PKV ambulant

Welche ambulanten Leistungen bietet die PKV?

Freie Arztwahl:

Während gesetzlich Versicherte ihren Arzt nur innerhalb der Gruppe der Kassenärzte aussuchen dürfen, genießen privat Versicherte die Freiheit, sich ihren Arzt aus der Gesamtheit der niedergelassenen Ärzte auszuwählen. Neben Behandlungen im Krankheitsfall werden auch Vorsorgeuntersuchungen und Schutz-impfungen erstattet – diese sind je nach Anbieter sogar an ein Bonusprogramm gekoppelt.

Auch neue, alternative oder überdurchschnittlich teure Behandlungsmethoden werden von einer privaten Kasse übernommen. Darüber hinaus kommen private Krankenkassen für Heilpraktiker-Leistungen auf, welche Kunden gesetzlicher Versicherungen gänzlich aus eigener Tasche bestreiten müssen. Dieser Service gehört jedoch nicht bei allen privaten Versicherungsunternehmen zum Umfang des Normaltarifs dazu; je nach Anbieter muss für ihn ein Zusatztarif gewählt werden, durch welchen dem Kunden Mehrkosten entstehen.

Neben Ärzten können Privatpatienten auch die Hilfe von Psychotherapeuten in Anspruch nehmen. Die private Kasse bezahlt allerdings meist nur 20-30 Sitzungen bei ambulanter Therapie. Manche Tarife verbieten es Patienten, sich von Diplom-Psychologen behandeln zu lassen. Gesetzlich Versicherte mit psychischen Proble-
men fahren hier ausnahmsweise besser: Ihnen bezahlt ihre Kasse je nach erforderlicher Behandlung eine große Anzahl von Sitzungen.

Im Krankheitsfall werden Privatpatienten bei der Terminvergabe gegenüber Kassenpatienten bevorzugt und kommen dadurch schneller an die Reihe. Beim Arzt benötigen sie keine Chip-Karte, jedoch wird ihnen im Gegensatz zu gesetzlich Versicherten eine Arztrechnung zugestellt, die Sie selbst begleichen müssen (die Geldsumme bekommen sie von ihrer Versicherung zurückerstattet).

Anders als gesetzlich Versicherte benötigen Privatpatienten in der Regel keine Überweisung, wenn sie den Arzt wechseln möchten.

Arznei- oder Heilmittel-Zuzahlungen:

Seit Inkrafttreten des GKV-Modernisierungsgesetzes am 01. Januar 2004 müssen gesetzlich Versicherte 10% des Abgabepreises eines Medikamentes übernehmen. Minimal müssen sie 5 Euro beisteuern, maximal 10 Euro. Die Zuzahlung darf nie mehr betragen als der Abgabepreis. Seit dem 01. Juli 2006 sind besonders kostengünstige Arzneimittel (insbesondere Generika) von der Zuzahlung befreit.

Demgegenüber bekommen Privatpatienten die Kosten für medizinisch notwendige Arzneimittel in vollem Umfang zurückerstattet – selbst dann, wenn der Behandler alternative oder sehr teure Medikamente verschreibt. Allerdings müssen privat Versicherte das Geld für die Arzneien zunächst vorstrecken und erhalten es erst nach Einreichen der Quittung wieder von der Krankenkasse zurück.

Heilmittel (wie z.B. Massagen, Fango oder Krankengymnastik) werden in Abhängigkeit vom jeweiligen Tarif zumeist in voller Höhe erstattet. Gesetzlich Versicherte müssen demgegenüber 10% der Kosten zuzahlen sowie pro Verordnung einen Zuschuss von 10 Euro entrichten.

Brillen, Kontaktlinsen und Hilfsmittel:

Gesetzliche Kassen begleichen Aufwendungen für Brillen nur noch dann, wenn der Patient unter 18 ist oder wenn er schwer sehbehindert ist. Erwachsene ohne starke Sehbeeinträchtigung müssen ihre Brille gänzlich aus eigener Tasche bezahlen. Im Gegensatz dazu übernehmen private Kassen in Abhängigkeit vom jeweiligen Tarif 50 bis 250 Euro für Brillengestelle. Gläser werden in der Ausführung erstattet, in der sie verschrieben wurden. Folglich kann ein Privatpatient auch superentspiegelte oder getönte Brillengläser sowie Kunststoffgläser abrechnen.

Wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht, werden Kontaktlinsen von privaten Versicherungsunter- nehmen in der Regel in voller Höhe erstattet. Auch für die Kosten für weiche oder gasdurchlässige Linsen kommt eine private Krankenversicherung auf.

Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind (wie z.B. Filter für Beatmungsgeräte oder Inkontinenzhilfen), werden von privaten Kassen bis zu einer vereinbarten Höchstgrenze übernommen. Anders als gesetzlich Versicherte, die bis zu einer Obergrenze von 10 Euro 10% der Kosten zuzahlen müssen, brauchen Privat-patienten keine Selbstbeteiligung zu entrichten.

Bei anderen Formen von Hilfsmitteln (wie z.B. Rollstühlen, Prothesen oder Hörgeräten) müssen Kunden gesetzlicher Versicherungsunternehmen ebenfalls 10% der Kosten übernehmen. Privatpatienten kommen auch hier bis zu einer tariflich vereinbarten Höchstgrenze kostenlos weg.

Versicherungsschutz im Ausland:

Der Versicherungsschutz gesetzlicher Kassen greift nur in EU-Ländern und Nationen, mit denen ein Sozial-versicherungsabkommen vereinbart wurde. Bei privaten Krankenkassen ist der Versicherungsschutz für das europäische Ausland durchgehend gewährleistet – und dies zumeist ohne Mehrbeitrag.

Darüber hinaus bieten private Versicherer einen weltweiten Versicherungsschutz an, der für eine Zeitphase von mindestens einem Monat gilt. Bei den meisten Anbietern kann er gegen einen geringen Extra-Beitrag verlängert werden.

Verwandte Themen im Bereich Private Krankenversicherungen

Soweit zu den Leistungen der PKV im ambulanten Bereich. Folgende Fragen und Antworten könnten Sie außerdem interessieren:
FAQ PKV: Leistungen, ambulante Leistungen und  stationäre Leistungen
Leistungen Private Krankenversicherung: Was sind die Leistungen einer privaten Krankenversicherung?
PKV ambulant: Welche ambulanten Leistungen bietet die PKV?
PKV stationär: Welche stationären Leistungen bietet die PKV?
PKV Zahnersatz und Zahnbehandlung: Was leistet eine private Krankenversicherung im dentalen Bereich?
PKV Krankentagegeld: Wie ist das Krankentagegeld in der PKV geregelt?
PKV Leistungen: Kann eine PKV die vereinbarten Leistungen kürzen?