Anwartschaft

Anwartschaft: Begriff und Überblick

Eine Anwartschaft ist „ein Anspruch, eine begründete Aussicht auf etwas“. So die Definition laut Duden. Aber für wen und in welchen Bereichen ist eine Anwartschaft interessant?

Diensthaftpflichtversicherung Lehrer
Referendare / Beamte nutzen oft eine Anwartschaft.

Der Begriff Anwartschaft taucht in verschiedenen Kontexten auf und hat somit verschiedene Bedeutungen: Im öffentlichen Dienstrecht ist gesetzlich geregelt, dass zum Beispiel Beamte in Ausübung ihrer Tätigkeit eine Anwartschaft auf Versorgung haben, bis das gesetzliche Mindestalter zum Eintritt in die Pension eintritt und der Anspruch verwirklicht wird.

Im Zivilrecht besteht eine Anwartschaft zum Beispiel im Falle eines abgeschlossenen Kaufvertrages mit vereinbarter Ratenzahlung. Der Vertrag ist die Anwartschaft auf den Erwerbsvorgang, der mit Zahlung der letzten Rate abgeschlossen wird und zum Eigentumsübergang auf den Erwerbenden führt.

Im Sozialversicherungsrecht versteht man unter Anwartschaft die Zahlung von Beiträgen zur Erlangung eines Anspruchs auf Leistungen einer Versicherung, so z.B. Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, als Anwartschaft auf spätere Rentenzahlungen.

Geläufiger ist vielen der Begriff allerdings in Verbindung mit der Krankenversicherung. Hier kann mithilfe einer Anwartschaft der Anspruch auf Versicherungsleistungen auch in Zeiten der Nichtversicherung gesichert werden. Das heißt: Sei es, dass Sie wegen Arbeitslosigkeit aus der privaten Krankenversicherung ausscheiden müssen, oder dass Sie wegen eines längeren Auslandsaufenthaltes nicht mehr krankenversichert sind: Mit einer Anwartschaft haben Sie einen Anspruch darauf, später wieder Ihren alten Versicherungsstatus zu erhalten.

Kleine oder große Anwartschaft?

Lehrer / Beamter

Bei einer Anwartschaftsversicherung unterscheidet man zwischen der kleinen und großen Anwartschaft. Wo liegen die Unterschiede zwischen den beiden Anwartschaften? Für wen ist eine Anwartschaftsversicherung sinnvoll? Weiterlesen

Die Anwartschaft auf die gesetzliche Krankenversicherung

Seit der Gesundheitsreform im Jahr 2007 ist eine Anwartschaft auf die gesetzliche Krankenversicherung eigentlich überflüssig geworden. Denn dort wurde geregelt, dass alle deutschen Staatsbürger, die Ihren Wohnsitz in Deutschland haben, auch einen Anspruch auf Krankenversicherungsschutz haben. Wenn keine anderweitige Absicherung für den Krankheitsfall besteht, muss die gesetzliche Krankenversicherung eintreten.

Dies gilt auch, wenn Auswanderer nach längeren Auslandsaufenthalten nach Deutschland zurückkehren. Da in der gesetzlichen Krankenversicherung die Beiträge immer nur abhängig vom Einkommen sind und nicht vom Alter oder Gesundheitszustand der versicherten Person, ist eine Anwartschaft  auf die gesetzliche Krankenversicherung schlicht unnötig, da der Versicherungsschutz gesetzlich zugesichert wird und auch ohne Anwartschaft keine finanziellen Nachteile entstehen.

Die Anwartschaft auf die private Krankenversicherung

Ein wenig anders sieht es in der privaten Krankenversicherung aus: Seit 2009 sind auch die Privatversicherer verpflichtet, Versicherungsschutz zu gewähren. Diese Regelung gilt für Selbstständige, Freiberufler und Beamte und alle, die vor der Unterbrechung der Versicherung in der privaten Krankenversicherung versichert waren.

Die Versicherungsnehmer haben aber nur einen gesetzlichen Anspruch auf den Basistarif Ihres Versicherers. Dies ist ein Tarif, der zu diesem Zwecke geschaffen wurde und das Äquivalent zur gesetzlichen Krankenversicherung bildet. Die Beitragshöhe ist auf den Maximalbeitrag in der GKV begrenzt, Risikozuschläge dürfen nicht erhoben werden. Das heißt: Auch in der PKV ist Ihnen eine Grundversorgung im Krankheitsfall sicher. Allerdings nicht mehr.

Die Basistarife der PKV unterliegen auch den gesetzlichen Einschränkungen und die Leistungen gehen hier im selben Maße zurück, wie sie es in der gesetzlichen Krankenversicherung tun. Daher kann eine Anwartschaft auf eine private Krankenversicherung in einigen Fällen durchaus sinnvoll sein: Sie friert den Gesundheitszustand des Versicherten ein, so dass bei Rückkehr in die private Versicherung keine erneute Gesundheitsprüfung erfolgt. Je nach gewählter Form der Anwartschaftsversicherung wird Zusätzlich auch das ursprüngliche Eintrittsalter des Versicherten eingefroren.

PKV Service

PKV Ratgeber Inhaltsübersicht

PKV Ratgeber