PKV Beitragshöhe

Wovon ist die Beitragshöhe abhängig?

Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und Anzahl der Familienmitglieder:

Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung ist in der Art der Beitragsermittlung zu finden. Gesetzliche Krankenkassen berechnen ihre Prämien nach dem Solidarprinzip; entscheidend für sie ist das Bruttoarbeitsentgelt des Versicherten. Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und Anzahl der Familienmitglieder ihrer Kunden spielen für sie keine Rolle.

Demgegenüber ist für die PKV Beitragshöhe das Einkommen ihrer Kunden unerheblich. Die privaten Kassen machen ihre Prämien davon abhängig, wie alt der Versicherte ist, in welchem gesundheitlichen Zustand er sich befindet und wie viele Familienmitglieder er mitversichern möchte.

Grundsätzlich gilt: Je älter ein Kunde bei Vertragsabschluss ist, desto tiefer muss er in die Tasche greifen. Gesundheitlich robuste Personen zahlen weniger, während von Patienten mit einer umfangreichen Vorerkrankungsgeschichte Risikozuschläge verlangt werden können.

Da für jedes Kind, das mitversichert werden soll, ein eigener Versicherungsvertrag abgeschlossen werden muss, beeinflusst die Anzahl der Kinder maßgeblich die PKV Beitragshöhe.

Versicherungsbedingungen:

Ebenfalls fällt ins Gewicht, welchen Leistungsumfang ein Versicherter vereinbart hat. Private Krankenver-sicherungen bieten Leistungen nach dem Baukastenprinzip an. Offeriert werden Grundbausteine, welche sich den Kategorien ambulante Behandlung, stationäre Behandlung, Zahnbehandlung und Krankentagegeld zuordnen lassen.

Zusätzlich zu diesen Basisbausteinen können Kunden je nach individueller Vorliebe ergänzende Leistungs-module beantragen, wie z.B. Kosten für Heilpraktikerbehandlungen, Chefarztbehandlung im Krankenhaus, stationäre Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer oder Erstattung von Brillen, Kontaktlinsen oder Hörgeräten.

Je mehr Premium-Leistungen der Versicherte vertraglich vereinbart, desto höher fällt die PKV Beitragshöhe aus.

Einen vierten Einflussfaktor stellt der sogenannte Selbstbehalt dar. Wer sich im Vertrag bereit erklärt, jährlich einen bestimmten Anteil der Rechnungen aus eigener Tasche zu übernehmen, kann seine monatlichen Beitragskosten unter Umständen erheblich senken.

PKV-Beitragshöhe: Aufschlüsselung nach Anteilen:

Die PKV Beitragshöhe lässt sich in vier Anteile aufschlüsseln:

  • einen Risikoanteil: Dieser wird darauf verwendet, laufende Krankheitskosten zu decken. Prozentual fällt er am stärksten ins Gewicht.
  • einen Kostenanteil: Er wird herangezogen, um Aufwendungen zu begleichen, die durch Beratungs-, Verwaltungs- und Abschlusskosten entstehen.
  • einen Sparanteil: Dieser erfüllt den Zweck, eine Altersrückstellung aufzubauen. Er bildet eine Reserve für das Alter, mit der die dann tendenziell höheren Kosten aufgefangen werden sollen. Ohne diese Altersrückstellung müsste die PKV Beitragshöhe für ältere Patienten übermäßig erhöht werden.
  • einen Zehn-Prozent-Zuschlag für das Alter: Anders als ursprünglich geplant erwies sich der Sparanteil für die Altersrückstellung als nicht ausreichend, um die Prämien im Alter verhältnismäßig niedrig zu halten. Deshalb wurde festgelegt, dass Kunden bis zu ihrem 60. Lebensjahr einen Zuschlag in Höhe von 10 Prozent zahlen müssen. Mit dem am 1. Januar 2000 für Neuversicherte eingeführten Aufpreis soll erreicht werden, dass es nach dem 65. Lebensjahr zu keiner weiteren Beitragserhöhung mehr kommt.

Für die Kalkulation der Beiträge sind nicht nur aktuell anfallende Kosten maßgeblich, sondern auch Berech-nungen zukünftiger Ausgaben und Entwicklungen. Versicherungsunternehmen fertigen in regelmäßigen Abständen Kalkulationsmodelle an, in denen Faktoren wie die Durchschnittslebenserwartung, Gewinnung von Neukunden, Stornoquote, die steuerlichen Rahmenbedingungen, Zinsen und der technische Fortschritt prognostiziert werden.

Einen Unwägbarkeitsfaktor stellt vor allem die Altersrückstellung dar, die sich für einen Zeitraum von mehreren Dekaden nur sehr schwer vorhersagen lässt. Selbst kleine Veränderungen können große Wirkung zeigen und sich in einer merklichen Beitragserhöhung niederschlagen.

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