PKV Abschlusskosten

PKV Abschlusskosten sinken moderat

Im branchenweiten Schnitt sind die Abschlusskosten der PKV gesunken. Dies ist allerdings nicht auf reine Kostensenkung zurückzuführen, sondern zu einem großen Teil auf ein rückläufiges Neugeschäft.

PKV Abschlusskosten
PKV Abschlusskosten variieren zw. den Anbietern.

Die Zahlen wirken eigentlich ganz gut: Die Abschlusskosten in der privaten Krankenversicherung sind zwischen 2011 und 2014 von insgesamt 2,8 Milliarden Euro auf 2,3 Milliarden Euro zurückgegangen. Das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren.

Für die PKV-Unternehmen und ihre Mitglieder wäre das im Grunde eine erfreuliche Nachricht – doch die niedrigere Zahl ist zu einem Großteil nicht auf eine effizientere Kostenpolitik, sondern auf weniger Neuabschlüsse zurückzuführen: Während die Privatversicherer um das Jahr 2000 noch einen Bruttoneuzugang von 600.000 Mitgliedern verzeichnen konnten, fiel die Zahl bis 2009 auf 500.000 Mitglieder jährlich; 2014 erreichte sie ein neues Rekordtief von lediglich 268.000 Neukunden.

Daran gemessen liegen die Abschlusskosten in der PKV sogar relativ hoch: Zwischen 1998 und 2012 waren sie um das Doppelte auf etwa 6.000 Euro pro neuangeworbenem Kunden gestiegen.

Wofür werden die PKV-Abschlusskosten berechnet?

Ein großer Anteil an dieser Summe entfällt dabei auf die Provisionen, die Vertreter und Vertrieb erhalten. Außerdem sind in den Abschlusskosten der PKV beispielsweise mit dem Vertragsabschluss zusammenhängende Reisekosten sowie die Kosten der Bearbeitung von Versicherungsanträgen und der Risikoprüfung inbegriffen. Werbungskosten werden ebenfalls den Abschlusskosten zugerechnet.

Die Versicherten finanzieren die PKV-Abschlusskosten mit ihren Beiträgen selbst mit und sind daher direkt von hohen Abschlusskosten in der privaten Krankenversicherung betroffen. Im Jahre 2012 wurden die Provisionen, die für die Vermittlung einer privaten Krankenvollversicherung gezahlt werden, auf Antrag der PKV-Branche durch den Gesetzgeber aber bereits gedeckelt: Seither sind sie auf 9,9 Monatsbeiträge begrenzt.

Gleichzeitig war beschlossen worden, dass Versicherungsmakler Abschläge der Provision hinnehmen müssen, wenn die vermittelten Versicherten vor Ablauf von fünf Jahren wieder den Versicherer wechseln – auf diese Weise soll vermieden werden, dass Makler Versicherte immer neu vermitteln, um weitere Provisionen zu erhalten.

Abschlusskostensätze divergieren je nach Versicherer

Der „Zeitschrift für Versicherungswesen“ zufolge divergieren die von den einzelnen Versicherern erhobenen Abschlusskostensätze allerdings enorm: So gehören die Landeskrankenhilfe (LKH), die HUK-Coburg, die Allianz und weitere Versicherer zu denjenigen, die ihren Einnahmen aus Beiträgen einen relativ niedrigen Abschlusskostenanteil gegenüberstellen können.

Im Fall der LKH macht der Anteil nur 1,4 Prozent der Beitragseinnahmen aus, bei der HUK-Coburg sind es 3,4 Prozent, bei der Allianz 6,4 Prozent. Andere Versicherer weisen allerdings Werte im zweistelligen Bereich aus, wobei die Abschlusskosten der PKV nicht immer durch ein angestiegenes Neugeschäft gerechtfertigt werden. Eine niedrige Abschlusskostenquote deutet darauf hin, dass der Versicherer gut wirtschaftet. Das kann sich für die Versicherten positiv auswirken.

Eine gute private Krankenversicherung definiert sich allerdings auch über andere Faktoren wie Leistung oder Erreichbarkeit. Wer sich für einen Wechsel in die PKV interessiert, sollte die verschiedenen Versicherer und deren Tarife gründlich vergleichen und dabei möglichst alle wichtigen Kriterien im Blick haben.

Private Krankenversicherung Ratgeber

PKV Ratgeber

Sind Sie auf der Suche nach dem passenden PKV Tarif? Sie haben eine riesige
Auswahl. Doch bei über 1.400 PKV Tarifen verlieren Sie schnell den Überblick.

Zum PKV Ratgeber

PKV Ratgeber

Krankenversicherung Service

Versicherungsvergleich