Pflegestufe Einstufung

Einstufung der Pflegebedürftigkeit in Pflegestufen

Pflegefall? Welche Pflegestufe bekomme ich? Um den Umfang der Leistungen aus der Pflegeversicherung zu bestimmen, müssen Pflegebedürftige vom Medizinischen Dienst begutachtet werden. Anschließend folgt die Einstufung in eine Pflegestufe. Leider ist nicht jeder Antrag auf Einstufung in eine der drei Pflegestufen erfolgreich – doch es gibt auch die Möglichkeit zum Widerspruch.

Einstufung Pflegestufe
Einstufung der Pflegebedürftigkeit in Pflegestufen

Hilfsbedürftig und auf andere angewiesen – das kann nicht zuletzt auch zum finanziellen Notfall werden. Eine Grundversorgung bietet die Pflegepflichtversicherung, in die gesetzlich und privat Krankenversicherte einzahlen müssen. Werden sie pflegebedürftig, haben sie die Möglichkeit, Mittel bei der Pflegekasse zu beantragen.

Doch die Beihilfe wird nicht einfach so gewährt: Zuerst stellen Pflegebedürftige einen Antrag, dann folgt ein Besuch vom Medizinischen Dienst mit anschließendem Gutachten. Bei positiver Begutachtung wird der Antragsteller in eine Pflegestufe eingestuft.

Ausschlaggebend für die Einstufung in eine Pflegestufe ist die Zeit, die für die Pflege des Pflegebedürftigen aufgebracht werden muss. Je nachdem, welchen zeitlichen Aufwand ein Laie mit einem Pflegebedürftigen hat, wird bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst oder die Medicproof GmbH eine höhere oder niedrigere Pflegestufe zugebilligt.

Ein bestimmtes Zeitkontingent muss dabei auf die sogenannte Grundpflege entfallen, unter der man sowohl bestimmte Tätigkeiten der Körperpflege als auch bestimmte Tätigkeiten aus den Bereichen Ernährung und Mobilität versteht. Neben den Pflegestufen 1, 2 und 3, die den körperlichen Zustand eines Menschen bemessen, existiert zusätzlich die sogenannte Pflegestufe 0, die Demenzkranken oder anderen in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkten Personen zuerkannt wird. Das Prüfungsverfahren des Gutachters ist hier jedoch ein anderes als das für die Einstufung in die Pflegestufen 1 bis 3.

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Pflegestufen Voraussetzung

Um eine Einstufung in Pflegestufe 1 zu rechtfertigen, muss der Gutachter während seines Besuches zu der Einschätzung kommen, dass der tägliche und regelmäßige Aufwand für die Pflege mindestens 90 Minuten pro Tag beträgt. Über die Hälfte der Zeit muss dabei auf Grundpflege, d.h. auf Körperpflege, Ernährung oder Mobilität, entfallen.

Für eine Einstufung in Pflegestufe 2 muss die Pflege mindestens drei Stunden in Anspruch nehmen, wovon der Grundpflege zwei Stunden oder mehr zukommen.

Für eine Einstufung in Pflegestufe 3 muss ein zeitlicher Bedarf von mindestens fünf Stunden vorliegen, wobei die Grundpflege vier Stunden oder mehr in Anspruch nehmen muss. Außerdem muss hier auch nächtlicher Pflegebedarf nachgewiesen werden.

In allen drei Pflegestufen muss zudem Hilfsbedarf bei der hauswirtschaftlichen Versorgung bestehen, die Verrichtungen wie das Reinigen der Wohnung und Zubereitung von Nahrung umfasst.

Bei Demenzkranken kann eine Einstufung in Pflegestufe 0 geprüft werden, wobei naturgemäß ein anderer Bewertungsmaßstab angelegt wird. Dies geschieht anhand von insgesamt 13 Fragen zum Verhalten des Pflegebedürftigen, die über seine Alltagskompetenz Auskunft geben sollen. Sind bestimmte Merkmale vorhanden, kann der Begutachtete als „erheblich eingeschränkt“ oder „erhöht eingeschränkt“ beurteilt werden.

Private Pflegeversicherungen orientieren sich an der Pflegestufen Einstufung

Die Einstufung in Pflegestufen hat nicht nur Auswirkungen darauf, in welcher Höhe ein Pflegebedürftiger Grundversorgung durch die Pflegekasse bezieht; auch die Leistungen der privaten Pflegezusatzversicherungen orientieren sich an der Pflegestufe, die vom Medizinischen Dienst erteilt wird.

Während die Pflegetagegeldversicherung sich dabei direkt an der Pflegestufe orientiert, indem sie für jede Pflegestufe einen bestimmten Betrag ausschüttet (z.B. 30% des vereinbarten Pflegetagegeldes auf Pflegestufe 1), bezieht sich die Pflegekostenversicherung indirekt auf die Pflegestufe, indem sie den Betrag, den die Pflegekasse zahlt, um einen vereinbarten Prozentsatz oder bis zu einer Höchstsumme aufstockt.

Bei der Pflegerentenversicherung ist wählbar, ob die Einstufung in eine Pflegestufe anhand der Beurteilung des Medizinischen Dienstes oder durch das sogenannte ADL-Punktesystem vorgenommen wird. Im Gegensatz zur Prüfung des Medizinischen Dienstes, die die aufzuwendende Zeit für die Pflege bemisst, testet das Punktesystem, welche körperlichen Grundfertigkeiten ein Pflegebedürftiger noch alleine bewältigen kann. Die Begutachtung wird dann durch einen Vertrauensarzt der Versicherung ausgeführt. Für jede Grundfertigkeit wird ein Punkt vergeben, wobei normalerweise bis zu sechs Punkte möglich sind. Ab drei Punkten erkennt der Versicherer die Pflegebedürftigkeit an; die Höhe der gewährten Leistungen bemisst sich ab da an der Anzahl der Punkte.

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