet werden.

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PKV legt Fokus auf Leistungen

Die Stärke der PKV Branche lag bisher stets in der Erbringung der Leistung unabhängig von den Kosten. Nach der Billigtarif-Pleite muss die PKV diese Stärke verteidigen und neu etablieren. Daher verspricht sie für die Zukunft einen Anstieg der Leistungsstandards, sprich bessere Qualität für die neuen einheitlichen Beiträge.

Die im März veröffentlichte Studie der Assekurata sagt jedoch aus, dass der Übergang in der PKV vom Preis- zum Leistungswettbewerb infolge der Unisextarife noch unzureichend ausfalle und das Leistungsniveau in einigen Bereichen noch an das der GKV anzupassen sei.

PKV Billigtarife werden eingestellt

Viele PKV Versicherer setzten in den vergangenen Jahren verstärkt auf  Billigtarife, die einen günstigen Einstieg in die PKV ermöglichten, aber auch unzureichende Leistungen erbrachten. Nachdem die Beiträge dieser Einsteigertarife 2012 in die Höhe schossen, da sich deren Kalkulation auf eine nicht eintretende prognostizierte Einkommenssteigerung der Versicherungsnehmer stützte, verschwinden die Billigtarife vom Markt.

Natürlich hat der Verzicht auf diesen Neuzugang auch zu der Senkung der Mitgliederzahlen beigetragen. Somit verringert sich allerdings gleichzeitig die hohe Anzahl der Nichtzahler in diesen Tarifen und die Situation für das Gesamtkollektiv verbessert sich. Einige Versicherer, beispielsweise die Hanse Merkur, halten jedoch weiterhin an den Einsteigertarifen fest.

Europäische Police als Brückenlösung

Die Zahl der Zahlungssäumigen in der PKV beliefen sich nach Verbandsangaben im Dezember 2011 auf rund 144.000 Menschen, wobei sich die Beitragsrückstände im Jahr 2012 auf rund 745 Millionen Euro summierten. Nichtzahler können zukünftig in einen von der Bundesregierung geplanten Notlagentarif verlagert werden. Als ähnliche Alternative wird auch ein Basistarif mit schlechten Leistungen zu überteuerten Preisen gehandelt.

Eine neue europäische Alternative hat eine ganz bestimmte Zielgruppe: Die rund 137.000 Unversicherten. Den meisten war wegen wirtschaftlicher Probleme vor Einführung der Versicherungspflicht gekündigt worden. Von da ab standen sie auf der schwarzen Liste und wurden von keiner deutschen Krankenversicherung mehr angenommen. Bei einem Abschluss der neuen „europäischen Krankenversicherung“, die von Anbietern aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bereitgestellt wird, könnten diese Menschen wieder solide Leistungen zu einem bezahlbaren Preis erwarten.

Die europäische Variante enthält aber auch zahlreiche Risiken, unter anderem, weil der Versicherte auch hier im Krankheitsfall in Vorleistung treten muss. Sie wird jedoch als eine für viele Nichtversicherte und Beitragsschuldner geeignete Brückenversicherung gehandelt, die eine spätere Rückkehr ins deutsche System durchaus möglich macht.

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