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Pflegegrade 2017

Aus den Pflegestufen werden ab 2017 Pflegegrade

Ab 2017 tritt ein neues Begutachtungssystem für Pflegebedürftige in Kraft: Statt der zuvor geltenden Pflegestufen greift dann eine Einteilung in Pflegegrade.


Pflege: Ab 2017 greifen die neuen Pflegegrade.

In seiner Pflegereform hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) unter anderem festgesetzt, dass es künftig statt der bisherigen drei Pflegestufen fünf Pflegegrade geben soll.

Mit der Einführung der Pflegegrade zu Beginn des Jahres 2017 wird nicht mehr die Zeit, die für Pflege benötigt wird, entscheidend sein – maßgebend ist ab dann die Selbständigkeit desjenigen, der wegen Pflegebedürftigkeit begutachtet wird.

Diese wird anhand von sechs verschiedenen Kriterien beurteilt, die die folgenden Bereiche betreffen:

  • Mobilität (körperliche Beweglichkeit: z.B. Fortbewegen in der eigenen Wohnung, Treppensteigen)
  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten (Ausgeprägtheit der geistigen Orientierung: Kann der Pflegebedürftige Sachverhalte erkennen oder einem Gesprächspartner im Gespräch folgen?)
  • Verhaltensweisen (Aggressionen, Angstzustände) – Selbstversorgung (z.B. selbständige Aufnahme von Nahrung und Getränken, selbständiges Waschen, Ankleiden etc.)
  • selbständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (regelmäßige Einnahme von Medikamenten, selbständiger Gang zum Arzt etc.)
  • Gestaltung des Alltags/Sozialkontakte (selbständige Gestaltung des Tagesablaufs, Hobbys etc.)

Wenn in einem der Bereiche keine oder nur noch eine eingeschränkte Selbständigkeit festgestellt wird, werden Punkte vergeben. Die Gesamtpunktzahl ist ausschlaggebend für die Zuordnung zu einem der fünf Pflegegrade.

Mit der Einführung der Pflegegrade ist die körperliche Leistungsfähigkeit nicht mehr die maßgebende Bewertungsgrundlage von Pflegebedürftigkeit: Auch psychische Einschränkungen werden einbezogen. Mit dieser Umgestaltung der Definition von Pflegebedürftigkeit hofft das Bundesgesundheitsministerium speziell Demenzkranke bei Pflegeleistungen stärker zu berücksichtigen.

Wofür stehen die fünf Pflegegrade?

Die Pflegegrade 1 bis 5 umfassen ähnlich den bislang geltenden Pflegestufen wenig bis sehr stark Pflegebedürftige Personen. Pflegegrad 1 erreicht dabei Personen, die noch keinen erheblichen Pflegebedarf haben, aber etwa ihre Wohnung umbauen müssen, eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen möchten oder allgemeine Betreuungsleistungen benötigen. Pflegegrad 5 ist für Härtefälle gedacht. Insgesamt gilt für die Einstufung folgendes:

  • Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit (wird ab 12,5 Punkten bis unter 27 Punkte vergeben)
  • Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit (wird ab 27 Punkten bis unter 47,5 Punkte vergeben)
  • Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit (wird ab 47,5 Punkten bis unter 70 Punkte vergeben)
  • Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit (wird ab 70 Punkten bis unter 90 Punkte vergeben)
  • Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (wird ab 90 Punkten bis 100 Punkte vergeben)

Pflegebedürftige, die bis Ende 2016 bereits eine Pflegestufe haben oder erhalten, werden automatisch und ohne erneuten Antrag auf Pflegeleistungen in das Pflegegrad-System überführt.

Dabei erfolgt die Einstufung in den nächsthöheren Pflegegrad: Personen, die beispielsweise Pflegestufe 1 erhalten haben, wird ab 2017 der Pflegegrad 2 zugesprochen. Liegt zusätzlich eine Einschränkung der Alltagskompetenz, etwa durch Demenz, vor, erfolgt eine Einstufung in den übernächsten Pflegegrad; so erhielte ein Angehöriger der Pflegestufe 1, der auch unter Demenz leidet, in Zukunft den Pflegegrad 3.

Pflegereform Pflegegrade: Welche Leistungen werden erbracht?

Mit der Pflegereform erhalten Pflegebedürftige in Deutschland in den meisten Fällen auch gleichzeitig mehr Geld: In Pflegestufe 1 gab es bisher für Menschen ohne eine Demenz Pflegegeld in Höhe von 244 Euro monatlich, ambulante Pflegesachleistungen in Höhe von 468 Euro oder Leistungen für den Aufenthalt im Pflegeheim von 1.064 Euro. In Pflegestufe 2 waren es 458 Euro, 1.144 Euro oder 1.330 Euro; bei Pflegestufe 3 wurden 728 Euro, bei Bezug von Pflegesachleistungen oder vollstationärer Pflege jeweils 1.612 Euro ausgeschüttet.

Diese Beträge verändern sich ab 2017 wie folgt: Wer in Pflegegrad 2 eingeteilt wird, aber nur körperlich eingeschränkt ist, erhält Pflegegeld in Höhe von 316 Euro, bei ambulanter Pflege 689 Euro, bei Heimaufenthalt allerdings nur noch 770 Euro. Pflegegrad 3 erzeugt Leistungen von 545 Euro an Pflegegeld, 1.298 Euro für Pflegesachleistungen und nur noch 1.262 Euro bei Heimpflege. Pflegebedürftige des Pflegegrades 4 erhalten von 2017 an bei Bezug von Pflegegeld oder Pflegesachleistungen 728 Euro bzw. 1.612 Euro; bei Heimpflege erhöht sich die Leistung auf 1.775 Euro.

Damit werden Angehörige der Pflegegrade 2 und 3 bei vollstationärer Pflege etwas schlechter gestellt als bisher in den vergleichbaren Pflegestufen 1 und 2. Wer bereits vor Beginn des Jahres 2017 pflegebedürftig ist, hat dadurch allerdings keine Einbußen, da ein Bestandsschutz für Heimpflege bei Pflegestufe 1 und 2 gilt. Erst bei einer Verschärfung der Pflegebedürftigkeit und einer damit verbundenen Höherstufung kommen die neuen Regelungen zum Tragen.

Personen, die Pflegegrad 1 erhalten, steht neben dem Anspruch auf Pflegehilfsmittel, Zuschüsse für barrierefreies Wohnen oder für das Wohnen in einer betreuten Wohngruppe und dem Anspruch auf kostenlose Pflegeberatungen auch eine monatliche Geldleistung in Höhe von 125 Euro zu, die allerdings nur bei Verwendung für ambulante Pflegedienste oder für Heimaufenthalte geleistet wird.

Bei Härtefällen wurde bislang eine Leistung von 1.995 Euro erbracht, sofern der zu Pflegende von einem ambulanten Pflegedienst oder im Heim untergebracht war; an Pflegegeld hingegen wurde der für Pflegestufe 3 gültige Betrag, 728 Euro, gezahlt. In Zukunft wird dieser Betrag auf 901 Euro aufgestockt. Die Leistungen für ambulante Pflegedienste belaufen sich in Härtefällen weiterhin auf 1.995 Euro; bei Heimaufenthalt werden 2.005 Euro gezahlt.

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