Private Krankenversicherung Abschluss

Wer kann eine private Krankenversicherung abschließen?

Die Möglichkeit, sich privat krankenzuversichern, steht nicht jedermann offen. Im Folgenden haben wir für Sie eine Auflistung der Personengruppen erstellt, die eine private Krankenversicherung abschließen dürfen. Anhand dieser Liste können Sie prüfen, ob für Sie ein privater Versicherungsschutz möglich ist oder nicht:

Selbstständige und Freiberufler

Da selbstständig und freiberuflich Tätige für ihren Versicherungsschutz vollständig aufkommen müssen und daher für sich selbst verantwortlich sind, steht es ihnen jederzeit offen, die Leistungen einer privaten Krankenversicherung in Anspruch zu nehmen. Allerdings sind einige wenige Berufsgruppen, darunter Künstler, Publizisten, Handwerksmeister, Gärtner und Landwirte von dieser Regelung ausgenommen, weil Beschäftigte dieser Branchen nicht zwangsläufig von der Versicherungspflicht befreit sind.

Freiberufliche Ärzte, Zahnärzte, Veterinäre und Heilpraktiker

Freiberuflich tätige Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte und Heilpraktiker steht wie den meisten anderen Freiberuflern die Tür in eine private Krankenkasse offen. Viele private Versicherer offerieren Medizinern spezielle Tarife, die sich nach dem jeweiligen Tätigkeitsfeld (Humanmediziner, Zahnarzt, Veterinär oder Heilpraktiker) richten. Für die Berufsgruppe der Pharmazeuten halten private Krankenkassen ebenfalls besondere Tarifformen bereit.

Beihilfeberechtigte

Der Personenkreis der Beihilfeberechtigten, zu dem Beamte, Abgeordnete und Richter zählen, ist ebenfalls zu einer Mitgliedschaft in einer privaten Krankenkasse berechtigt. Ein zentraler Pluspunkt für einen privaten Versicherungsschutz, aus Sicht von Beihilfeberechtigten, sind sogenannte Beihilfe-Tarife. Beamte, Abgeordnete und Richter bekommen von ihren Dienstherren Beihilfe für Krankheitskosten.

Da ein Großteil ihrer Krankheitskosten dadurch bereits abgedeckt ist, wären sie mit einer Krankenversicherung, bei der Krankheitskosten in vollem Umfang versichert sind – und die dementsprechend hohe Beiträge fordert – schlecht bedient.

Private Krankenkassen offerieren spezifische Ergänzungstarife (Teilversicherungen), die nur diejenigen Krankheitskosten versichern, welche nicht durch die Beihilfe abgedeckt werden. In einer gesetzlichen Krankenkasse existiert diese Möglichkeit nicht. Gesetzlich versicherte Beihilfeberechtigte können dort nur einen 100%-Versicherungsschutz in Anspruch nehmen.

Höherverdienende Angestellte und Arbeiter:

Als Arbeitnehmer können Sie dann Mitglied einer privaten Krankenkasse werden, wenn Ihr Verdienst während der letzten drei Jahre über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (62.550,- Euro im Jahr 2020 ) gelegen hat. Zudem muss Ihnen ihr Arbeitgeber eine Bescheinigung ausstellen, mit der bestätigt wird, dass Ihr Einkommen auch im kommenden Jahr über diesem Rahmen liegen wird (für das Jahr 2021 wurde die Jahresarbeitsentgeltgrenze mit 64.350,- Euro festgelegt).

Da die Jahresarbeitsentgeltgrenze in den letzten Jahren permanent gestiegen ist, haben sich die Chancen, von einer privaten Krankenkasse aufgenommen zu werden, tendenziell verringert.

Personen, deren Verdienst unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, müssen sich in einer gesetzlichen Kasse versichern (Pflichtversicherung). Wenn Sie zu dieser Personengruppe zählen, müssen Sie jedoch nicht auf den Leistungsumfang, den privat Versicherte in Anspruch nehmen können, verzichten, denn Sie haben die Möglichkeit, eine private Zusatzversicherung abzuschließen, durch die Sie in den Genuss der gewünschten Komfortleistungen gelangen.

Studenten und Praktikanten:

Studenten scheiden ab dem 25. Lebensjahr aus der Familienversicherung aus. Da sie nicht mehr über die Eltern mitversichert sind, müssen sie sich selbst um ihre Versorgung im Krankheitsfall kümmern. Mit Wegfall der Familienversicherung gilt für sie zunächst die gesetzliche Versicherungspflicht. Jedoch können sie sich innerhalb einer dreimonatigen Frist von dieser befreien lassen und in eine private Krankenkasse wechseln. Ist dieses Zeitlimit abgelaufen, müssen sie in einem gesetzlichen Versicherungsverhältnis bleiben.

Private Versicherer offerieren Studenten günstige Einsteigertarife. Auch Praktikanten mit sehr niedrigem Verdienst können einen solchen Tarif abschließen. Häufig sind die Beiträge verglichen mit gesetzlichen Kassen zwar etwas teurer, jedoch können die Versicherten ein deutlich höheres Leistungsniveau in Anspruch nehmen.

Eine Studentenversicherung endet mit dem Erreichen des 30. Lebensjahrs oder dem Abschluss des 14. Semesters. Nach Ablauf dieser Frist müssen sich die Betroffenen freiwillig versichern. Auch in diesem Fall kann ein privater Versicherungsschutz eine lukrative Alternative zu einem gesetzlichen Versicherungsver-hältnis bleiben, denn in der gesetzlichen Kasse steigen die Beiträge für über 30-jährige auf eine Höhe von 134-152 Euro pro Monat an.

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