Pflegestärkungsgesetz

Auch Angehörige profitieren von Pflegestärkungsgesetz II

Das neue Pflegestärkungsgesetz ist verabschiedet und verspricht nicht nur für Pflegebedürftige, sondern auch für pflegende Angehörige einige Verbesserungen.

Pflegestärkungsgesetz
Pflegestärkungsgesetz: Stärkt auch Angehörige

Zum 01. Januar 2016 ist das neue Gesetz in Kraft getreten und ab dem Jahr 2017 soll es seine Wirkung voll entfalten. Neben einer grundlegenden Veränderung des Bewertungsverfahren mit dem Pflegebedürftige in die bisher bestehenden drei Pflegestufen eingeteilt werden (ab 2017 sind es 5) soll sicher gestellt werden, dass den tatsächlichen Bedürfnissen von Angehörigen und Pflegebedürftigen Rechnung getragen wird.

Besonders die stärkere Berücksichtigung von Demenzkranken bei der Vergabe von Leistungen aus der Pflegeversicherung soll in Zukunft für mehr Gerechtigkeit sorgen. Dafür hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe einen ganz neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff geschaffen und nimmt viel zusätzliches Geld in die Hand, um die Pflegeleistungen zu erhöhen. Finanziert werden muss das Ganze natürlich irgendwie, weshalb ab 2017 die Pflegeversicherungsbeiträge um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent, bzw. für Kinderlose auf 2,8 Prozent steigen werden.

Neben diesen Maßnahmen soll in Zukunft auch besser für die Absicherung pflegender Angehöriger gesorgt werden. Auch um deren finanzielle Lage zu verbessern wurden nun einige Neuregelungen geschaffen. Mit der Stärkung der Rechte von pflegenden Angehörigen und ehrenamtlichen Pflegern wird wohl auch dem zunehmenden Engpass in der häuslichen Kranken- und Altenpflege Rechnung getragen.

Pflegestärkungsgesetz: Wichtige Neuerungen für Angehörige

Pflegepersonen, auch pflegende Angehörige, sollen in der Zukunft von einer besseren Versorgung in Renten- und Arbeitslosenversicherung profitieren. Wer einen Pflegebedürftigen im Pflegegrad zwischen 2 und 5 (nach der neuen Beurteilung) mindestens 10 Stunden in der Woche (verteilt auf mindestens 2 Tage in der Woche) pflegt, für den werden von der Pflegeversicherung Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt. Die Beiträge steigen mit der Zunahme der Pflegebedürftigkeit an.

Auch wer aus seinem Job aussteigt, um einen Angehörigen zu pflegen, profitiert von der Reform: Es werden künftig in diesen Fällen auch Beiträge in die Arbeitslosenversicherung gezahlt, sodass nach Beendigung der Pflege sicher gestellt ist, dass der pflegende Angehörige einen Anspruch auf Arbeitslosengeld und die Förderung der Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit haben.

Dasselbe gilt für Menschen, die für die Pflegetätigkeit den Leistungsbezug von Arbeitslosengeld unterbrochen haben. Außerdem sollen Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtlich tätige Pflegepersonen von den Pflegekassen angeboten werden. Das bestehende Beratungsangebot für Pflegende und Bedürftige soll zudem umstrukturiert und qualitativ verbessert werden.

Pflegereform 2017: Viel Lob, etwas Kritik

Insgesamt hört man viel Gutes über das neu verabschiedete Gesetz. Die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs wurde vielerorts begrüßt, ist aber auch lange fällig gewesen. Der Geschäftsführer des MDS (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen) Dr. Peter Pick begrüßte in einer Stellungnahme zur Reform die geplanten Leistungsverbesserungen und die „flexiblere Ausgestaltung der Leistungsgewährung“.

Kritik übt er jedoch an den Ausweitungen der Einflussnahme der Leistungserbringerverbände auf die Qualitätsprüfungs-Richtlinie von Heimen und ambulanten Pflegediensten. Hier möchte Pick die Verantwortung auch künftig weiter beim GKV-Spitzenverband  (Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen) sehen. Auch die privaten Pflegedienste und der Deutsche Pflegerat haben sich grundsätzlich positiv zum Gesetz geäußert.

Besonders die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. ist erfreut über die Pflegereform. Auf ihrer Website geben sie bekannt, dass mit der Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs endlich nicht mehr nur der körperliche Pflegebedarf berücksichtigt werde, sondern auch der spezielle Bedarf Demenzkranker, durch die Berücksichtigung von kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten, sowie anderer Verhaltensweisen und psychischer Problemlagen. Allerdings besteht an allen Stellen weitgehende Einigkeit darüber, dass eine gute Zukunft in der Pflege auch davon abhängt, dass künftig mehr Fachpersonal zur Verfügung stehen muss. 

Pflegeversicherungen im Vergleich

Prüfen Sie jetzt Ihr Sparpotenzial und vergleichen Sie unverbindlich
24 Pflegeversicherungen und über 140 Pflege-Tarife.

Sparpotenzial jetzt prüfen

Pflegeversicherung